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Steuer 2016 15 Tipps für die Steuererklärung 2016

Die besten 15 Tipps für Unternehmer und ihre betrieblichen Steuern: Neuerungen beim Investitionsabzugsbetrag und Hinweise zur Vorsteuer senken die Steuerlast im Betrieb.

1. Nebenberufsselbstständige: Anlage EÜR

Betrugen die Betriebseinnahmen eines Nebenberufsselbstständigen 2016 nicht mehr als 17.500 Euro, kann er dem Finanzamt statt der Anlage EÜR für 2016 letztmals eine formlose Einnahmen-Überschussrechnung in Papierform zuschicken. Erst ab 2017 ist die elektronische Übermittlung der Anlage EÜR auch für selbstständige Handwerker mit Einnahmen bis 17.500 Euro verpflichtend.

2. Investitionsabzugsbetrag: Das ist neu

Erstmals in der Gewinnermittlung 2016 muss dem Finanzamt für geplante Investitionen, für die sie einen Investitionsabzugsbetrag geltend machen, keine Funktionsbeschreibung mehr geliefert werden. Was also in den nächsten drei Jahren gekauft wird, spielt keine Rolle mehr. Dafür erwartet das Finanzamt aber die elektronische Übermittlung der Höhe des Investitionsabzugsbetrags für Überwachungszwecke (BMF, Az.: IV C 6 – S 2139-b/07/10002-02).

3. Letzte Umsatzsteuerzahlung für 2016

Die Umsatzsteuerzahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung 2016, die Sie bis spätestens 10. Januar 2017 ans Finanzamt überwiesen haben, darf bei der Einnahmen-Überschussrechnung 2016 ausnahmsweise noch als Betriebsausgabe erfasst werden. Haben Sie am Lastschriftverfahren teilgenommen und das Finanzamt hat die Umsatzsteuer erst 16. Januar 2017 abgebucht, liegen trotzdem Betriebsausgaben des Jahres 2016 vor, wenn Ihr Konto am 10. Januar 2017 eine ausreichende Deckung für die Abbuchung ausgewiesen hat.

4. Gewerbesteueranrechnung beantragen

Sind Sie während des Jahres 2016 aus einer Personengesellschaft ausgeschieden, müssen Sie zwar noch einen Gewinnanteil versteuern. Das Finanzamt versagt Ihnen jedoch für diese gewerblichen Einkünfte häufig die Gewerbesteueranrechnung auf die Einkommensteuer. Schuld ist ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF, Az.: IV C 6 – S 2296-a/08/10002:003). Doch Sie haben das Recht, die Gewerbesteueranrechnung bis Ende 2017 zu beantragen. Die übrigen Gesellschafter müssen Ihrem Antrag zustimmen.

5. Kostendeckelung vermeiden

Haben Sie für Ihren Firmenwagen 2016 kein Fahrtenbuch geführt und die tatsächlichen Pkw-Kosten liegen unter dem Wert nach der 1-Prozent-Regelung, gilt die Kostendeckelung. Das bedeutet: Der zu versteuernde Betrag nach der 1-Prozent-Regelung darf nicht höher sein als die tatsächlichen Pkw-Kosten. Doch die Kostendeckelung, bei der sich kein Cent der Firmenwagenkosten gewinnmindernd auswirkt, kann verhindert werden. Weisen Sie nach, dass der Pkw weniger als 50 Prozent betrieblich genutzt wurde. In diesem Fall schätzt das Finanzamt den Privatanteil nicht mehr nach der 1-Prozent-Regelung. Auch wenn nur eine betriebliche Nutzung von 30 Prozent unterstellt wird, wirken sich so immerhin 30 Prozent der Firmenwagenkosten als Betriebsausgaben aus.

6. Dauerverluste im Nebenberuf: Na und?

Sind Sie Handwerker im Nebenberuf und fahren seit Jahren Verluste ein, kann es passieren, dass das Finanzamt bei Verlusten im Jahr 2016 den Hahn zudreht und die steuerlichen Verluste – auch die der Vorjahre – kippt. Denn die steuersparende Verrechnung von Verlusten mit anderen Einkünften ist nur erlaubt, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Das bedeutet: Das Finanzamt erwartet in den ersten sechs bis acht Jahren, dass insgesamt zumindest ein Euro Gewinn erzielt wird. Ist das nicht der Fall, kippen die Verluste wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht (Fachjargon: Liebhaberei). Doch ein Gerichtsurteil bestätigt, dass ein Nebenberufsselbstständiger deutlich mehr Zeit als sechs bis acht Jahre hat, um auf einen Totalgewinn zu kommen (FG Berlin-Brandenburg, Az.: 9 K 9193/15). Weisen Sie das Finanzamt im Zweifel auf dieses Urteil hin.

7. Kosten für Geburtstagsfeier

Haben Sie 2016 Ihren Geburtstag mit Kollegen und Geschäftspartnern gefeiert, dürfen Sie diese Kosten unter folgenden Voraussetzungen als gewinnmindernde Betriebsausgaben ansetzen
  • Sie haben ausschließlich Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner eingeladen.
  • Die Feier fand in den Firmenräumen während der Arbeitszeit statt.
  • Die Kosten waren eher niedrig. Besonders gute Karten für den Betriebsausgabenabzug haben Sie, wenn Sie nachweisen können, dass privat eine zweite Feier stattgefunden hat.

8. Vorsteuer I: Zuordnung zum 31. Mai 2017

Haben Sie sich 2016 privat einen Pkw gekauft und diesen nachweislich mindestens zu 10 Prozent unternehmerisch genutzt, können Sie die Erstattung der Vorsteuer aus dem Kaufpreis beantragen, müssen im Gegenzug aber für die nichtunternehmerische Nutzung Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen. Haben Sie bisher keine Vorsteuererstattung geltend gemacht, müssen Sie dem Finanzamt spätestens bis zum 31. Mai 2017 mitteilen, dass Sie diesen Pkw Ihrem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zuordnen. Das passiert entweder durch Abgabe einer Umsatzsteuerjahreserklärung 2016 mit Beantragung der Vorsteuer oder durch eine formlose schriftliche Mitteilung. Ohne Zuordnung bis zum 31. Mai 2017 ist die Vorsteuererstattung verloren.

9. Vorsteuer II: Vorsteuerpauschalierung

Ermitteln Sie Ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung und der Umsatz 2015 (also der Vorjahresumsatz) lag nicht über 61.356 Euro, dürfen Sie die Vorsteuer pauschal ermitteln. Beispiel: Sie sind Friseurin und hatten 2016 nach Belegen Vorsteuern von 1.700 Euro. Ihre Umsätze 2015 betrugen 50.000 Euro und 60.000 Euro im Jahr 2016. Nach der Anlage im Umsatzsteuergesetz zu §§ 69 und 70 UStDV dürfen Sie also in diesem Fall in der Umsatzsteuererklärung 2016 eine pauschale Vorsteuererstattung von 2.700 Euro geltend machen (60.000 Euro × 4,5 Prozent). Also immerhin ein Plus von 1.000 Euro Erstattung.

10. Risiken vorziehen

Bilanziert ein Handwerker, sollte er sich einmal die letzten Jahre vornehmen und auswerten, wie hoch die Garantiequote war. Für die bis 2016 erbrachten Leistungen, für die nach 2016 noch eine Garantieverpflichtung besteht, kann er eine gewinnmindernde Rückstellung einbuchen. Das Finanzamt möchte jedoch keine Schätzwerte sehen, sondern Rückstellungswerte, die sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit ableiten lassen.

11. Aktentasche & Co

Haben Sie 2016 zu Weihnachten oder zum Geburtstag eine Aktentasche für das Büro, einen Laptop oder ein Smartphone geschenkt bekommen, können Sie diese Gegenstände in den Betrieb einlegen und steuersparend abschreiben.

12. Zahlungen für sonstige Leistungen

Haben Sie sich von Verwandten oder Freunden 2016 ein Auto oder Tablet für betriebliche Zwecke geliehen und dafür bezahlt, können Sie dies als Betriebsausgaben verbuchen. Der Empfänger muss die Zahlungen nach § 22 EStG nur versteuern, wenn die Zahlungen im Jahr über 256 Euro lagen.

13. Kleininvestitionen

Ausgaben für Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen dürfen 2016 in voller Höhe als Betriebsausgaben verbucht werden, wenn diese netto jeweils nicht über 410 Euro lagen (GWG).

14. Reisekosten

Vergessen Sie nicht, die Verpflegungspauschalen von zwölf Euro pro Tag als Betriebsausgaben abzuziehen, wenn Sie aus betrieblichen Gründen mehr als acht Stunden pro Tag von zu Hause und Ihren betrieblichen Räumen weg waren.

15. Bewirtungskosten

Damit Bewirtungskosten für die Bewirtung von Kunden zu 70 Prozent als Betriebsausgaben abgezogen werden können, müssen Sie diese getrennt von den übrigen Betriebsausgaben erfassen und aufzeichnen.

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