GfK-Konsumklimastudie Hohe Spritpreise vermiesen die gute Laune

Der Aufwärtstrend beim GfK-Konsumklima ist offenbar gestoppt. Vor allem die Rekordpreise an den Tankstellen und für Energie trüben die Kauflaune der Konsumenten. Allerdings neigen die Verbraucher immer noch dazu, ihr Geld lieber in teure Anschaffungen zu stecken als es anzulegen.

Die hohen Preise an der Zapfsäule drücken auf das Konsumklima. - © Oliver Lang/dapd

Der errechnete GfK-Gesamtindikator sinkt für April von 6 auf 5,9 Punkte – nachdem er sechs Monate in Folge gestiegen war.  Rekordstände für Benzin und Diesel an den deutschen Zapfsäulen haben im März in den Köpfen der Konsumenten ihre Spuren hinterlassen. Dies zeigt sich laut GfK in erster Linie bei der Einkommenserwartung: viele Konsumenten, vor allem Pendler, müssen einen immer höheren Anteil ihre Einkommens für Sprit und Energie ausgeben.

Als Folge dieser Preissprünge ist im Februar auch die Inflationsrate wieder auf 2,3 Prozent gestiegen. Ob es sich dabei um einen anhaltenden Trend handle, bleibe jedoch abzuwarten. Nach vorliegenden Prognosen soll die Inflationsrate in diesem Jahr im Durchschnitt wieder unter zwei Prozent rutschen.

Hinzu kommt nach Ansicht der GfK, dass sich bei den derzeitigen Tarifverhandlungen noch keine Tendenz abzeichnet, mit welchen Lohn- und Gehaltserhöhungen die Arbeitnehmer in diesem Jahr rechnen können.

Anschaffungsneigung: nahezu unverändert

Trotz der getrübten Stimmung bei der Kaufkraft tendieren viele Verbraucher wegen des fehlenden Vertrauens in die Finanzmärkte sowie historisch niedriger Zinsen jedoch nach wie vor eher dazu, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen zu investieren als sie auf die hohe Kante zu legen. Vor allem der nach wie vor stabile Arbeitsmarkt stützt die Kauflust.

Trotz des leichten Rückganges deute das nach wie vor hohe bestehende Niveau des Indikators darauf hin, dass der private Konsum seiner ihm zugedachten Rolle als wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr auch gerecht wird.

Die GfK geht nach ihrer im Februar veröffentlichten Prognose weiter davon aus, dass die realen privaten Konsumausgaben im Jahr 2012 durchschnittlich um 1 Prozent zunehmen werden. rh