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Regionale Spezialitäten EU-Herkunftsbezeichnung: Diese Lebensmittel sind geschützt

Dresdner Christstollen und schwäbische Spätzle sind schon dabei. Seit Anfang März unterliegt auch die Frankfurter Grüne Soße der EU-Herkunftsbezeichnung "geschützte geografische Angabe". Was es damit auf sich hat und welche deutschen Produkte geschützt sind.

Landkarte mit Lebensmitteln
In Deutschland gibt es viele 79 geschützte Lebensmittel. Aber nur neun haben das Siegel "geschützte Ursprungsbezeichnung". -

Seit Anfang März 2016 ist die Frankfurter Grüne Soße mit der EU-Herkunftsbezeichnung "geschützte geografische Angabe" versehen. Damit steht die Soße in einer Liste mit dem französischen Champagner, der englischen Cornish Pasty und italienischem Parmaschinken, gemeinsam mit mehr als 1000 Spezialitäten. Was dies genau bedeutet und welche Unterschiede es bei den EU-Herkunftsbezeichnungen gibt, haben wir zusammengefasst.

Welche Produkte sind nach der Herkunftsbezeichnung geschützt?

Die Liste der eingetragenen Spezialitäten umfasst 1.250 Produkte. Als traditionelle oder regionale Spezialitäten sind 79 deutsche Lebensmittel gelistet.

Aber nur neun dieser Produkte haben eine Kennzeichnung (geschützte Ursprungsbezeichnung), die vorschreibt, dass das Produkt in der besagten Region verarbeitet, erzeugt und dort nach einer speziellen Rezeptur hergestellt werden muss. Diese Lebensmittel sind:

  • Stromberger Pflaume: Sie ist eine sehr alte, mittelspäte Zwetschgensorte, die um 1790 aus Südfrankreich und Spanien nach Nordrhein-Westfalen mitgebracht wurde. Heute gehören etwa 15.000 Pflaumen- und Zwetschgenbäume zur Sorte der „Stromberger Pflaume g.U.“.
  • Weideochse vom Limpurger Rind: Das Limpurger Rind ist die älteste noch existierende württembergische Rinderrasse. Die Tiere sind gelb oder gelbrot und sind in der Region um Aalen, Schwäbisch Gmünd, Welzheim und Gaildorf beheimatet. Seinen Namen hat das Limpurger Rind von der Grafschaft Limpurg. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts mit Württemberg vereinigt.
  • Spalt Spalter: Bei diesem Produkt handelt es sich um Hopfen, der um das Jahr 810 das erste Mal angebaut wurde. Das Anbaugebiet reicht vom mittelfränkischen Becken bis in die Jurahöhen bei Greding in Bayern.
  • Lüneburger Heidschnucke: Die Heidschnucke ist eine alte Landschafrasse, die von den auf Sardinien und Korsika beheimateten Mufflons abstammen soll. Der Name Schnucke kommt von "Schnökern" (Naschen), weil das Schaf gerne unterschiedliche Gräser frisst: Heidekraut, Gras und Wildkräuter.
  • Diepholzer Moorschnucke: Diese Schafrasse lebt in einem Feuchtgebiet in Niedersachsen. Das Fleisch ist fettärmer und dunkler als das anderer Schafrassen.
  • Odenwälder Frühstückskäse/ Odenwälder Handkäse: Dieser Weichkäse aus dem Odenwald wird mit der Hand geformt.
  • Allgäuer Emmentaler: "Emmentaler" wurde im Emmental im Schweizer Kanton Bern schon seit dem 18. Jahrhundert hergestellt. Der Hartkäse kam vor etwas 200 Jahren ins Allgäu.
  • Allgäuer Bergkäse: Der Allgäuer Bergkäse wird vorwiegend im Oberallgäu in Höhen zwischen 900 und 1800 m hergestellt.
  • Altenburger Ziegenkäse: Dieser Weichkäse schmeckt pikant bis streng und wird aus einer Mischung von Kuh- und Ziegenmilch hergestellt.
Die Bildergalerie zeigt anhand von Beispielen, wie groß die Vielfalt der geschützten Lebensmittel ist. Eine Übersicht über alle Produkte gibt es auf dieser Landkarte des Leibnitz-Instituts für Länderkunde.
Geschützte regionale Spezialitäten

Was ist die Herkunftsbezeichnung?

Seit 1992 können Herkunftsbezeichnungen bei Agrarprodukten und Lebensmitteln, wie z.B. Nürnberger Lebkuchen oder Bayerisches Bier, EU-weit gemäß der Verordnung (EU) 1151/2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel gegen missbräuchliche Nutzung geschützt werden. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Bier nur dann als "Bayerisches Bier" verkauft werden darf, wenn festgelegte Bedingungen eingehalten und kontrolliert werden. Andere Hersteller dürfen diesen Begriff nicht verwenden und auch wörtliche und bildliche Anlehnungen, wie "Bayrisch Bier", "nach Bayerischer Art" oder die Verwendung von weiß-blauen Rauten auf dem Label sind untersagt.

Welche Herkunftsbezeichnungen gibt es?

  • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.):  Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses erfolgt in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren.
  • Geschützte geografische Angabe (g. g. A.):  enge Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet. Mindestens eine der Produktionsstufen - also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - wird im Herkunftsgebiet durchlaufen.
  • Garantiert traditionelle Spezialität (g. t. S.): traditionelle Zusammensetzung des Erzeugnisses oder traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren. jb
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