Glückliche Handwerker 41 Prozent der Handwerker machen nach der Arbeit noch Sport

Handwerker sind zufriedener, aktiver und haben mehr sozialen Rückhalt als der Durchschnitt der Gesellschaft. Das beweist eine aktuelle Umfrage. Doch woran liegt das?

Handwerker sind nicht nur zufriedener, sondern auch aktiver als der Durchschnitt der Gesellschaft. - © djile - stock.adobe.com

Handwerker arbeiten hart. Zwangsläufig bedeutet das aber nicht, dass sie ungesünder und unglücklicher sind als der Rest der Bevölkerung. Im Gegenteil: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Handwerkerinnen und Handwerker gesünder leben und zufriedener sind als der Durchschnitt der Gesellschaft.

"Die Studie bestätigt die Vorteile von kleinen Handwerksbetrieben, die wir auch in der Praxis erleben: Einen großen Zusammenhalt in der Belegschaft, eine familiäre Atmosphäre, den Stolz auf den Beruf und die Freude am 'Machen'. All das sind Ressourcen, die sich positiv auf die Gesundheit, die Arbeits- und Lebenszufriedenheit auswirken", sagt Kai Swoboda, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der IKK classic. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln hat der Versicherer die psychische und physische Gesundheit von insgesamt 2.000 Handwerkerinnen und Handwerkern untersucht. Die Ergebnisse der Studie im Überblick.

Handwerker achten auf gesunde Ernährung und treiben Sport

Handwerker pflegen einen aktiven und gesunden Lebensstil – während und nach der Arbeit. Zwar fühlt sich laut Umfrage mehr als die Hälfte gestresst, doch die Handwerker haben Strategien entwickelt, um damit umzugehen. So treiben 41 Prozent aller Befragten nach der Arbeit Sport oder gehen Spazieren. Auch das Ernährungsverhalten ist positiv. Insgesamt achten knapp 90 Prozent der Mitarbeitenden auf eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung und essen kaum Fast Food. Zudem kochen Handwerker häufiger als der Durchschnitt ihrer männlichen Mitbürger.

Handwerk heißt Teamwork

Gesundheit nimmt aber nicht nur in der Freizeit einen hohen Stellenwert ein. Auch im Berufsalltag wird großer Wert auf ein gesundes Arbeitsklima gelegt, zeigt die Studie. Vor allem, weil im Handwerk Hand in Hand gearbeitet wird. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft im Handwerk ist hoch – 67 Prozent sehen ihren Betrieb als eine Art zweite Familie. Aber nicht nur das: Mehr als die Hälfte gibt an, sich auch in privaten Angelegenheiten zu unterstützen. Der soziale Rückhalt fällt im Vergleich zur Durchschnittsgesellschaft im Handwerk höher aus. Darüber hinaus engagiert sich knapp ein Drittel der Handwerker im Ehrenamt.

Die guten Arbeitsbedingungen im Handwerk tragen zu einer höheren Lebenszufriedenheit bei als beim Durchschnitt der Deutschen bei. 83 Prozent der Personen, die im Handwerk arbeiten, sind stolz auf ihren Beruf. Sie schätzen die Abwechslung, den Kontakt zu anderen Menschen und die Kreativität, die ihnen das Handwerk bietet. Über 80 Prozent geben an, anderen Menschen mit ihrem Beruf zu helfen. Dieses Gefühl hat sich auch während der anhaltenden Corona-Pandemie nicht geändert.

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer glücklich mit ihrem Beruf

In der Umfrage wurden sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer befragt. Die Antworten gingen den Studienmachern zufolge bei allen Befragten größtenteils in dieselbe positive Richtung. Einzig in puncto Arbeitszufriedenheit wichen die Antworten voneinander ab. Besonders Arbeitnehmer sehen eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit (71 Prozent), wohingegen nur 35 Prozent der Arbeitgeber diese Aussage bestätigen.

Im Gegensatz zu den Arbeitgebern (60 Prozent) gelingt deren Mitarbeitern (70 Prozent) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser. Insgesamt sind 87 Prozent der Arbeitgeber und 79 Prozent der Arbeitnehmer glücklich mit ihrem Beruf. Somit zeichnet sich das Handwerk als ein attraktives Berufsfeld aus, das einen gesunden Lebensstil zulässt oder gar fördert. Doch auch im Handwerk gebe es Potenziale, die bislang nicht ausgeschöpft sind, so die Studienmacher. So geben 73 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Betrieb noch keine Maßnahmen zur Gesundheitsförderung angeboten werden. Im Bau- und Ausbaugewerbe sind es sogar 82 Prozent.

"Unbestritten ist das Handwerk einer der körperlich anspruchsvollsten Berufszweige – umso mehr hat es mich begeistert, dass dies nicht zu weniger Sport und körperlicher Aktivität in der Freizeit führt. Ganz im Gegenteil: Handwerkerinnen und Handwerker bewegen sich viel. Und sie nutzen Sport und Bewegung als Ausgleich zu ihrem bereits körperlich anstrengenden Alltag“, kommentiert Ingo Froböse, der die Studie wissenschaftlich geleitet hat, die Resultate. ew

Video zur Studie

Die Ergebnisse der Studie hat die IKK classic in einem Videobeitrag zusammengefasst, in dem Handwerker einen Einblick in ihren Lebensalltag geben und auch Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer zu Wort kommt: