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Seit 2021 Höhere Entfernungspauschale: Das gilt steuerlich

Zum 1. Januar 2021 sind Änderungen bei der Entfernungspauschale für Fahrten eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bzw. für Fahrten eines Unternehmers zwischen Wohnung und Betrieb in Kraft getreten. Diese Änderung muss auch bei Ermittlung der nichtabziehbaren Betriebsausgaben berücksichtigt werden.

Die Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bzw. zwischen Wohnung und Betrieb beträgt seit 1. Januar 2021 für die ersten 20 Entfernungskilometer nach wie vor 0,30 Euro/km. Ab dem 21. Entfernungskilometer steht einem Arbeitnehmer oder Unternehmer eine Entfernungspauschale in Höhe von 0,35 Euro/km zu.

Keine Auswirkung der höheren Entfernungspauschale bei Arbeitnehmern

Darf ein Arbeitnehmer einen betrieblichen Dienstwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzen, muss der Arbeitgeber für diese Fahrten einen geldwerten Vorteil ermitteln. Die höhere Entfernungspauschale ab 1. Januar 2021 hat keine Auswirkung auf die Ermittlung des zu versteuernden geldwerten Vorteils bei der monatlichen Ermittlung der Lohnsteuer.

Beispiel: Arbeitnehmerin Huber darf einen Dienstwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen. Der Bruttolistenpreis dieses Dienstwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung betrug 30.000 Euro. Die einfache Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 42 Kilometer. Ein Fahrtenbuch führt die Arbeitnehmerin Huber nicht.

Folge: Da kein Fahrtenbuch geführt wird, muss der geldwerte Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nach der 0,03%-Regelung ermittelt werden. Danach muss Frau Huber monatlich für diese Fahrten einen geldwerten Vorteil von 378 Euro versteuern (30.000 Euro x 0,03% = 9 Euro x 42 km = 378 Euro pro Monat).

Auswirkung der höheren Entfernungspauschale bei Unternehmer

Bei Unternehmern hat die höhere Entfernungspauschale ab 2021 Auswirkung auf die Höhe der nichtabziehbaren Betriebsausgaben für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb, wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Betrieb länger als 20 Kilometer ist. Die nicht abziehbaren Betriebsausgaben reduzieren sich.

Beispiel: Unternehmer Müller nutzt seinen betrieblichen Firmenwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb. Die Entfernung zwischen Wohnung und Betrieb beträgt 42 km. Er fährt im Monat an 24 Tagen zum Betrieb. Der Bruttolistenpreis seines Firmenwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung betrug 50.000 Euro. Ein Fahrtenbuch führt Müller nicht.

Folge: Die Ermittlung der nichtabziehbaren Betriebsausgaben pro Monat für die Nutzung des Firmenwagens für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ermittelt sich dabei folgendermaßen:

  Jahr 2020 Jahr 2021
Entstandene Kosten nach der 0,03%-Regelung 630 Euro (50.000 Euro x 0,03% x 42 km) 630 Euro
Als Betriebsausgaben abziehbare Entfernungspauschale 302,40 Euro (42 km x 0,30 Euro x 24 Tage) 328,80 (20 km x 0,30 Euro/km x 24 Tage = 144 Euro; 22 km x 0,35 Euro/km x 24 Tage = 184,80 Euro)
Nicht abziehbare Betriebsausgaben monatlich = Gewinnerhöhung 327,60 Euro (630 Euro abzgl. 302,40 Euro) 301,20 Euro (630 Euro abzgl. 328,80 Euro)

 

Fazit: Die nichtabziehbaren Betriebsausgaben mindern sich im Jahr 2021 aufs Jahr gerechnet also um 316,80 Euro, was zu einem geringeren Gewinn und damit zu weniger Steuern führt. Groß ist die Ersparnis zwar nicht, aber immerhin.

Praxis-Tipp: Unternehmer sollten immer zweigleisig fahren und parallel ein Fahrtenbuch führen. Am Ende des Jahres kann dann verglichen werden, ob man mit der 1%-Regelung für Privatfahrten und der 0,03%-Regelung für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb steuerlich günstiger fährt oder mit der Fahrtenbuchregelung und kann die beste Variante wählen.

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