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Bundeskanzlerin spricht beim Handwerkstag Merkel: "Ich schätze den Meisterbrief"

Die duale Ausbildung in Deutschland weiter stärken und die Digitalisierung voranbringen – zu diesen und anderen Themen sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Deutschen Handwerkstag in Münster. Das duale System sei untrennbar mit dem Bildungssystem verbunden.

Am 9. Dezember war Angela Merkel zu Gast beim Deutsche Handwerkstag in Münster. Die Bundeskanzlerin sprach zu den rund 300 Spitzenvertretern aus dem Handwerk. Sie gratulierte Hans Peter Wollseifer zur Wiederwahl und unterstrich die Bedeutung des Handwerks für die deutsche Wirtschaft. Dabei ging sie vor allem auf den Aspekt der dualen Ausbildung ein.

"Das System der Handwerkskammern und der Meister ist untrennbar mit dem Bildungssystem in Deutschland verbunden", sagte sie und ging damit auch auf den Beschluss des CDU-Parteitags ein, die Meisterpflicht für neu gegründete Betriebe wieder einzuführen. Die Meisterpflicht war 2004 im Zuge einer Handwerksreform für 53 Berufe abgeschafft worden. "Ich schätze den Meisterbrief", sagte die CDU-Vorsitzende.

Studienabbrecher und Flüchtlinge besser integrieren

Damit auch in Zukunft genug Auszubildende den Weg ins Handwerk finden, sollen staatliche Maßnahmen ausgebaut werden, aber auch Eigeninitiativen vorangebracht werden. Bei der Integration von Flüchtlingen in eine berufliche Ausbildung sieht die Bundeskanzlerin vor allem zwei wichtige Bausteine: Integrationskurse und daran anschließend berufsbezogene Sprachkurse.

Aber auch um die Studienabbrecher müsse geworben werden. Menschen, die ein Studium abbrechen, sollen systematischer in eine Ausbildung gebracht werden. Hier sieht Merkel Hochschulen und das Handwerk in der Pflicht besser miteinander zu kommunizieren. "Wir wissen die Zahl der Kröten und Storche in Deutschland, aber nicht, wie viele Studienabbrecher wir haben", sagte Merkel.

Digitalisierung nutzen und sich schützen

Bei der Digitalisierung sollen Bund, Länder und Kommunen besser zusammenarbeiten. Die Bürger müssten eine zentrale Anlaufstelle haben, um sich über das Thema zu informieren. Mit dem steigenden Durchschnittsalter werde es immer wichtiger sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen, damit die Innovationskraft nicht darunter leide. Unterstützen möchte Merkel daher den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Als Beispiel nannte sie den Ausbau des Breitbandnetzes, der bis 2018 abgeschlossen werden soll.

Die Bundeskanzlerin warnte aber auch vor den dunklen Seiten der Digitalisierung. Es werde immer wichtiger sich vor Cyberangriffen zu schützen. Sie rief Betroffene dazu auf sich in eingerichteten Kompetenzzentren zu melden.

Entsorgung von Dämmstoffen: Probleme schnell lösen

Schließlich kam sie noch auf ein aktuell stark diskutiertes Thema im Handwerk zu sprechen: die Entsorgung von Dämmstoffen. Sie sei erst vor kurzem auf das Problem mit der Entsorgung von Styropor aufmerksam geworden und hofft, dass es bald eine einheitliche Lösung gibt. "Wir bleiben dran", sagte Merkel und erhielt dafür großen Applaus.

Wollseifer bedankte sich dafür und verwies darauf, dass es bei Beratungen der Bundesländer in den kommenden Tagen hoffentlich eine Lösung gibt.

Alle Hintergrundinformationen zum Thema Entsorgung von Dämmstoffen haben wir hier zusammengefasst.

Weitere Informationen zum Handwerkstag gibt es in unserem Liveblog.

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