Beseitigung der Hochwasserschäden Wiederaufbau nach der Flut belebt Konjunktur

Das Hochwasser ist zwar zurückgegangen, die Schäden bleiben jedoch. Auch die Produktion ist vielerorts vollständig zum Erliegen gekommen. Dennoch wirkt der Wiederaufbau wie ein Konjunkturmotor. Vor allem die Baubranche kann auf Aufträge aus den Flutgebieten hoffen.

Die Beseitigung der Flutschäden steigert die Konjunktur führt aber nicht zur Jobzunahme. - © Foto: NiKu/fotolia

Die Beseitigung der Flutschäden wird nach Ansicht des Ifo-Instituts Dresden der Konjunktur neue Impulse verleihen. Nach Ansicht der Wissenschaftler dürfte der Wiederaufbau vor allem den Bausektor beleben. Denn vielerorts müssen Gebäude neu errichtet oder aufwendig saniert werden. Außerdem haben Unternehmer und Privatleute neue Maschinen beziehungsweise Geräte anzuschaffen.

Die am Mittwoch veröffentlichte Ifo-Konjunkturprognose geht davon aus, dass mit dem Wiederaufbau bis Ende 2014 insgesamt eine zusätzliche Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern in Höhe von sechs Milliarden Euro einhergeht. Von der Flut waren besonders die Länder Bayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen betroffen.

Insgesamt fällt die Prognose positiv aus. Auch in Ostdeutschland erwartet Ifo in den kommenden eineinhalb Jahren eine stetige Verbesserung der Konjunkturlage. Allerdings liegen die Werte weiter unter denen für ganz Deutschland. Nach der am Mittwoch in Dresden vorgestellten Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt 2013 im Osten einschließlich Berlin voraussichtlich um 0,4 (Deutschland: 0,6 Prozent) steigen. Im Jahr darauf sollen es 1,6 Prozent (1,9 Prozent) sein. "Die Entwicklung wird im Wesentlichen von der robusten Binnenkonjunktur getragen", sagt Joachim Ragnitz, Vize-Chef des Ifo in Dresden.

Aufschwung nicht gleichbedeutend mit Jobzunahme

Wer mit dem Aufschwung eine gleichgroße Zunahme von Jobs verbindet, liegt falsch. "Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit wird mit der größeren konjunkturellen Dynamik aller Voraussicht nach nicht Schritt halten", sagen die ifo-Experten. Die Firmen würden erhöhtem Produktionsbedarf auch mit Überstunden und dem Ausschöpfen von Produktivitätsreserven begegnen. Als dämpfend werten die Experten "vergleichsweise hohe Tarifabschlüsse" und die demografische Entwicklung. "Für die ostdeutschen Unternehmen wird es demnach in Zukunft kostspieliger und schwieriger, freiwerdende Stellen neu zu besetzen", heißt es.

Insgesamt expandierte die ostdeutsche Wirtschaft 2012 nicht ganz so kräftig wie im gesamtdeutschen Durchschnitt. Während das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland insgesamt um 0,7 Prozent gewachsen ist, sind es im Osten inklusive Berlin nur 0,5 Prozent gewesen. Sachsen hatte sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen - die Abkühlung der Industriekonjunktur im zweiten Halbjahr 2012 machte vor allem jenen Ländern zu schaffen, die traditionell einen hohen Anteil Verarbeitendes Gewerbe besitzen. dhz/dpa