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Steuer aktuell Was das Finanzamt über Handwerker weiß

Die Finanzämter scheinen einen Riecher dafür zu haben, welche Einnahmen ein Handwerker erzielt und fragen oftmals gezielt nach oder melden sich zu einer Prüfung vor Ort an. Doch woher haben die Finanzbeamten die Infos über Betriebseinnahmen eigentlich?

Bei Umsatzsteuer- und Betriebsprüfungen werfen die Prüfer des Finanzamts immer häufiger einen Blick in die verbuchten Betriebseinnahmen und suchen gezielt nach Mängeln. Dabei helfen den Prüfern folgende Informationsquellen:

Kontrollmaterial über Rechnungsstellung

Die wohl wichtigste Informationsquelle für den Sachbearbeiter, der im Finanzamt die Steuererklärungen eines selbständigen Handwerkers prüft, sind Kontrollmitteilungen von anderen Sachbearbeitern oder von Betriebsprüfern. An Ausgangsrechnungen des Handwerkers kommen die Finanzbeamten durch folgende Vorgehensweise:

  • Handwerkerbonus: Ein Steuerzahler beantragt für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt eine Steueranrechnung. Das Finanzamt fordert die Handwerkerrechnungen an und leitet diese als Kontrollmitteilung an den Sachbearbeiter weiter, der für die Steuererklärungen des Handwerkers zuständig ist.
  • Prüfung: Bei einem Kunden des Handwerkers findet eine Umsatzsteuer- oder Betriebsprüfung statt. Er kopiert Rechnungen von Handwerkern und schickt diese zur Überprüfung der Einnahmenversteuerung an den Sachbearbeiter, der die Steuererklärungen des Handwerkers bearbeitet.

Kontrollmaterial über Stellenanzeigen oder Onlineportale

Inseriert ein Handwerksbetrieb in Wochenblättern oder bietet er seine Dienste über ein Onlineportal für Handwerker an, geht das Finanzamt davon aus, dass hierdurch auch Aufträge ergattert werden und prüft gezielt, ob die Einnahmen darauf versteuert wurden.

Abgleich der Ausgabenposten mit den Einnahmen

Bei einer Betriebsprüfung versuchen die Prüfer des Finanzamts einen Abgleich zwischen dem Wareneinsatz und den gestellten Rechnungen herzustellen. Hat ein Handwerker beispielsweise 100 Falltüren zur Errichtung eines Kriechspeichers gekauft, hat am Jahresende nur noch 10 auf Lager und die Eingangsrechnungen ergeben nur den Einbau von 80 Falltüren, fehlen Einnahmen für den Einbau von 10 weiteren Falltüren. Eine Differenz, die zu weiteren kritischen Nachfragen führt. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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