Verkauf steht an Müller-Brot produziert bald wieder

Die Beschäftigten der insolventen Großbäckerei Müller packen alle kräftig mit an und putzen. Sie möchten die Anlagen wieder bereit für die Produktion machen, die schon in der übernächsten Woche wieder starten soll. Unterdessen beginnen die Gespräche mit den Interessenten, die das gesamte Unternehmen inklusive Filialnetz übernehmen wollen. Die größtmögliche Zahl der rund 1.250 Arbeitsplätze soll erhalten werden.

Bei Müller-Brot wird geputzt, damit die Produktion schnell wieder starten kann. - © Fotolia/Sergej Toporkov

Nun steht Müller-Brot zum Verkauf und die ersten Interessenten melden sich. Bis Ende März soll entschieden werden, welcher Investor den Zuschlag erhält. Derzeit verhandelt der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl  mit "mehr als fünf Interessenten", die das Unternehmen samt Produktionsanlagen und Filialnetz übernehmen wollen. Sein Ziel sei es, das "Gesamtgebilde" von Müller-Brot und die größtmögliche Zahl der rund 1.250 Arbeitsplätze zu erhalten.

"Nach einer Kontrolle grünes Licht geben"

Die nach einem Hygieneskandal pleitegegangene Großbäckerei im oberbayerischen Neufahrn ist wegen Schädlingsbefalls und verschmutzter Maschinen seit Ende Januar stillgelegt. Übernächste Woche soll die Produktion laut Ampferl in Teilen wieder aufgenommen werden - falls die Gesundheitsbehörden nach einer Kontrolle grünes Licht geben. "Ich bin der absolut festen Überzeugung, dass wir die Abnahme schaffen", sagte er.

Derzeit sind 250 Beschäftigte von Müller-Brot täglich bis zu zwölf Stunden beschäftigt, die Anlagen auf dem sieben Fußballfelder großen Gelände zu säubern. "Die sind unendlich fleißig, die putzen und werkeln, das ist verrückt", sagte Ampferl. Jeder im Unternehmen wolle jetzt anpacken und "alles perfekt machen". Für die Reinigungs- und Umbauarbeiten stehen 600.000 Euro zur Verfügung.

Zurück zur alten Qualität

Ampferl sprach von einem "enormen Imageschaden" angesichts des Hygieneskandals. Das Vertrauen der Kunden will er unter anderem durch bewährte Rezepte wiedergewinnen. "Wir wollen zurück zur alten Müller-Qualität", sagte Ampferl. In Backversuchen werde zum Beispiel ausprobiert, "welche Breze die Schmackhafteste ist". Der Name Müller-Brot soll erhalten bleiben - es solle nicht der Eindruck entstehen, dass man die Verbraucher täuschen wolle.

Wegen der Hygienemängel hatte Müller-Brot Großkunden wie Aldi und Lidl verloren, der Produktionsstopp brockte der Bäckerei Verluste in Millionenhöhe ein. Mitte Februar zog die Geschäftsführung die Reißleine und meldete Insolvenz an. Kurz danach inspizierten Kontrolleure die Backfabrik und fanden erneut Mäusekot und Ungeziefer. dapd