Angesichts der demografischen Entwicklung will das SHK-Handwerk die Anzahl der pro Jahr altersgerecht sanierten Bäder noch steigern. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) setzt dafür auf Zuschüsse, Beratungskompetenz und bessere Zusammenarbeit der Beteiligten.

Der ZVSHK spricht von zigtausend Wohnungen, die in den nächsten Jahren altersgerecht umgebaut werden müssten. Allein im Jahr 2012 hätten die 30.000 SHK-Betriebe in Deutschland rund 160.000 Bäder altersgerecht saniert. Nach Berechnungen des Bundesbauministeriums müssen mehr als 175.000 Wohnungen barrierefrei gemacht werden, um bis zum Jahr 2030 drei Millionen Wohnungen zusätzlich zu bekommen.
Zuschüsse kommen besser an
Unklar sei bisher, so der Verband, wie "diese Kraftanstrengung" jährlich zu meistern sei – vor allen Dingen, wenn nicht genug Geld zur Verfügung steht. Im Mittelpunkt eines Symposiums in Berlin stand deshalb unter anderem die Frage, ob es wieder finanzielle Unterstützung und zinsgünstige Kredite für den Umbau geben werde. Eingeladen waren neben den Handwerkern Architekten, Hersteller aus der Sanitärindustrie, die Wohnungswirtschaft, Immobilienverwalter, die KfW und Mitglieder des deutschen Bundestages.
Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer beim ZVSHK ist zuversichtlich: "Die Gespräche mit den Vertretern der Bundestagsfraktionen lassen uns hoffen, das die Zuschussvariante 'Altersgerecht Umbauen' in der nächsten Wahlperiode wieder aufgesetzt wird." In der Vergangenheit sei diese Art der Unterstützung sehr gut angekommen. Die Finanzierungsprogramme, die die KfW derzeit anbiete, könne zwar jedermann in Anspruch nehmen. Für Senioren seien sie jedoch oft nutzlos, da diese aufgrund ihres Alters keine Kredite mehr bekämen.
Seite 2: Warum Beratungskompetenz so wichtig ist
Als ebenfalls entscheidenden Faktor für den Fortschritt der Badsanierung sieht die Branche ihre eigene Beratungskompetenz. Da der Sanitärhandwerker erster Ansprechpartner für eine energetische Sanierung sei, müsse dieser den Investoren und Hausbesitzern deutlich machen, warum parallel zur energetischen Sanierung auch eine Badsanierung sinnvoll ist. Noch mobile ältere Menschen machten sich eher wenig Gedanken über Barrierefreiheit.
Architekt und Sanitär-Fachleute: Mehr voneinander lernen
Bei Sanierungen großer Wohnanlagen seien dagegen andere Kompetenzen gefragt. Für Bauherren und die Wohnungswirtschaft sei dann nämlich der Architekt der erste Ansprechpartner. Die Baumaßnahmen würden zwar von Sanitärprofis umgesetzt, doch diese würden oft gar nicht oder erst spät in die Planung eingebunden. SHK-Betriebe und Architekten könnten jedoch viele besser machen, wenn sie mehr von- und miteinander lernen würden. fm