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Werbefahrrad, Autowerbung und Kundengeschenke 7 Marketing-Ideen für den kleinen Geldbeutel

"Wer nicht wirbt, der stirbt", wusste schon Henry Ford. Für TV-Spots oder Printanzeigen hat allerdings nicht jede Firma das nötige Kleingeld. Auch hätten es viele Handwerksbetriebe lieber eine Nummer kleiner – und lokaler. Sieben spannende Ideen für Betriebe mit überschaubarem Marketing-Budget.

Marketing spielt sich zunehmend im Netz ab. Da gibt es Werbebanner und Adwords, Social Media-Marketing, Influencer-Marketing oder gar Podcast-Marketing. Doch die Kampagnen sind oft teuer — und längst nicht immer zielführend. Auch in der realen Welt können Unternehmen auf sich aufmerksam machen. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat sieben Marketing-Ideen, die nicht die Welt kosten.

Sieben Marketing-Ideen für Handwerker

Werbefahrrad abstellen

Ein Werbefahrrad kann im Stadtbild ein Hingucker sein. Die Werbebotschaft wird wahlweise auf einem Mantelschoner, am Gepäckträger oder per Werbescheibe auf den Speichen befestigt. Diese sogenannten Cycle-Discs gibt es beim Hamburger Anbieter Creativbike für ca. 100 Euro. Dazu kommen noch die Gestaltungskosten für das Design.

Ein Mantelschoner, der am Schutzblech des Hinterrads angebracht wird, kostet rund 70 Euro. Mit diesem Betrag müssen Interessenten auch für einen Werbegepäckträger rechnen. Das Werbefahrrad könnten sie dann auch an einem strategisch günstigen Ort abstellen, in der Fußgängerzone zum Beispiel. Aber Achtung: In dem Fall benötigen Sie womöglich eine Genehmigung der Stadt.

Autowerbung betreiben

Das Firmenlogo durch die Stadt fahren — Anbieter wie Wrapclub bringen Werbetreibende mit Privatverbrauchern zusammen, die sich einen Euro hinzuverdienen wollen. Unternehmen können so Werbeflächen auf passenden Fahrzeugen buchen. Die Fahrzeuge können sie sich aussuchen - Klasse, Modell, Farbe.

Als Mindesteinsatz können Betriebe nach Angaben von Wrapclub mit rund 750 Euro rechnen: 400 Euro für die Folierung des Autos plus Gebühren in Höhe von 350 Euro für einen Monat. Für ein ganzes Jahr käme man so auf Kosten von rund 4.500 Euro. Rabatte sind aber je nach Modell, Stadt und Laufzeit möglich.

Graffiti Artist engagieren

Jedermanns Sache sind großflächige Graffitis nicht. Aber Aufmerksamkeit erregen sie so gut wie immer, eignen sich daher auch als Werbeträger. Unternehmen können sich von professionellen Sprayern Logo oder Bild auf ihre Fassade, einen Innenraum oder gar aufs Firmenfahrzeug sprühen lassen und so die Blicke der Passanten auf sich ziehen.

Professionelle Graffiti-Artists gibt es in ganz Deutschland, die Preise für einen Auftrag hängen vor allem von dessen Design, Detailreichtum und Größe ab. Die Agentur Artmos4 aus Offenbach zum Beispiel berechnet für einen Quadratmeter ab 80 Euro aufwärts. Für 20 Quadratmeter kommt man so bei 1.600 Euro heraus. Wer die Kosten drücken will, kann auch grafische Details weglassen.

Event ausrichten

Der Trend geht zum Event - das gilt angesichts der Online-Konkurrenz durch Amazon und Co. insbesondere im Einzelhandel. Auch Handwerker können davon profitieren, wenn sie die Menschen in den Betrieb einladen. So kommen sie mit potenziellen Kunden ins Gespräch, werben für ihren Beruf und Betrieb.

Manche Bäcker führen eine "Lange Nacht des Backens" durch, andere — ganz klassisch — einen Tag der offenen Tür. Snacks verteilen, Deko platzieren, Gewinnspiel veranstalten, Workshops, Vorführungen oder Spiele für Kinder organisieren — einen vierstelligen Betrag sollten Firmen dafür in jedem Fall einplanen. Vorteil: Speziell in kleineren Gemeinden schaffen es Betriebe mit einem Tag der offenen Tür relativ leicht in die lokale Tageszeitung.

Kaffeebecher bedrucken

Wenn die Bäckereien im Dorf oder Stadtteil Coffee-to-go-Becher verkaufen, die das Firmenlogo des Betriebs zeigen, bringt das Aufmerksamkeit. Zudem landen die Kaffeebecher nicht immer gleich im Papierkorb, sondern werden von ihren Käufern quer durch die Stadt getragen und unterwegs abgestellt. Das bringt zusätzliche Werbekontakte, wie es in der Marketingsprache heißt.

Laut Berliner Agentur Ultra Ooh müssen Interessenten mindestens 3.500 Euro für eine Kaffeebecher-Kampagne auf den Tisch legen. Dafür gibt es 12.000 Coffee-to-go-Cups, die über vier Wochen in zehn Cafés in einem vorher festgelegten Bezirk verteilt werden.

Trikotsponsor werden

Sportsponsoring beim örtlichen Fußball-Kreisligisten zeigt Verbundenheit zur Region. Viele Regionalvereine haben aber große Probleme, einen Förderer zu finden. Nach Angaben der Sportsponsoring-Plattform Sponsoo können Unternehmen schon mit 500 bis 1.000 Euro zum Trikotsponsor werden. Das reiche für einen Satz Trikots mit Beflockung.

Auch für Einzelsportler können Betriebe werben, zum Beispiel mit dem Firmenlogo auf dem Reitequipment eines Reitsportlers oder auf dem Judoanzug eines Judoka. Dafür reicht manchmal schon ein mittlerer dreistelliger Betrag, sogar bei Olympiateilnehmern. Sportler als Werbeträger für ein Unternehmen - das ist vor allem dann attraktiv, wenn der Athlet aus der gleichen Stadt oder Region kommt.

Kundengeschenke verteilen

Kugelschreiber und Luftballons locken niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Studien haben aber gezeigt, dass Werbeartikel durchaus effektiv sein können. Kunden freuen sich demnach vor allem über kleine Aufmerksamkeiten, die nicht direkt etwas mit dem Unternehmen und seinen Leistungen zu tun haben. Diese würden nämlich Eigennutz vermitteln - das komme nicht so gut an.

Handwerker verschenken also besser keine kleinen Zollstöcke mit Firmenlogo (gibt es bei Werbeartikelhändlern mit Mengenrabatt schon für weniger als 1 Euro pro Stück), Maßbänder (ab ca. 40 Cent) oder Kartonmesser (ab ca. 20 Cent), sondern lieber technische Gadgets wie USB-Sticks und Powerbanks. Darüber freuen sich Kunden laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov am meisten. Allerdings sind diese kostspieliger. So liegt die preisliche Spannbreite von Powerbanks im Werbeartikelhandel zwischen ca. 1,50 und 25 Euro pro Stück - je nach Modell.

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