Mitarbeiterengagement und Arbeitsplatzzufriedenheit Nur zwölf Prozent der Mitarbeiter hoch motiviert

Zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter – es klingt wie eine abgedroschene Floskel. Doch der Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzzufriedenheit und Mitarbeiterengagement ist erwiesen. Welche Rahmenbedingungen Einfluss haben.

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    Flexibilität am Arbeitsplatz fördert das Wohlbefinden.
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    Flexibilität am Arbeitsplatz fördert das Wohlbefinden.

Für den unternehmerischen Erfolg ist es wichtig, dass das Mitarbeiterengagement und die Arbeitsplatzzufriedenheit hoch sind. Doch darüber können sich laut des Global Reports von Steelcase und Ipsos nur wenige Arbeitgeber in Deutschland freuen. Ergebnis der Studie ist, dass in Deutschland lediglich 12 Prozent der Mitarbeiter hoch motiviert sind – weltweit sind es 13 Prozent.

Arbeitsplatzzufriedenheit bedingt Engagement

Anhand der mit 12.480 Büromitarbeitern aus 17 Ländern durchgeführten Untersuchung deckten die Forscher einen direkten Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Arbeitsplatz und dem Grad ihres Engagements auf. Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeitsumgebung sehr zufrieden sind, zeigen sich sehr engagiert. Umgekehrt erweisen sich mit ihrer Arbeitsumgebung sehr unzufriedene Beschäftigte als am wenigsten engagiert.

Wenig Raum für Rückzugsmöglichkeiten in Deutschland

„Das Engagement am Arbeitsplatz zu steigern ist eine wichtige, aber schwierige und komplexe Aufgabe. Sehr interessant war für mich die Erkenntnis, dass diejenigen Mitarbeiter, die die Kontrolle darüber haben, wie und wo sie arbeiten, am engagiertesten sind. Dazu zählt insbesondere die Möglichkeit, sich ungestört zurückzuziehen und die Arbeitsumgebung je nach anstehender Aufgabe frei wählen zu können“, erklärt Stephan Derr, Vorstand von Steelcase.

Sowohl seitens des Unternehmens als auch durch das Raumangebot wird diese Freiheit am Arbeitsplatz gefördert. Dadurch fällt es den Mitarbeitern leichter, sich zu konzentrieren oder ohne störende Unterbrechungen in Teams zusammenzuarbeiten. Deutsche Studienteilnehmer geben an, über weniger Rückzugsbereiche zu verfügen als der globale Durchschnitt zum Beispiel können sich nur 44 Prozent für konzentriertes Arbeiten zurückziehen – im Gegensatz zu 53 Prozent weltweit.

Fest installierte Techniklösungen überwiegen

Trotz der weltweit großen Verbreitung mobiler Geräte im privaten Bereich sind 80 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland mit Desktop-PCs und 94 Prozent mit Festnetztelefonen ausgestattet. Dies könnte auf die Art der geleisteten Arbeit zurückzuführen sein, aber auch die Herausforderung widerspiegeln, mit den sich ständig wandelnden Technologien Schritt zu halten.

Festinstallierte Techniklösungen beeinflussen die Mobilität der Mitarbeiter innerhalb und außerhalb des Büros. Es hindert sie daran, das ganze Potenzial vielfältiger Räume auszuschöpfen.

Traditionelle Arbeitsweisen haben Bestand

Die Medien und die Alltagskultur haben in der Öffentlichkeit das Bild geprägt, dass sich der Arbeitsplatz in den letzten zehn Jahren verändert hat und dass Arbeitsumgebungen offen, informell und teamorientiert sind. Jedoch arbeiten die meisten Mitarbeiter weltweit noch in einem traditionellen Büroumfeld, in dem Hierarchien und Einzelarbeit am Schreibtisch nach wie vor an der Tagesordnung sind. Hierbei gibt es teils große Unterschiede zwischen den Ländern. In Großbritannien zum Beispiel sind mit 49 Prozent fast die Hälfte aller Büros offen gestaltet, während dies in Deutschland nur bei 19 Prozent der Fall ist.

Kultureller Kontext beeinflusst das Engagement

Die engagiertesten Mitarbeiter kommen häufig aus aufstrebenden Schwellenländern, während die am wenigsten engagierten Studienteilnehmer aus etablierten Märkten stammen. In Frankreich zum Beispiel ist der Anteil sehr engagierter und sehr zufriedener Mitarbeiter mit 5 Prozent besonders gering, in Indien dagegen mit 28 Prozent sehr hoch. Deutschland liegt mit 12 Prozent im Durchschnitt.

Die Analyse der Studienergebnisse ergab spezifische Muster, aus denen hervorgeht, dass das Herkunftsland der Befragten, die dortige Kultur und die daraus resultierenden Erwartungen Einfluss auf den Engagement- und Zufriedenheitsgrad am Arbeitsplatz nehmen. Zwar gibt es dabei auch Ausnahmen, aber es wird deutlich, dass der kulturelle Kontext die Wahrnehmung und die Verhaltensweisen der Mitarbeiter in Bezug auf ihren Arbeitgeber und ihre Arbeitsumgebung beeinflusst.

„Der Steelcase Global Report bestätigt unsere Überzeugung, dass die Arbeitsumgebung nicht nur die Produktivität, sondern auch die Verhaltensweisen und Ansichten der Menschen beeinflusst“, betont Christine Congdon, Direktorin der Forschungskommunikation bei Steelcase und ergänzt: „Die Studie zeigt, dass der Arbeitsplatz Teil einer ganzheitlichen Strategie zur Steigerung des Mitarbeiterengagements sein muss.“ dhz