Sinkende Exporte und konjunktureller Einbruch der deutschen Industrie im letzten Quartal 2012: Die fünf Wirtschaftsweisen korrigieren ihre Prognose. Für das laufende Jahr rechnen sie mit einer minimalen Steigerung des Wirtschaftswachstums um 0,3 Prozent. Auch andere Institute teilen diese Meinung.

Unter dem Eindruck der Datenlage hat der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose für 2013 nach unten korrigiert. Der Grund für die Absenkung um 0,5 Prozentpunkte: ein deutlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im 4. Quartal 2012. Bei der vorherigen Prognose konnte dies laut Sachverständigenrat nicht berücksichtigt werden.
Durch den konjunkturellen Einbruch ist die Volkswirtschaft Deutschlands mit weniger Schwung ins neue Jahr gestartet. Auch die schwache Auftragslage in der Industrie und die mangelnde Investitionsbereitschaft, die bis Mitte 2013 anhalten soll, tragen zu der Prognose bei. Positive Wachstumsimpulse dürften dagegen nur aus dem Inland kommen. Allerdings dürfte angesichts der stabilen Arbeitsmarktlage der Konsum hierzulande deutlich steigen.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert eine langsamere Wirtschaftsentwicklung als bisher angenommen und korrigierte sich ebenfalls. "Wir werden unsere bisherige Prognose ein bisschen runterschrauben müssen", so DIW-Präsident Marcel Fratzscher gegenüber der "Bild-Zeitung".
Im Vergleich zum Sachverständigenrat fällt die Prognose des DIW mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 bis 0,8 Prozent etwas höher aus. dhz