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Änderungen Lohnsteuer: Neue Regeln für 2016

Ab 2016 müssen Arbeitgeber bei der Ausstellung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung kleine Änderungen beachten. Auch beim Lohnsteuerermäßigungsverfahren gibt es neue Regeln. Alleinerziehende profitieren beim Freibetrag.

Auch im neuen Jahr gibt es bei der Ausstellung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung kleinere Veränderungen. Damit sich die Betriebe rechtzeitig darauf einstellen konnten, hatte das Bundesfinanzministerium (BMF) die Arbeitgeber bereits im Juli über die neuen Grundsätze bei der Ausstellung von elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen informiert (BMF-Schreiben vom 30.7.2015).

Kulanzregelung wird verlängert

Das ändert sich ab 2016 bei der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für den Chef: In Zeile 2 der Lohnsteuerbescheinigung ist weiterhin die Eintragung des Großbuchstabens "M" vorgesehen.  Hierfür gibt es ab dem neuen Jahr für Arbeitgeber eine Verlängerung der bisherigen Kulanzregelung. Doch was bedeutet dieses "M" eigentlich?

"M" steht in der Lohnsteuerbescheinigung für die Mahlzeitengewährung bei Auswärtstätigkeiten durch den Arbeitgeber. Hat der Chef oder auf dessen Veranlassung ein Dritter dem Mitarbeiter während seiner Arbeitszeit außerhalb seiner Wohnung und dem Betriebsgelände eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt, (der Wert der Mahlzeit muss dem amtlichen Sachbezugswert entsprechen)  muss diese grundsätzlich im Lohnkonto mit dem Großbuchstaben "M" aufgezeichnet und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bescheinigt werden.

Ausnahme: Wenn das für das Unternehmen zuständige Finanzamt (Betriebsstättenfinanzamt) für die steuerfrei gezahlten Vergütungen eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat, ist der Großbuchstabe "M" in der Lohnsteuerbescheinigung 2016 nicht zwingend erforderlich. Allerdings ist dies lediglich eine Übergangregelung. Diese wurde vom BMF aktuell um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2017 verlängert.

Ein Muster des Ausdrucks der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für 2016 gibt es direkt beim Bundesfinanzministerium.

Neues Lohnsteuerermäßigungsverfahren für 2016

Bereits seit dem 1. Oktober läuft das Lohnsteuerermäßigungsverfahren für 2016. Noch bis zum 30. November 2016 können Arbeitnehmer für 2016 einen Freibetrag beantragen, der zu einer Minderung der monatlichen Lohnsteuerbelastung führt.

Was ist daran neu? Erstmals kann der Freibetrag für zwei Jahre (bis zum 31.12.2017) gelten. Gemeinsam mit den obersten Finanzbehörden der Länder hatte das Bundesfinanzministerium das Verfahren der zweijährigen Gültigkeit von Freibeträgen im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren (§ 39a EStG) mit Wirkung ab dem 1. Januar 2016 festgelegt (BMF-Schreiben vom 21.5.2015). Die Freibeträge für behinderte Menschen bleiben von der neuen Regelung unberührt, da diese bereits dauerhaft und ohne jährlichen neuen Antrag berücksichtigt werden.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Zudem gibt es einen  höheren Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b EStG) und einer Staffelung nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder. Der bisherige Freibetrag lag bei 1.308 Euro und wird ab sofort um 600 EUR auf 1.908 Euro angehoben. Für jedes weitere Kind steigt der Freibetrag außerdem um zusätzliche 240 Euro jährlich. Um eine mehrfache Bewilligung auszuschließen wird ab 2016 der Freibetrag an die Angabe der Identifikationsnummer (§ 139b AO) des Kindes gekoppelt.

Der Grundentlastungsbetrag von 1.908 Euro wird wie bisher automatisch über die Steuerklasse II berücksichtigt. Zudem besteht für Alleinerziehende ab sofort die Möglichkeit, auch den Erhöhungsbetrag für weitere Kinder bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend zu machen (§ 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4a EStG). 

Ein Beispiel: Eine alleinerziehende Arbeitnehmerin mit drei Kindern und Anspruch auf Kindergeld, beantragt im Lohnsteuerermäßigungsverfahren einen Freibetrag. Die Frau erhält in der Steuerklasse II einen Entlastungsbetrag von maximal 1.908 Euro pro Jahr. Zusätzlich dazu kann die Arbeitnehmerin bei ihrem zuständigen Finanzamt eine Erhöhung des Entlastungsbetrages von 240 Euro jährlich (für 2016 und 2017). dhz

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