Auf die Bürger werden nach Einschätzung des Chefs der Deutschen Energieagentur, Stephan Kohler, deutlich höhere Kosten zukommen. So werde die EEG-Umlage weiter steigen. Die Bundesregierung hatte etwas anderes versprochen.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) erwartet deutlich höheren Belastungen der Stromkunden durch die Ökostrom-Umlage, als von der Bundesregierung prophezeit: "Es wird nicht gelingen, die EEG-Umlage auf etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen", sagte Dena-Chef Stephan Kohler der "Frankfurter Rundschau".
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) hatten im Sommer versprochen, nennenswert höher als die derzeitigen 3,53 Cent pro Kilowattstunde würde die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht steigen.
"Erhebliche Kosten"
Laut Kohler ergeben Berechnungen der Dena, dass die Umlage 2013 bereits bei knapp unter vier Cent und 2020 bei 5 bis 5,5 Cent liegen wird. Einschließlich Mehrwertsteuer entspricht das für einen Drei-Personen-Haushalt knapp 210 Euro Mehrkosten im Jahr.
Stephan Kohler hatte bereits im September in einem Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung davon gesprochen, dass "erheblichen Kosten auf uns zukommen". "Wenn wir davon ausgehen, dass 2022 der Anteil der regenerativen Stromerzeugnisse 38 Prozent betragen wird, werden die zusätzlichen Kosten für den Haushaltskunden pro Kilowattstunde circa bei 4,5 bis fünf Cent liegen", hatte Kohler gesagt. dapd / dhz