IAB-Studie Wochenarbeitszeit wieder auf Vorkrisenniveau

Nach vier Jahren hat die Wochenarbeitszeit in Deutschland erstmals wieder das Niveau vor der Finanzkrise 2008 erreicht. Weniger Krankheitstage als im Vorjahr wirken sich positiv auf das Arbeitsvolumen aus.

Im zweiten Quartal 2012 hat die Wochenarbeitszeit erstmals wieder das Niveau von vor der Finanzkrise erreicht. Das gab das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bekannt. Die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer arbeiteten durchschnittlich 38,22 Wochenstunden und damit genauso viel wie im Jahr 2008.

Zahl der Wochenstunden sinkt

Bezogen auf alle Erwerbstätigen sank im zweiten Quartal dagegen die Zahl der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 0,3 Prozent auf 331,8 Stunden. Als Grund dafür nannten die IAB-Autorinnen Ines Zapf und Jennifer Vallé, dass feiertagsbedingt von April bis Juni 2012 ein Arbeitstag weniger ausgefallen sei. Eher das Gegenteil, oder?

Im zweiten Quartal 2012 waren rund 500.000 Menschen mehr erwerbstätig als im Vorjahreszeitraum, deshalb stieg das Arbeitsvolumen trotz Rückgang der Arbeitszeit um 0,9 Prozent auf 13,8 Milliarden Stunden.

Guthaben auf Arbeitszeitkonten sinkt

Die Beschäftigten machten im zweiten Quartal 2012 weniger bezahlte Überstunden, deshalb sank das Guthaben auf Arbeitszeitkonten. Außerdem waren die Beschäftigten seltener krank als im Vorjahreszeitraum. Der Krankenstand sank auf 3,37 Prozent aller Arbeitnehmer. Das wirkte sich laut IAB „positiv auf das Arbeitsvolumen“ aus.

Die Zahl der Kurzarbeiter sank nach IAB-Angaben im Durchschnitt des zweiten Quartals auf rund 100.000. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es noch 121.000. dapd/aml