Die Erwartungen der Handwerksunternehmer für 2014 sind bestens. Das zeigt die neue ZDH-Umfrage. Das Handwerk rechnet unterm Strich mit einem Umsatzplus von zwei Prozent für 2014. Doch es gibt noch Unwägbarkeiten.
Das Handwerk ist kraftvoll ins Jahr 2014 gestartet. Für das erste Quartal des Jahres zeigen fast alle Indikatoren gegenüber dem Vorjahresquartal nach oben. Das hat vor allem zwei Gründe: Die Nachfrage ist gut – und das Wetter war für die Wintermonate ungewöhnlich mild.
Laut einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) beurteilen 86 Prozent der Handwerksunternehmer ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. Das ist ein Plus von sechs Punkten gegenüber dem ersten Quartal 2013.
Positiv dabei ist, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern schwächer werden - auch zwischen Ost und West.
Gute Auftragslage
Die sehr gute Stimmung wird getragen von der guten Auftragslage, die alle Handwerksgruppen melden. Für das saisonal traditionell schwächere erste Quartal ergibt sich daher ein selten positives Bild: 76 Prozent der Inhaber berichten über unveränderten oder gestiegenen Auftragsbestand (erstes Quartal 2013: 67 Prozent). Die Auftragsreichweiten liegen stabil bei sechseinhalb Wochen, obwohl die Betriebe durcharbeiten konnten. Es kämen also laufend neue Aufträge hinzu, analysiert der ZDH.
Bau boomt
Das starke Plus beim Umsatz wird vor allem durch die positive Entwicklung am Bau getragen. Insgesamt berichten 73 Prozent der Inhaber über steigende oder gleichbleibende Umsätze; im ersten Quartal des Vorjahres, als der harte Winter im Bau zuschlug, waren es nur 60 Prozent.
Die gute konjunkturelle Entwicklung unterstützt die Beschäftigung; die Personalpolitik der Betriebe war noch etwas stabiler als vor Jahresfrist. Im vierten Jahr in Folge ist zu beobachten, dass der saisonübliche Beschäftigungsabbau sehr gering ausfällt.
Starkes zweites Quartal erwartet
Die Erwartungen des Handwerks an die Entwicklung in den kommenden Monaten schrauben sich ebenfalls auf einen Spitzenwert. 91 Prozent der Betriebe – so viele wie noch nie in einem ersten Quartal – erwarten eine gute oder zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Auch die Erwartungen zu den harten Konjunkturindikatoren sind zuversichtlich: Die Betriebe rechnen per Saldo mit wachsenden Umsätzen und steigenden Auftragseingängen, sie planen, Beschäftigung aufzubauen und ihre Investitionen stabil zu halten.
2014 zwei Prozent Umsatzplus
Angesichts des guten Starts in das Jahr und der positiven Erwartungshaltung erwartet das Handwerk eine Umsatzsteigerung um zwei Prozent im laufenden Jahr. Die Beschäftigung kann dabei um rund 25.000 Mitarbeiter steigen (plus 0,5 Prozent).
Unsicherheit wegen der aktuellen Politik
"Allerdings trägt die Politik mit ihren aktuellen Entscheidungen und Planungen Unsicherheit in die Wirtschaft", sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Ohne Not würden in einer konjunkturellen Aufschwungphase die Weichen falsch gestellt.
Als Beispiele nennt Schwannecke unter anderem die Rentengesetzgebung, die "in die Irre" führe, sowie den angekündigten Mindestlohn, der "nicht ohne Folgen für den weiteren Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bleiben" werde. dhz
