Steuererklärung 2021 15 Tipps für die private Steuererklärung

Wie Sie in den letzten Wochen des Jahres Ihre Steuerlast noch gezielt senken können, indem Sie clever und vorausschauend planen. 15 Tipps für die private Steuererklärung vom Vorauszahlen von Krankenkassenbeiträgen bis zum Weihnachtsgeld.

An energetischen Sanierungsmaßnahmen am Eigenheim beteiligt sich das Finanzamt mit einer Steueranrechnung von 20 Prozent, maximal mit 40.000 Euro, an den Sanierungskosten. - © mmphoto - stock.adobe.com

1. Aktienverluste - Stichtag 15. Dezember 2021

Haben Sie 2021 Verluste mit dem Verkauf von Aktien erlitten und im Depot bei einer anderen Bank Aktiengewinne? Dann können diese Verluste mit den Gewinnen verrechnet werden und das Finanzamt muss die zu viel von der Bank einbehaltene Abgeltungsteuer wieder erstatten. Voraussetzung für die Verrechnung ist jedoch, dass Sie bei der Bank mit den Aktienverlusten die Ausstellung einer Verlustbescheinigung beantragen. Der Antrag kann nur noch bis zum 15. Dezember 2021 gestellt werden.

2. Freiwillige Steuererklärung 2017

Waren Sie im Steuerjahr 2017 noch nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, können Sie trotzdem freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Das ergibt immer dann Sinn, wenn eine Steuererstattung winkt. Doch das Finanzamt bearbeitet die freiwillige Steuererklärung nur, wenn diese bis 31. Dezember 2021 entweder im Briefkasten des Finanzamts landet oder wenn Sie spätestens an diesem Tag per Elster elektronisch ans Finanzamt übermittelt wird.

3. Vorauszahlung: Beiträge zur Krankenversicherung

Müssen Sie 2021 hohe Gewinne versteuern und rechnen deshalb mit hohen Steuernachzahlungen, kann es sich lohnen, die Beiträge zur privaten Krankenversicherung für mehrere Jahre im Voraus zu bezahlen. Die Beiträge für die Basisversicherung dürfen dann in voller Höhe als steuersparende Sonderausgaben abgesetzt werden. Das Finanzamt akzeptiert Beitragsvorauszahlungen bis zum Dreifachen der laufenden Beiträge.

4. Lohnsteuerfreibetrag beantragen

Erzielen Sie oder Ihr Ehegatte Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Arbeitslohn mit Lohnsteuerabzug), sollten Sie das Jahr 2021 schon heute Revue passieren lassen. Listen Sie dem Finanzamt im sogenannten Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2021 sämtliche bereits geleisteten und voraussichtlich bis zum Jahresende noch anfallenden Steuerausgaben wie Werbungskosten, Vermietungsverluste, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben auf. Das Finanzamt ermittelt aus diesen Angaben einen Lohnsteuerfreibetrag.

Folge: Der Arbeitgeber behält 2021 weniger Lohnsteuer ein. Der Antrag auf Feststellung eines Lohnsteuerfreibetrags 2021 muss spätestens bis 30. November 2021 beim Finanzamt gestellt werden.

5. Ehepaare: Trennung planen

Lässt sich die Trennung vom Ehepartner nicht mehr verhindern, sollten Sie dennoch ein letztes Mal – zumindest steuerlich – an einem Strang ziehen. Denn würde einer der Partner noch vor dem 31. Dezember 2021 aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, würde das die günstige Ehegattenbesteuerung (Zusammenveranlagung) im Jahr 2022 zunichtemachen. Deshalb sollte der Schlussstrich mit Auszug und Ummeldung idealerweise frühestens am 2. Januar 2022 gezogen werden. Denn für die steuerlich vorteilhafte Zusammenveranlagung 2022 genügt es, wenn die Ehe zumindest an einem Tag im Jahr 2022 bestanden hat.

6. Geplanter Kauf einer Photovoltaikanlage

Planen Sie in den Jahren 2022 bis 2024 die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Ihres Eigenheims und die Einspeisung des Stroms gegen Vergütung ins Netz eines Stromanbieters? Wenn ja, können Sie bereits im Jahr 2021 50 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgaben in die Anlage G zur Steuererklärung 2021 eintragen. Dieser gewerbliche Verlust kann mit anderen positiven Einkünften 2021 steuersparend verrechnet werden.

7. Der Klassiker: Heiraten noch in diesem Jahr

Nicht wirklich romantisch, aber finanziell durchaus lukrativ ist das standesamtliche Ja-Wort bis spätestens 31. Dezember 2021 aus rein steuerlichen Gründen. Hintergrund: Bestand die Ehe an einem Tag im Jahr 2021, können Sie mit Ihrem Ehepartner in der Steuererklärung 2021 ein Kreuzchen bei Zusammenveranlagung setzen. Mehrere tausend Euro Steuer­ersparnis sind bestensfalls im Vergleich zur Einzelveranlagung drin.

8. Verkauf einer vermieteten Immobilie

Planen Sie den Verkauf einer vermieteten Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf, empfiehlt es sich, den Verkauf steuerlich clever zu planen. Denn bei Verkauf einer vermieteten Immobilie innerhalb der Zehn-Jahres-Frist müssten Sie den erzielten Gewinn mit dem Finanzamt teilen. Etwas anderes gilt, wenn die Immobilie ab Ende 2021, das ganze Jahr 2022 und im Jahr 2023 zumindest an einem Tag zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird. In diesem Fall kann die Immobilie steuerfrei verkauft werden. Um hier keinen Fehler zu machen, lohnt es sich, diesen vom Bundesfinanzhof abgesegneten Steuerdreh mit seinem Steuerberater zu besprechen.

9. Beitragszahlungen zur Rürup-Rente

Haben Sie Geld auf der hohen Kante und möchten etwas für Ihre Altersvorsorge tun? Dann können Sie Beitragszahlungen in eine Rurüp-Rente leisten. Der Clou: Bis zu bestimmten Höchstbeträgen können die Beitragszahlungen als Sonderausgaben das zu versteuernde Einkommen 2021 und damit die Steuerbelastung für 2021 reduzieren. Begünstigt sind im Jahr 2021 maximale Beitragszahlungen von 25.787 Euro/51.574 Euro (ledig/Zusammenveranlagung). Davon dürfen dann 92 Prozent als Sonderausgaben abgezogen werden, also maximal 23.724 Euro/47.448 Euro (ledig/Zusammenveranlagung).

10. Weihnachtsgeld umwandeln

Sind Sie Arbeitnehmer und bekommen im Jahr 2021 Weihnachtsgeld, können Sie einen wertvollen Beitrag zu Ihrer Altersvorsorge leisten. Denn wandeln Sie einen Teil des Weihnachtsgeldes in eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung um, bleiben bis zu 6.816 Euro steuerfrei. Im Rahmen der Gehaltsumwandlung bleiben Beitragszahlungen in eine Direktversicherung bis zu einem Betrag von 3.408 Euro sozialversicherungsfrei.

11. Steueranrechnung clever planen

Beauftragen Sie im Jahr 2021 einen Handwerker mit Arbeiten in Ihrem Privathaushalt, kann dafür in der Steuererklärung 2021 eine Steueranrechnung für Handwerkerleistungen beantragt werden. Die Steueranrechnung beträgt 20 Prozent der in Rechnung gestellten Leistung, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Betragen die Zahlungen an den Handwerker also mehr als 6.000 Euro für die Arbeitsleistung, würde ein Teil der Steueranrechnung verpuffen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Ratenzahlungen in den Jahren 2021 und 2022 zu vereinbaren.

Beispiel: Sie lassen die Außenfassade Ihres Eigenheims sanieren. Kosten für die Arbeitsleistung: 10.000 Euro. Würden Sie die 10.000 Euro in einem Betrag noch 2021 überweisen, würde Ihnen eine Steueranrechnung von 1.200 Euro zustehen (10.000 Euro × 20 % = 2.000 Euro, aber maximal 1.200 Euro pro Jahr. Würden Sie dagegen 2021 nur 6.000 Euro bezahlen und die restlichen 4.000 Euro im Jahr 2022, würde die Steueranrechnung insgesamt 2.000 Euro betragen (2021: 1.200 Euro und 2022: 800 Euro).

12. Abschiedsfeier vor dem Ruhestand

Sind Sie Arbeitnehmer und treten 2022 Ihren wohlverdienten Ruhestand an, können Sie Ihre Kollegen, Chefs und Kunden im Jahr 2021 noch auf Kosten des Finanzamts einladen. Denn die Kosten für die Feier sind als steuersparende Werbungskosten abziehbar, wenn an der Feier wirklich nur Personen aus Ihrem Berufsleben eingeladen sind und keine Familienmitglieder, Bekannte oder Freunde. Als Nachweis am besten die Liste mit den geladenen Gästen aufbewahren und dem Finanzamt im Zweifel vorlegen. Für den Werbungskostenabzug spricht zudem, wenn die Feier während der Arbeitszeit in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers stattfindet und die Kosten nicht überzogen hoch sind.

13. Bescheinigung für Null-Euro-Freistellung

Haben Sie bei einer Bank Aktiengewinne erzielt und Ihr Ehegatte in einem eigenen Depot bei derselben Bank Aktienverluste, müssen Sie nicht bis zur Abgabe einer Steuererklärung 2021 warten, bis das Finanzamt einen Steuerbescheid für 2021 schickt und die Verluste mit den Gewinnen aus Aktienvermögen berechnet. Beantragen Eheleute bis Ende Dezember 2021 bei ihrer Bank noch einen gemeinsamen Freistellungsauftrag über null Euro, verrechnet die Bank die Aktienverluste und Aktiengewinne und erstattet so umgehend die zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer.

14. Unterstützung in der Familie: Vorsicht Falle

Unterstützen Sie ein Kind, für das Sie kein Kindergeld mehr bekommen, finanziell oder einen Elternteil, dürfen Sie im Jahr 2021 bis zu 9.744 Euro als außergewöhnliche Belastung von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Dieser abziehbare Höchstbetrag mindert sich jedoch, wenn der Unterstützte 2021 Einkünfte und Bezüge von mehr als 624 Euro hat oder wenn er mehr als 15.500 Euro auf dem Konto hat. Typischer Fehler: Überweisen Sie im Dezember 2021 die Unterstützungszahlungen für das Jahr 2022, unterstellt das Finanzamt Unterstützungsleistungen für das Jahr 2021.

Das kann steuerlich nachteilig sein, wie das folgende Beispiel verdeutlicht: Sie überweisen Ihrem 29-jährigen Sohn, der noch studiert und keine Einkünfte im Jahr 2021 bezogen hat, von Januar bis November insgesamt 6.000 Euro. Im Dezember überweisen Sie 14.000 Euro, wobei 2.000 Euro noch für 2021 bezahlt werden und 12.000 Euro für das Jahr 2022.

Folge: Das Finanzamt unterstellt, dass die geleisteten Zahlungen ausnahmslos für 2021 gelten. Das bedeutet, dass von den überwiesenen 18.000 Euro im Jahr 2021 maximal 9.744 Euro als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden dürfen. Die restliche Zahlung von 8.256 Euro fällt steuerlich ungenutzt unter den Tisch.

Tipp: Unterstützungsleistungen für das Jahr 2022 sollten also nicht bereits im Dezember 2021 geleistet werden, sondern frühestens im Januar 2022. Nur so ist garantiert, dass sich die Unterstützungszahlungen steuersparend im Jahr 2022 auswirken.

15. Sanierungen clever planen

Lassen Sie energetische Sanierungsmaßnahmen an Ihrem Eigenheim vornehmen, beteiligt sich das Finanzamt mit einer Steueranrechnung von 20 Prozent, maximal mit 40.000 Euro, an den Sanierungskosten. Doch aufgepasst: Die Steueranrechnung wird über drei Jahre verteilt ausbezahlt. Das bedeutet: Starten Sie frühzeitig vor Rentenbeginn mit der Sanierung. Denn erfüllen Sie für die Jahre 2021 bis 2023 die Voraussetzungen für die Steueranrechnung und müssen ab 2022 wegen nur geringer Renteneinnahmen keine Steuern mehr zahlen, verlieren Sie die Steueranrechnung für die Jahre 2022 und 2023.