Handwerksunternehmen sind verunsichert Gebäudesanierung: Alternativen zur diskutierten Förderung liegen bereit

Einigungswille Fehlanzeige. Nachdem der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern die Einigung über die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung wieder weiter hinausgeschoben hat, nimmt die Kritik an der Blockadehaltung der Politiker zu. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnt davor, dass damit die Energiewende bedroht sein könnte und weist auf mögliche Alternativen zur steuerlichen Förderung hin.

Auf Wärmebildaufnahmen zeigt sich schnell, wie groß der Sanierungsbedarf eines Hauses wirklich ist. Die energetische Gebäudesanierung ist auch ein großes Geschäftsfeld fürs Handwerk. - © Fotolia

Der BEE fordert die Politik auf, die große Verunsicherung bei tausenden von Handwerksbetrieben endlich zu beenden und eine Lösung zu finden, wie es mit möglichen Unterstützungszahlungen für die Gebäudesanierung weitergehen soll. "Besonders kleine und mittelständische Unternehmen, denen sich die Politik angeblich immer besonders verpflichtet fühlt, werden durch die seit Monaten andauernde Hängepartie im Stich gelassen", sagte BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann.

Auch Teilsanierungen sollen gefördert werden

Um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen, stellte er eine eigene Alternative vor. "Wir schlagen ein Modell vor, das auch Teilsanierungen fördert und für die Länder unterm Strich zu deutlich geringeren Steuerausfällen führt", so Klusmann. Die Investitionssummen, die er sich in einem Rahmen von 15.000 bis 30.000 Euro vorstellt, wären dann genauso wie die  Abschreibungssummen dementsprechend geringer.

Das Konzept der Bundesregierung berücksichtigt bislang nur Vollsanierungen, die meistens bei einem extrem hohen Investitionsaufwand von rund 50.000 bis 100.000 Euro liegen. Dadurch werden viele Hausbesitzer abgeschreckt, überhaupt mit dem Sanieren zu beginnen. Zusätzlich sollen die Sanierungsmaßnahmen nur mit einer hundertprozentigen Abschreibungsmöglichkeit verbunden sein, was wiederum die Finanzämter überfordern könnte. Diese müssten dann hohe Summen auf einmal auszahlen. Das Modell der BEE ist deshalb als degressive Abschreibung angelegt, so dass die Auszahlungen gleich nach Beginn der Sanierung beginnen könne, trotzdem aber über mehrere Jahre verteilt sind.

Auch Handwerksbetriebe profitieren

"Bei einer Gesamtbetrachtung sind bei unserem Alternativvorschlag sogar Mehreinnahmen für den Fiskus zu erwarten, da die investitionsbedingten höheren Steuereinnahmen die Mindereinnahmen der Abschreibung mehr als kompensieren", rechnete Klusmann vor. Im Rahmen der Teilsanierung sollte laut BEE dann auch die Möglichkeit bestehen, beispielsweise auch für den alleinigen Ersatz einer fossilen Heizung durch erneuerbare Wärmequellen wie Pelletheizung, Umweltwärme und Solarthermie eine Förderung zu bekommen. Von diesem Vorschlag würden auch viele Handwerksbetriebe profitieren. jtw