4 Steuertipps zum Investitionsabzugsbetrag

Aufgrund neuer Regelungen dürften bei der Gewinnermittlung für 2020 deutlich mehr Unternehmer vom Investitionsabzugsbetrag profitieren. Eine weitere Neuregelung in einem Gesetzesentwurf erweitert den Investitionszeitraum zu Gunsten der Unternehmer. Hier die Top-4-Steuertipps zum Investitionsabzugsbetrag.

Steuertipp 1: Neues Jahr – neues Glück

Haben Sie in der vergangenen Jahren bereits versucht, einen Investitionsabzugsbetrag für geplante Investitionen abzuziehen und es hat nicht geklappt? Dann sollten Sie bei der Gewinnermittlung 2020 unbedingt einen neuen Anlauf nehmen. Denn erstmals in 2020 profitieren alle Unternehmer vom Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG, wenn der Gewinn 2020 vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht mehr als 200.000 Euro beträgt.

Beispiel: Sie planen in den Jahren 2021 bis 2023 den Kauf einer Maschine für 25.000 Euro. Ihr Gewinn 2020 beträgt im Jahr 2020 vor dem Abzug a) 210.000 Euro oder b) 195.000 Euro. Folge: Nur bei Variante b dürfen Sie den Gewinn 2020 um den Investitionsabzugsbetrag von 12.500 Euro mindern (geplante Investitionskosten 25.000 Euro x 50%), weil der Gewinn "vor Abzug" nicht über 200.000 Euro lag.

Steuertipps 2: Mehr Zeit bei Investitionsabzugsbetrag 2017

Haben Sie 2017 einen Investitionsabzugsbetrag vom Gewinn abgezogen, hätte die Investition eigentlich bis Ende 2020 erfolgen müssen. Erfolgt die Investition innerhalb des Dreijahreszeitraums nicht, ändert das Finanzamt normalerweise den Steuerbescheid des Abzugsjahrs, erhöht den Gewinn um den zu Unrecht vorgenommenen Investitionsabzugsbetrag und fordert Steuern plus Nachzahlungszinsen.

Praxis-Tipp: Wegen der Corona-Krise wurde der Drei-Jahres-Zeitraum um ein Jahr verlängert. Da die Corona-Pandemie nach wie vor anhält und viele Betriebe auch 2021 Schwierigkeiten haben, zu investieren, soll der Investitionszeitraum für einen im Jahr 2017 abgezogenen Investitionsabzugsbetrag ausnahmsweise auf fünf Jahre verlängert werden. Es ist also für die Gewinnermittlung 2017 unschädlich, wenn die Investition bis Ende 2022 erfolgt (Entwurf des "Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts").

Steuertipp 3: Mehr Zeit auch bei Investitionsabzugsbetrag 2018

Im Entwurf des "Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts" ist auch geregelt, den dreijährigen Investitionszeitraum für einen im Jahr 2018 steuerlich geltend gemachten Investitionsabzugsbetrag auf vier Jahre zu verlängern.

Beispiel: Ein Unternehmer hat für den geplanten Kauf eines Transporters vom Gewinn 2018 einen Investitionsabzugsbetrag von 28.000 Euro abgezogen. Wegen Corona erfolgt die Investition bis Ende 2021 nicht. Kein Problem. Durch die neue Regelung reicht es aus, wenn der Transporter bis Ende 2022 gekauft wird.

Steuertipp 4: Keine Investition geplant – Finanzamt schnell informieren

Haben Sie 2017 oder 2018 einen Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht und aufgrund der finanziellen Situation wegen Corona sind Investitionen bis Ende 2022 nicht vorstellbar, sollten Sie dem Finanzamt das umgehend mitteilen und um schnelle Änderung der Steuerbescheide 2017 bis 2018 bitten. Durch die schnelle Änderung der Bescheide sparen Sie sich für jeden weiteren Monat 0,5% Nachzahlungszinsen auf die Steuernachforderungen für 2017 und 2018.