In der Nacht zum Sonntag, dem 26. Oktober 2025, ist es wieder so weit: Die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt. Aber sollte die Zeitumstellung nicht längst abgeschafft sein? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Die Zeitumstellung sollte eigentlich abgeschafft werden – dafür hatte das EU-Parlament gestimmt. 2021 sollten demnach ein letztes Mal die Uhren in Mitteleuropa umgestellt werden. Mit seiner Zustimmung folgte das Parlament einer Empfehlung des zuständigen EU-Verkehrsausschusses. Für die tatsächliche Abschaffung muss allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedsstaaten erzielt werden. Bis jetzt kam es jedoch noch zu keiner Einigung. Bevor es so weit ist, gibt es hier nochmal alles wichtigen Fragen und Antworten rund um das Thema Zeitumstellung.
1. Seit wann gibt es die Zeitumstellung? Und warum?
Um Rohstoffe zu sparen, wurde die Sommerzeit in Deutschland erstmals während des Ersten Weltkrieges eingeführt, damals allerdings noch in anderen Intervallen. In der Zwischenkriegszeit und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Umstellung wieder abgeschafft. Erst 1980 wurde, wie in vielen anderen europäischen Ländern, infolge der Ölkrise und aus energiepolitischen Gründen der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit wieder eingeführt. Das Jahr 1996 markiert den bisherigen Schlusspunkt in der Geschichte der Zeitumstellung, denn damals wurden alle Sommerzeiten in Europa vereinheitlicht. Seitdem wird die Uhr im März vor- und im Oktober zurückgestellt.
2. Was bedeutet "Winterzeit"?
Eine "Winterzeit" im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Denn was im Volksmund als "Winterzeit" bezeichnet wird, ist eigentlich die in Deutschland geltende Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Wenn wir also im Oktober die Uhr wieder um eine Stunde zurückstellen, gilt einfach wieder die Normalzeit, die MEZ. Diese galt in Deutschland bis zur Einführung der Sommerzeit 1980 als einzige Zeit.
3. Wie merke ich mir, wie ich die Uhr umstellen muss?
Im März wird die Uhr vorgestellt, im Oktober zurück. Eigentlich ganz einfach – aber wie kann ich mir das problemlos merken? Dafür gibt es einige hilfreiche Eselsbrücken:
4. Wann wird 2025 von Sommer- auf Winterzeit umgestellt?
Am letzten Sonntag im Oktober endet die Sommerzeit. Dann gilt in Deutschland sowie in den meisten europäischen Ländern wieder die Mitteleuropäische, also die Winterzeit. In der Nacht zum Sonntag, dem 26. Oktober, müssen die Uhren von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt werden.
5. Welche Vorteile bringt die Zeitumstellung?
Das zweimalige Umstellen der Uhr kann nerven – ja. Aber es hat auch seine Vorteile. Durch die Stunde, die im März vorgestellt wird, bleibt es im Sommer abends länger hell und der Tag hat mehr Sonnenstunden. Diese extra Stunde lässt sich beispielsweise gut für Grillabende nach dem Feierabend nutzen. Und auch die "Winterzeit" hat einen positiven Effekt. Sie lässt die Sonne morgens früher aufgehen. Bei einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit würde die Sonne morgens erst um halb zehn aufgehen.
6. Welche Nachteile bringt die Zeitumstellung?
Die Zeitumstellung führt zu Schlafproblemen, Depressionen und mehr Verkehrsunfällen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK vom Herbst 2018 würden 80 Prozent der Befragten eine Abschaffung der Zeitumstellung begrüßen. Denn viele Menschen klagen über körperliche und psychische Beschwerden durch den Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit. Der Umfrage zufolge ist das mehr als jeder Vierte. Die meisten Betroffenen – 79 Prozent – würden vor allem unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit leiden. Aber auch Konzentrationsschwäche, Gereiztheit und sogar depressive Verstimmungen wurden genannt. Das liegt daran, dass der menschliche Körper zwischen vier und 14 Tagen braucht, um seinen gewohnten Schlafrhythmus an die neuen Bedingungen anzupassen.
In den vergangenen Jahren hatte es eine Reihe von Studien zu Folgen der halbjährlichen Zeitumstellung gegeben, etwa zu mehr Verkehrsunfällen in den Tagen danach und Gesundheitsproblemen wie zeitweisen Schlafstörungen und kurz erhöhten Herzinfarkt-Raten. Der größte Nachteil der Zeitumstellung seien solche mit den Übergangszeiten verbundenen Probleme, sagen auch die spanischen Forscher. Eine wirklich relevante Gefahr sei aber nicht zu erkennen. Der kurzfristige leichte Anstieg des Risikos für Unfälle oder Herzinfarkte zum Beispiel sei gering verglichen mit dem Einfluss zahlreicher anderer Faktoren.
Vielfach sei zudem die Methodik solcher Studien fraglich, schreibt das Forscher-Duo. Stellungnahmen und Analysen etwa von Chronobiologen oder Schlafmedizinern seien oft ausschließlich auf Nachteile fixiert und ignorierten die heute oft vergessenen positiven Aspekte eines näher am Sonnenaufgang liegenden Arbeitsbeginns. Die Risiko-Nutzen-Bilanz werde verzerrt dargestellt.
7. Spart die Zeitumstellung tatsächlich Energie?
Die Sommerzeit wurde in den 1980er Jahren eingeführt, um Energie zu sparen. Während die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich dazu führt, dass abends seltener das Licht eingeschaltet wird, wird im Frühjahr und Herbst jedoch morgens mehr geheizt. Auch Daten, die vom EU-Parlament erhoben wurden, zeigen, dass nur relativ wenig Energie eingespart wird. Und auch das Umweltbundesamt stellt fest: Die Zeitumstellung spart unter dem Strich kaum Energie. So beziffert eine Studie des Büros für Technik-Abschätzung (TAB) aus dem Jahr 2016 das Einsparpotenzial ohne Berücksichtigung des Heizkostenausgleichs auf 0,21 Prozent gemessen am gesamten Jahresstromverbrauch der Bundesrepublik.
8. Was würde es bedeuten, wenn es nur noch eine geregelte Zeit gäbe?
Die europäischen Länder müssten sich zwischen Winter- und Sommerzeit entscheiden. Aber was bedeutet es, wenn es nur noch eine einheitliche Zeit gibt?
Eine dauerhafte Sommerzeit in Deutschland würde bedeuten, dass die Uhrzeiger im Oktober nicht um eine Stunde zurückgestellt werden. Im Sommer gäbe es dann wie bisher lange, helle Sommerabende. Im Winter wäre es abends entsprechend länger hell. Die Sonne würde aber deutlich später aufgehen.
Eine dauerhafte Winterzeit oder Normalzeit MEZ würde zu kürzeren Sommerabenden führen. So würde der Sonnenuntergang im Sommer spätestens gegen neun Uhr beginnen. Morgens hingegen würde die Sonne bereits um vier Uhr aufgehen. Mit Inhalten der dpa

