Gesund durch den Winter Winterbaustelle: Fünf Tipps, mit denen Sie einer Erkältung vorbeugen

Wo sich andere ins warme Büro flüchten, trotzen Bauarbeiter wacker den Minusgraden. Um trotz Schmuddelwetter nicht krank zu werden, haben wir fünf Tipps für die Winterbaustelle zusammengestellt, mit denen Handwerker einer Erkältung vorbeugen können.

Gesund durch den Winter: Wie Handwerker einer Erkältung vorbeugen können. - © Martina Berg - stock.adobe.com

Es ist kalt, es ist nass – dennoch verrichten Bauarbeiter vielerorts unbeirrt ihre Arbeit. Möglich machen es moderne Techniken und Baustoffe. Sie sorgen dafür, dass die Arbeit auf Baustellen inzwischen auch bei Minusgraden nicht mehr ruhen muss.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das eine gute Sache. Die Arbeit bei Wind und Wetter zieht allerdings auch Nachteile nach sich. Neben der Unfallgefahr ist auch das Risiko zu erkranken deutlich höher. Arbeitern auf Winterbaustellen drohen hartnäckige Erkältungen und chronische Krankheiten der Atemwege.

Das muss nicht sein: Wer folgende Tipps beherzigt, hat gute Chancen einer Erkältung in diesem Jahr erfolgreich aus dem Weg zu gehen.

1. Erkältung vorbeugen mit der richtigen Kleidung

Es ist eine der ältesten Regeln und wird dennoch oft vergessen oder vernachlässigt. Die richtige Kleidung ist auf Winterbaustellen das A und O. Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern eine persönliche Schutzausrüstung bereitstellen, die für die Arbeit bei Minusgraden geeignet ist. Eine wintertaugliche Wetterschutzkleidung von Kopf bis Fuß ist notwendig.

Für die Arbeit auf der Winterbaustelle sind Schuhe mit rutschfester Sohle unabdingbar. Das Schuhwerk sollte dabei nicht zu eng am Fuß anliegen, damit auch dickere Socken darunter Platz finden. Für Handwerker auf Winterbaustellen empfehlen sich vor allem Strümpfe mit hohem Schaft, da diese mehr Hautfläche abdecken und somit besser isolieren.

Mit dem altbekannten Zwiebellook können Bauarbeiter einer Erkältung vorbeugen. Wäsche aus Fleece bietet den Vorteil, dass sie sowohl Feuchtigkeit aufnimmt als auch wärmt. Im Idealfall besitzt die Unterbekleidung einen hochschließenden Kragen. Für die Schicht darüber empfiehlt sich eine wasser- und winddichte Jacke, beispielsweise aus Mikrofasern. Dasselbe gilt für die Hose. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben.

Abgerundet wird das wintertaugliche Outfit für die Baustelle durch Winterschutzhandschuhe und Kälteschutz für den Kopf. Je nachdem ob Helmpflicht auf der Baustelle besteht kann hierfür eine Wintermütze oder ein Kälte-Bauhelm mit spezieller Styroporschale gewählt werden. Viele Hersteller bieten auch Wintermützen zum Unterziehen als Ergänzung zu ihren Helmen an.

Mitarbeiter sind im Übrigen dazu verpflichtet, die ihnen zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung zu tragen. Sobald die Kleidung nass ist, sollte sie unbedingt gewechselt werden.

2. Die richtige Ernährung hilft beim Erkältung vorbeugen

Im Winter sind Handwerker nicht nur schwerer körperlicher Arbeit sondern auch kalten Temperaturen und Nässe ausgesetzt. Mit der richtigen Ernährung kann das Immunsystem gestärkt, die Arbeitsleistung gesteigert und das Wohlbefinden verbessert werden.

Doch wie ernährt man sich überhaupt gesund? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat hierfür zehn Regeln aufgestellt. Mit diesen Ernährungstipps können Bauarbeiter einer Erkältung vorbeugen:

  1. Essen Sie abwechslungsreich und überwiegend pflanzlich
  2. Essen Sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag
  3. Wählen Sie bei Getreideprodukten bevorzugt Vollkorn
  4. Essen Sie maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche, dazu ein- bis zweimal pro Woche Fisch
  5. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie Rapsöl und daraus hergestellte Streichfette
  6. Gehen Sie mit Zucker und Salz sparsam um
  7. Trinken Sie viel Wasser oder ungesüßten Tee
  8. Bereiten Sie Lebensmittel schonend zu (wenig Wasser, wenig Fett, nur so lange garen wie nötig)
  9. Nehmen Sie sich Zeit für Mahlzeiten und schlingen sie nicht
  10. Treiben Sie regelmäßig Sport und bleiben aktiv

Entgegen der weit verbreiteten Vermutung schützt die zusätzliche Einnahme von Vitamin C übrigens nicht vor Erkältungen.

3. Ausreichend Schlaf schützt vor Erkältung

Neben einer ausgewogenen Ernährung spielt auch der Schlaf eine wichtige Rolle, um den Körper für kalte Arbeitstage auf der Baustelle zu rüsten. Mindestens sieben Stunden Schlaf sollten Bauarbeiter ihrem Körper gönnen. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf kann das Abwehrsystem stärken und somit einer Erkältung vorbeugen.

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    Wenn das bunt gefärbte Laub unter den Füßen raschelt, schweben Herbstliebhaber auf Wolke 7. Die Blätterpracht birgt allerdings auch Gefahren. Denn: Sobald das Laub nass wird, verwandelt sich das Herbstambiente in ein Unfallrisiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Gerade auf mit Laub bedeckten Treppen besteht für Arbeiter erhöhte Rutschgefahr. Dasselbe gilt für Eingangsbereiche, in die der Wind nasses Laub hineingetragen hat. Betriebsinhaber sollten daher versuchen, sowohl Betriebsgelände als auch angrenzende Wege so gut wie möglich vom Laub zu befreien.
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    Sobald die Temperaturen unter 0 Grad wandern, wird der Weg zur Arbeit eine Rutschpartie. Glatteis macht nicht nur Autofahrern sondern auch Fußgängern zu schaffen. Das gilt auch für Wege auf der Arbeit. Viele Unfälle im Herbst und Winter ereignen sich bereits auf dem Firmenparkplatz. Pfützen, die sich in Löchern und Kuhlen gebildet haben, gefrieren über Nacht zu Eis und verwandeln sich so zu einer potenziellen Unfallstelle. Gerade auf Schotterparkplätzen sollten Betriebsinhaber daher versuchen, Löcher zuzuschütten und den Untergrund möglichst eben zu halten.
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    Wer auf dem Weg zur Arbeit durch Regen oder Schnee stapft, trägt Matsch und Feuchtigkeit häufig auch mit ins Büro. Hier lauert im Herbst und Winter eine weitere Unfallgefahr. Denn durch das nasse Schuhwerk bilden sich Pfützen im Gebäude, die vor allem auf Treppen und glatten Böden zum Ausrutschen einladen. Schuhe sollten daher vor Betreten des Gebäudes immer ausreichend abgestreift und -geklopft werden. Gegebenenfalls sollten Mitarbeiter ihre Schuhe auch vor Ort wechseln. Betriebsinhaber sollten dafür sorgen, dass an allen Eingängen große Fußabtreter liegen.
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    Wer im Winter draußen arbeitet, ist erhöhter Unfallgefahr ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist bei Arbeiten auf dem Gerüst geboten. Die glatten Bodenplatten verwandeln sich bei Schnee und Regen schnell zu einem rutschigen Untergrund. Arbeiter sollten sich daher äußerst vorsichtig bewegen und zusätzlich sichern. Zudem sollte auf rutschfestes Schuhwerk und passende Schutzausrüstung geachtet werden. Gerüste, Laufstege und Treppen müssen geräumt und gestreut und sichere Verkehrswege sollten nicht verlassen werden.
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    Der Winter wird nicht umsonst die dunkle Jahreszeit genannt. Eine ausreichende Beleuchtung auf dem Betriebsgelände sowie auf der Baustelle ist daher unerlässlich. Stolperfallen oder rutschige Stellen können ansonsten leicht übersehen werden und zu Unfällen führen. Verkehrswege müssen blendfrei mit mindestens 20 Lux ausgeleuchtet werden. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich. Vorhandene Lampen können im Winter schnell einmal verschmutzt oder von Schnee bedeckt sein. Chefs und Mitarbeiter sollten die Leuchtquellen daher regelmäßig prüfen und gegebenenfalls säubern. Steht morgens und abends kein Tageslicht zur Verfügung, ist zudem eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindestens 1 Lux erforderlich.
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    Wer die falschen Schuhe trägt, setzt sich einem erhöhten Unfallrisiko aus. Das richtige Schuhwerk kann hingegen Unfälle auf der Arbeit vorbeugen. Gerade im Herbst und Winter ist der Untergrund vielerorts rutschig. Der Chef ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen den Anforderungen entsprechenden Fußschutz mit rutschfester Sohle bereitzustellen. Je nach Schuhwerk kann sogar die Unfallgefahr durch Umknicken reduziert werden.
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    Keine Unfall-, dafür aber die häufigste Krankheitsursache bei Arbeiten im Freien: Die falsche Kleidung. Besonders im Winter drohen hartnäckige Erkältungen und chronische Krankheiten der Atemwege oder Gelenke. Im Winter ist die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und Hose ist entscheidend - beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben. Auch der nötige Kälteschutz für den Kopf ist wichtig, etwa durch einen Helm mit Winterauskleidung.
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    Neben der persönlichen Schutzausrüstung sollten die Unternehmer bei tiefen Temperaturen auch die Arbeit entsprechend organisieren und den Mitarbeitern beispielsweise heiße Getränke und einen Aufwärmraum für die Pausen anbieten. Gestärkt und aufgewärmt verringert sich das Erkältungsrisiko. In den Pausenräumen sollte es laut BG Bau mindestens 21 Grad Celsius warm sein.
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    Vor allem im Winter gilt: Das Betriebsgelände sowie angrenzende Wege sollten unbedingt von Eis und Schnee befreit werden. Damit Unfälle nicht bereits bei den Räumungsarbeiten passieren, gibt es überziehbare Spikes, die an den Schuhen sicher befestigt werden können. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten muss der Baubetrieb dafür sorgen, dass gestreut und geräumt wird.

4. Hände waschen

Eine Erkältung wird durch Viren verursacht. Diese können überall auf der Baustelle lauern. Ob an Leitersprossen, Werkzeug oder im Firmenfahrzeug. Einen gewissen Grundschutz bieten im Winter bereits die Handschuhe, dennoch werden auch diese hin und wieder abgelegt. Einmal mit den Händen in Virenkontakt gekommen, können sich die Krankheitserreger zügig ausbreiten. Ob nun Schmutz aus dem Auge gefischt oder die Brotzeit mit Händen genascht wird – Viren gelangen schneller in die Schleimhäute von Auge, Mund und Nase als man vermuten könnte. Um einer Erkältung vorbeugen zu können, sollten Hände daher regelmäßig und gründlich mit Seife gewaschen werden. Auch dann, wenn sie nicht sichtbar schmutzig sind.

5. Regelmäßige Pausen und warme Getränke

Auf Winterbaustellen sollten Betriebe die Arbeit so organisieren, dass regelmäßige Pausen möglich sind. Für die Arbeitsunterbrechungen muss ein beheizbarer Pausenraum (21 °C) zur Verfügung stehen. Das kann beispielsweise ein Bauwagen oder ein Baucontainer sein. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt außerdem vor, dass sich Bauarbeiter geschützt vor Witterungseinflüssen umziehen, waschen und wärmen können müssen. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern zusätzlich heiße Getränke anbieten. Gestärkt und aufgewärmt ist das Risiko einer Erkältung deutlich geringer. fre