Krane, Bagger, Muldenkipper, Minenfräsen und vieles mehr - die "Bauma" (15. bis 21. April) ist dafür die weltgrößte Fachmesse und übertrifft sich jedes Mal an Größe. Groß sind vor allem die vielen Neuheiten und Weltpremieren. Zwei der Kernthemen sind Energieeffizienz und Ergonomie.

Alles wird grün - auch die "Bauma". "Green Technology" ist das Schlagwort der Stunde in vielen Branchen. Mehr Energieeffizienz und das Einsparen von Kraftstoff gehören zu den Trends der diesjährigen Weltfachmesse für Baumaschinen. Praktisch in allen Produktsegmenten werden vom 15. bis 21. April in München neue, "grüne" Lösungen zu sehen sein. Nicht ganz freiwillig: Die Emissionsvorschriften der Politik werden immer schärfer.
Ein zweiter Trend der Messe: Ergonomie. Für Arbeiter, die mehr Zeit mit ihrem Arbeitsgerät verbringen als sonstwo, ist Ergonomie essenziell. Auch dafür haben die Branchen zahlreiche Neuerungen parat.
Spritsparen und Emissionen reduzieren
Und die "Bauma" wird immer größer: Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, ist die Ausstellungsfläche im Vergleich zur letzten Messe vor drei Jahren nochmals um 15.000 auf gigantische 570.000 Quadratmeter erweitert worden. Es wird die größte "Bauma" aller Zeiten. In den sieben Tagen werden mehr als 450.000 Besucher aus aller Welt und rund 3.300 Aussteller in München erwartet. Und die haben viel zu zeigen.
Zum ersten Mal werden die Messebesucher den neuen Hybridbagger (Cat 336E H) des US-Konzerns Caterpillar zu sehen bekommen. "Statt die kinetische Energie beim Abbremsen des Oberwagens zu vernichten, wird sie in einen Druckspeicher geleitet und dann zum erneuten Drehen des Oberwagens genutzt", heißt es bei Caterpillar. Der Lohn der Entwicklermühen sei ein rund 25 Prozent niedrigerer Spritverbrauch.
Seite 2: Umweltschonende Motorentechnologie dominiert auf der Bauma.>>>
Auch die Motoren selbst werden umweltschonender. Der britische Baumaschinen-Produzent JCB stellt erstmals seine Ecomax-Motoren für Bagger oder Radlader vor. Sie erfüllen die strenge Emissionsgesetzgebung der Stufe IIIB und Tier 4 Interim, ohne auf Dieselpartikelfilter oder Abgasnachbehandlung zurückzugreifen. JCB will damit eine neue Motorentechnologie etablieren, die sauberere und effiziente Verbrennung erlaubt.
BaumaEine Hybridlösung für "Heavy-Duty-Anwendungen" ist der Hydroseilbagger HS 8300 HD des deutschen Unternehmens Liebherr. Die über 350 Tonnen schwere Weltneuheit ist mit einem leistungsstarken und umweltfreundlichen Hybridantrieb auf Hydraulikbasis ausgestattet. Nach Herstellerangaben erhöht das Speichern und anschließende Reaktivieren überschüssiger Energie zum einen die Umschlagleistung, zum anderen verringert es den Spritverbrauch erheblich.
Höhere Wirtschaftlichkeit
Innovationen sollen nicht nur mehr Umweltschutz garantieren. Vielen Kunden ist auch eine höhere Wirtschaftlichkeit, eine bessere Ergonomie oder mehr Lärmschutz wichtig.
BaumaEine der großen Innovationstreiberinnen der Baumaschinenhersteller ist die Verbesserung von Bedienkomfort und Ergonomie. So bringt Atlas Copco den mit 9,5 Kilogramm sehr leichten vibrationsgedämpften Spitzhammer auf den Markt. Der Schlagmechanismus des Geräts ist schwimmend im Gehäuse gelagert. Damit werden die auf die Hände und Arme des Bedieners übertragenen Vibrationen deutlich reduziert. Hinzu kommt eine wirkungsvolle Schalldämpfung.
Seite 3: Neben modernster Technik steht der Mensch im Mittelpunkt.>>>
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und immer mehr älteren Arbeitskräften bekommt Ergonomie eine zunehmend wichtige Bedeutung.
Auch beim neuen Schreit-Mobilbagger von Kaiser steht der Mensch im Mittelpunkt. Dieser Maschinentyp ist gemacht für Einsätze in unzugänglichem Gelände. Neben der ergonomischen Anordnung der umfangreichen Funktionen sorgen neue Joysticks für eine einfache Bedienung der vielen hydraulischen Verstellmöglichkeiten sowie der unterschiedlichen Anbaugeräte. Der neue Schreit-Mobilbagger ist einer der Nominierten für den diesjährigen "Bauma Innovationspreis" in der Kategorie Design.
Im Bergbau und in der Mine
Gerüstet für die "Bauma" sind auch die Bergbaumaschinen-Konzerne. Bergmann Maschinenbau, Hersteller von Rad-Dumpern und Untertage-Dumpern, startet den Eintritt in den Ketten-Dumper-Markt: Der neue 4010 erreicht mit seiner 6,3 m³ fassende Mulde bei einer Nutzlast von 10.000 Kilogramm einen Bodendruck von nur 0,45 kg/cm². Damit erfüllt er zuverlässig die Anforderungen für Einsätze in nassen, sumpfigen Gebieten, im Pipelinebau oder in der Gewinnung und im Moor.
BaumaDaimler hat zwei neue Stars dabei: den Bau-Lkw Arocs und den für das mittelschwere Segment entwickelten neuen Atego. Der Arocs ist ein - speziell für den Bau entwickelter schwerer - Lkw mit bis zu 41 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. "Mit seinen durchzugsstarken, hochbelastbaren BlueEfficiency-Power-Motoren von 238 PS bis 625 PS und seiner robusten Fahrwerks-, Federungs- und Rahmenkonstruktion zeichnet er sich durch eine besonders hohe Belastbarkeit aus", so Daimler.
Das gilt in gleicher Form auch für den ebenfalls neuen Atego für das leichte und mittelschwere Gewichtssegment. Daimler: "42 Grundbaumuster ab Werk, vier Fahrerhäuser in drei Längen, eine Vielzahl unterschiedlicher Radstände sowie neu entwickelte BlueEfficiency-Power-Motoren in Euro VI mit vier und sechs Zylindern von 156 PS bis 299 PS – das sind die Eckdaten des neuen Atego-Programms."
Die Bergbauunternehmen suchen seit Jahren einen Weg, um die teuren Reifen ihrer Muldenkipper vor Schäden an der Flanke zu schützen. Wegen langer Fahrwege, hohem Gewicht und gestiegenen Benzinkosten sind Reifenschutzketten, die gut auf Radladern, Bulldozern und Planiermaschinen arbeiten, oft nicht rentabel für Muldenkipper. Dieses Problem hat Erlau jetzt mit dem Flankenschutz Sideflex gelöst. Im Einsatz wird das Geröll durch die Schutzelemente an den Reifenflanken abgelenkt. Andernfalls könnte die Seitenwand des Reifens beschädigt oder durchstoßen, das Rad unbrauchbar und das Gefährt bewegungsunfähig werden.
Seite 4: Altbekannte Konzerne stellen Hybridtechnik auf der Messe aus.>>>
GHH Fahrzeuge legt einen Schwerpunkt ihrer Präsentation auf den besonders niedrigen Fahrlader SLP-14 mit 14 Tonnen Nutzlast. Das Efficient Drive System (EDS) genannte Antriebskonzept kombiniert einen hydrostatischen Antrieb mit einer mechanischen Kraftübertragung auf Achsen und Rädern, um den Anforderungen des Bergbaus gerecht zu werden. Der mit einem aufwändigen Abgasaufbereitungssystem ausgestattete Dieselmotor wird mit einem hydraulischen Bremshybriden zur Rückgewinnung der Bremsenergie ergänzt.
Scania bietet ein umfassendes Spektrum von Lösungen für global tätige Bergbauunternehmen an - Systeme und Fahrzeuge, die für die Produktionsketten dieser Unternehmen wichtige Bindeglieder darstellen. Besonders der Bergbau erfordere einen maßgeschneiderten Ansatz, bei dem Scania zusammen mit den Bergbautreibenden optimale Lösungen entwickle. Hierzu gehören nicht nur spezielle Fahrzeuge für den Berg- und Tunnelbau, sondern auch Busse zur Beförderung der Mannschaften, Motoren für den Antrieb von schwerem Gerät sowie Generatoren und mobile Werkstätten in Containermodulen für Wartung und Reparatur am Ort.
ste Auto BaggerLiebherr als Platzhirsch
An Größe ist der Stand des Liebherr -Konzerns kaum zu überbieten. Auf mehr als 14.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zeigt der Hersteller dieses Jahr wieder viele Produktneuheiten und Weiterentwicklungen aus allen Bereichen des Baumaschinen- und Mining-Programms. Der riesige Liebherr-Stand im Freigelände (Stand 809-813) war schon 2010 zentraler Anlaufpunkt der Münchner Weltmesse. Mit dem Aufbau des "Stands" wurde bereits im November 2012 wieder begonnen. Fast 100 Mitarbeiter werden während der Messe da sein.
Seite 5: Weltpremiere für Liebherr-Exponate.>>>
Die Exponate-Liste im Freigelände: acht Turmdrehkrane, zwei Mobilbaukrane, zehn Fahrzeugkrane, vier Raupenkrane, drei Hydroseilbagger, ein Großdrehbohrgerät, drei Mobilbagger, sieben Raupenbagger, acht Radlader, drei Planier- und Laderaupen, je einen Rohrleger und Teleskoplader, sechs Exponate des Betontechnikprogramms, zwei Materialumschlagmaschinen sowie je einen knickgelenkten Muldenkipper, Großmuldenkipper und Miningbagger.
Auch Liebherr-Weltpremieren gibt es: Die Unternehmenssparte aus Ehingen präsentiert erstmals das künftige Flaggschiff der Kranbaureihe EC-H. Der neu konstruierte "1000 EC-H" bietet in der in München ausgestellten 40-Tonnen-Ausführung bei 80 Meter Ausladung eine maximale Traglast von 11.500 Kilogramm an der Spitze. Als größter Serienkran von Liebherr wird der 1000 EC-H für anspruchsvolle Einsätze wie Dammbaustellen, Kraftwerks- und Industriebauten, Brückenbaustellen oder auch in Schiffswerften gebraucht.
Weitere Weltpremiere von Liebherr: die Dieselmotoren der Stufe IV / Tier 4f. Liebherr zeigt sie auf seinem Komponentenstand 115 in Halle A4. "Wesentlicher Bestandteil der neuen Motorengeneration ist das neue Abgasnachbehandlungssystem", heißt es bei Liebherr. Das Unternehmen setzt dabei voll auf die selektive katalytische Reduktion, die so genannte SCR-Technologie, die zur Reduzierung von Stickoxiden beiträgt. dhz



