Unternehmensführung -

Umfrage im Mittelstand Chefs schätzen ältere Mitarbeiter

Im Mittelstand sind heute mehr als ein Fünftel aller Mitarbeiter über 54 Jahre alt. Die Zahl dieser „Silver Worker“ wird angesichts des demografischen Wandels zunehmen. Ein guter Mix aus Jung und Alt wird deshalb immer wichtiger.

Ältere Beschäftigte werden von kleinen und mittleren Unternehmen durchaus wertgeschätzt. „Der Mittelstand zählt seine älteren Mitarbeiter nicht zum alten Eisen, sondern zum Tafelsilber“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe mit Blick auf eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels. Danach sieht die Mehrheit der befragten mittelständischen Unternehmen keine Defizite bei der Belastbarkeit älterer Mitarbeiter. Nur 17 Prozent halten ältere Mitarbeiter für weniger belastbar als jüngere Kollegen. Geschätzt werden vielmehr Zuverlässigkeit und Erfahrung.

Zuverlässigkeit und Erfahrung besonders geschätzt

So sehen 62 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen die Älteren beim Thema  Zuverlässigkeit sogar im Vorteil gegenüber ihren jüngeren Kollegen. Für 56 Prozent gilt dies auch für die Frage der beruflichen Expertise. Dagegen widersprachen nur 42 Prozent der Aussage, dass ältere Mitarbeiter wegen höherer Gehälterer und mehr Krankheitstagen höhere Personalkosten verursachten. Ein Viertel der Befragten bestätigte dagegen die Aussage.

Kleine und mittlere Unternehmen machen noch zu wenig für Ältere

Damit ältere Mitarbeiter möglichst lange gesund und produktiv bleiben, sollten Unternehmen die Arbeitsbedingungen nach Ansicht der KfW entsprechend anpassen. Dies gelte umso mehr, da ältere Mitarbeiter angesichts des demografischen Wandels zur Sicherung der Fachkräftepotenziales immer wichtiger werden. Wie die Befragung zeigt, haben allerdings nur 17 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Weitere 28 Prozent stehen in den Startlöchern. Sie wollen Arbeitsabläufe und Arbeitsbedingungen entsprechend anpassen und in Weiterbildung und Gesundheitsförderung der Mitarbeiter investieren.

Generationenübergreifendes Arbeitsklima kann Produktivität fördern

Geschickt ist, wer die Fähigkeiten von Jung und Alt gleichermaßen nutzt und kombiniert. „Die Mittelständler tun gut daran, jetzt die Weichen zu stellen für ein generationenübergreifendes Arbeitsklima und kontinuierliche Weiterbildung“, sagt Zeuner. Dann könne die Kombination aus Älteren mit wertvollem Erfahrungswissen und Jüngeren mit leichterem Zugang zu neuen Entwicklungen Synergien erzeugen und die Produktivität des Unternehmens fördern. bir

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Kommentare

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Helmut Helmbrecht

Wer es glaubt, wird seelig

Entsprechend meiner Headline sind die bzw Ihre Aussagen in der Theorie richtig. Ein guter Mix aus jung und alt beeinflusst sehr positiv den Erfolgsfaktor eines Unternehmens.
Aber wie gesagt, ist dieses reine Theorie. Ich erlebe es selbst, trotz fundierten Kenntnissen und Erfahrungen, dass Sie nur noch Schrottwert haben.
Das ist jedoch nur eine Zahl, KEIN Zustand. Das wird jedoch nicht berücksichtigt.

Ina G.

Zum schätzen der "älteren" Kollegen

Ich sehe dies genau so. Ob es allerdings an dem ist, was geschrieben steht und auch die genannten Prozentzahlen, wage ich zu bezweifeln . Ich bin derzeit hautnah am Gegenteil des Geschriebenen. Mein Partner ist seit über einem Jahr arbeitssuchend. Sein vorheriger Arbeitgeber sah sich nicht in der Lage - hierbei handelt es sich um einen der größten deutschen Energieversorger - nach 5 Jahren aus einem befristeten einen unbefristeten Vertrag zu machen. Die mittlere Führungsebene wollte gerne, wurde aber durch die höher gesetzten ausgebremst. Seit diese Zeit und natürlich auch schon vorher, werden Stellenanzeigen sondiert, Bewerbungen geschrieben und gehofft. Mittlerweilen über 70. Von diesen waren 5 Vorstellungsgespräche. Gefühlte 40 haben sich noch nicht mal die Mühe gemacht, eine Absage zu senden. Und es lag und liegt definitiv nicht am Profil, denn es werden nur Bewerbungen auf Stellenausschreibungen geschrieben, die dem Profil entsprechen, es kann auch nicht an den Zeugnissen liegen, diese sind ausgezeichnet, als erhärtet sich doch der Verdacht, dass es doch am liegt. Keiner sieht, dass man noch 12 Jahre arbeiten möchte und auch muss. In erster Linie aber möchte. Vielleicht trägt der Artikel ja dazu bei, das Interesse der Arbeitgeber wieder zu wecken. Wir geben die Hoffnung nicht auf.