Das Konjunkturtempo im Handwerk hat sich zu Beginn des Jahres spürbar verringert. In Befragungen der Handwerkskammern unter rund 10.000 Betrieben verlor der Index zur aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum vierten Quartal 2012 acht Punkte und schloss bei 78 Zählern. Doch die Erwartungen der Betriebe zeigen einen Aufwärtstrend.
Marco Wenz und Lothar Semper

Das Konjunkturtempo im Handwerk hat sich zu Beginn des Jahres spürbar verringert. In Befragungen der Handwerkskammern unter rund 10.000 Betrieben verlor der Index zur aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum vierten Quartal 2012 acht Punkte und schloss bei 78 Zählern.
Steuerentlastung Fehlanzeige
Zudem dürfte nicht wenigen Unternehmern der erlahmende Reformeifer der Politik die Laune verdorben haben. Die Hoffnungen auf Nachfrageimpulse oder Entlastungen durch steuerliche Maßnahmen wurden enttäuscht.
Zwar sind Einbußen in diesem Zeit-raum, der von schwierigem Winterwetter geprägt wird, durchaus üblich. Der jüngste Rückschlag ist jedoch überdurchschnittlich. Aufschlussreich ist auch der Vergleich mit der Stimmung vor einem Jahr: Damals beurteilten 84 Prozent der Betriebe ihre Situation mit gut oder befriedigend.
Rein konjunkturelle Gründe hat das Stimmungstief im Kraftfahrzeuggewerbe: Der Handel mit neuen Pkws stottert und der harte Wettbewerb zwingt zu kräftigen Preisnachlässen. Auch mit den Zulieferern geht es nicht aufwärts. Die mäßigen Auftragsdaten zeigen, dass der Tiefpunkt noch nicht durchschritten ist.
Starkes Vertrauen ins Handwerk
Es gibt aber auch Grund zur Zuversicht. So ist die Lust der Deutschen am Bauen ungebrochenen. Von großer Bedeutung ist dabei die Jobsicherheit. Ein nicht zu unterschätzender weiterer Aspekt: Laut einer Prognos-Studie ist das Handwerk der Wirtschaftsbereich, dem die Bürger am meisten vertrauen.
Der Einstieg ins laufende Jahr war geprägt vom Winterwetter, mit massiven Einschränkungen im Produktionsablauf. Folgerichtig ging die Auslastung seit dem Herbst um acht auf 71 Prozentpunkte zurück. Zugleich wurde der Vorjahreswert um zwei Punkte verfehlt.
Der niedrigen Auslastung entsprechend dominierten düstere Farben das Bild bei den Umsätzen. So lag der Saldo aus positiven und negativen Meldungen mit minus 34 klar im roten Bereich. Im Vergleich mit der Winterumfrage 2012 (minus 26) wird deutlich, wie sehr die Dynamik nachgelassen hat.
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Osterfeiertage, die komplett ins erste Quartal fielen, dürften die nominalen Umsätze gegenüber dem Vorjahr erneut eingebrochen sein. Die Meldungen zur Beschäftigung deuten auf vergleichsweise stabile Verhältnisse hin.
Auftragseingang schwächelt
Die große Masse der Teilnehmer (78 Prozent) hielt am Bestand fest, sieben Prozent stockten auf, 15 Prozent verkleinerten die Arbeitnehmerschaft. Gemessen am ersten Quartal 2012 dürfte die Zahl der tätigen Personen geringfügig abgenommen haben.
Der Auftragseingang tendiert schwächer: Aus den "gestiegen"- und "gesunken"-Meldungen resultiert ein Saldo von minus 21. Im vorigen Jahr notierte er bei minus 11. Wegen der Winterruhe staute sich der Auftragsbestand trotzdem von 1,4 auf 1,6 Monate Ende März an. Er reichte genauso weit wie zum Zeitpunkt des Vorjahres.
Trotz dieser Meldungen sind die Aussichten jedoch relativ positiv. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag "Aussichten werden wieder besser".>>>
Wie die Konjunkturentwicklung in den einzelnen Handwerksbranchen verlief, zeigt der Beitrag "Preisdruck lastet auf Autohandel". >>>