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Vereinfachte Steuererklärung Steuererklärung in maximal zehn Minuten

Viele Arbeitnehmer verzichten auf die Einkommensteuererklärung und verschenken Rückerstattungen. Dabei gibt es eine vereinfachte Variante, mit der auch Steuerlaien viel Geld sparen können. Zusätzlich kann man über Lohnsteuerfreibeträge das eigene Gehalt erhöhen. DHZ-Checklisten zeigen, wie das geht.

Ist kein finanzieller Spielraum für eine Gehaltserhöhung vom Chef vorhanden, kann man selbst dafür sorgen, dass das Nettogehalt steigt. Steuerrückerstattung lautet das Zauberwort.

Viele Arbeitnehmer winken beim Thema "Einkommensteuererklärung" ab, weil sie davon keine Ahnung haben. Doch selbst Steuerlaien können ihr Nettoeinkommen in wenigen Minuten erhöhen. Sie müssen ja nicht alle Register zum Steuersparen ziehen. Es genügen schon wenige Angaben zur Steuererstattung.

Vereinfachte Einkommensteuererklärung für "Genügsame"

Für Arbeitnehmer ohne Nebeneinkünfte gibt es die Möglichkeit, einen nur zweiseitigen Steuererklärungsvordruck ausfüllen zu können. Wer sich mit dem Thema Steuern überhaupt nicht auseiendersetzen möchte, beantragt nur folgende Werbungskosten:

  • Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,30 Euro je Entfernungskilometer (Angabe: Anzahl der Arbeitstage pro Jahr, Einfache Entfernung zur Arbeit)
  • Kontoführungsgebühren pauschal 16 Euro
  • Ausgaben für Arbeitsmittel ohne Belege 110 Euro
Praxis-Tipp: Eine Steuererstattung winkt bereits bei 230 Arbeitstagen und einer Mindestentfernung zwischen Wohnung und Arbeit von mehr als 15 Kilometern.

Beispiel: Die angestellt Friseurin Maier hat noch nie eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht. Dabei legt sie im Jahr an 230 Tagen 30 Kilometer pro Tag für die einfache Fahrt zur Arbeit zurück. Ihr persönlicher Steuersatz beträgt 25 Prozent. Reicht sie nun erstmals eine Vereinfachte Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein, winkt eine Steuererstattung von :

Fahrtkosten zur Arbeit 2.070 Euro (230 Tage x 0,30 Euro/km x 30 km)
Kontoführungsgebühren 16 Euro
Ausgaben für Arbeitsmittel ohne Belege 110 Euro
Werbungskosten gesamt 2.196 Euro
Steuererstattung bei Steuersatz mit 25% 549 Euro

Fazit: Frau Maier steigert ihre Nettoeinkommen durch die Abgabe einer vereinfachten Einkommensteuer um 549 Euro. Zeitaufwand: Maximal 10 Minuten.

Der DHZ- Checkliste können Sie entnehmen, welche Angaben für diese Steuererstattung ausreichen und wie Sie vorgehen sollten. Sie können Sie hier herunterladen.>>>

Vereinfachte Einkommensteuererklärung auch für Vorjahre einreichen

Arbeitnehmer können auch für zurückliegende Jahre freiwillig eine vereinfachte Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung haben Arbeitnehmer nach Ablauf des Steuerjahrs vier Jahre Zeit. Die Steuererklärung für 2012 muss deshalb bis spätestens 31. Dezember 2016 im Briefkasten des Finanzamts landen.

Beispiel: Frau Maier aus unserem Ausgangsbeispiel, könnte mit einem Zeitaufwand von 40 Minuten also folgende Steuererstattung herausholen:

Steuererklärung für das Steuerjahr Erstattung
2011 549 Euro
2012 549 Euro
2013 549 Euro
2014 549 Euro
Gesamte Steuererstattung 2.196 Euro

Fazit: Frau Maier braucht also keine steuerlichen Kenntnisse und nur knapp eine Stunde Zeit, um Ihr Nettoeinkommen um über 2.000 Euro zu steigern.

Der DHZ- Checkliste können Sie entnehmen, welche Angaben für diese Steuererstattung ausreichen und wie Sie vorgehen sollten. Sie können Sie hier herunterladen.>>>

Beantragung eines Lohnsteuerfreibetrags

Möchte ein Arbeitnehmer nicht bis zum Ablauf des Jahres warten, bis er seine vereinfachte Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen und die Steuerrückerstattung beantragen kann, gibt es eine interessante Alternative. Der Arbeitnehmer kann beim Finanzamt die Eintragung eines Lohnsteuerfreibetrags beantragen. Dadurch behält der Arbeitgeber beim Lohnabzug weniger Lohnsteuer ein und das Nettogehalt steigt.

Bei Beantragung des Lohnsteuerfreibetrags müssen Sie dem Finanzamt auf einem amtlichen Vordruck "Lohnsteuerermäßigung" Ihre voraussichtlichen Werbungskosten erklären.

Beispiel: Frau Maier, unsere Friseurin aus unseren Praxisbeispielen, möchte 2016 ihr Nettogehalt steigern. Deshalb beantragt sie ihre Werbungskosten bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2016. Erklärt Frau Maier ihre Werbungskosten von 2.196 Euro (siehe Beispiel oben), klettert ihr Nettogehalt pro Monat um knapp 46 Euro.

Praxis-Tipp: Diese frühzeitige Steuererstattung der 549 Euro hat jedoch zur Folge, dass Frau Maier mehr Zeit aufwenden muss. Denn wer einen Lohnsteuerfreibetrag beantragt, muss zwingend für dieses Jahr eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Schließlich möchte das Finanzamt prüfen, ob die Angaben zu den voraussichtlichen Werbungskosten tatsächlich stimmen. Falls die tatsächlichen Werbungskosten niedriger sind als im Lohnsteuerermäßigungsverfahren beantragt, muss Frau Maier die zu wenig einbehaltene Steuer nachzahlen.

Die DHZ- Checkliste zeigt, wie hoch ihre Werbungskosten mindestens sein müssen, damit das Finanzamt einen Freibetrag für den Lohnabzug gewährt. Sie können Sie hier herunterladen.>>>

Lohnsteuerhilfeverein für Sparfüchse

Eine Alternative, bei der eine meist höhere Steuererstattung winkt, ist die Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein. Bei überschaubaren Mitgliedsbeiträgen zwischen 30 Euro und 80 Euro pro Jahr kümmern sich Fachleute um die Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung. dhz

Praxis-Tipp: Auch hier ist der Zeitaufwand überschaubar. Sie führen ein Gespräche mit dem Spezialisten des Lohnsteuerhilfevereins, suchen ihm ein paar Unterlagen heraus, die er gerne sehen möchte und bekommen nach getaner Arbeit – ohne Stress und ohne Verantwortung – eine Steuererstattung, die meist höher ausfällt als bei den "Genügsamen" (siehe oben).

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