Neue Zahlen zeigen, dass in Deutschland wieder weniger vegetarische oder vegane Fleischalternativen produziert werden. Der Fleischkonsum steigt dagegen. Medien titeln bereits, der Veggie-Trend sei am Ende. Doch so einfach ist das nicht. Der Deutsche Fleischer-Verband nimmt Stellung.

Die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in Deutschland ist nach langem Boom erstmals leicht zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt – 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppelt.
Fleischersatzprodukte: Wie langfristig ist der Trend?
In den vergangenen Jahren erlebte der Veggie-Trend einen starken Aufschwung. Seither sind vegane Produkte im Einzelhandel und vegetarische und vegane Alternativen in Restaurants und Imbissen keine Seltenheit mehr. Auch einige Fleischerbetriebe bieten inzwischen zusätzlich fleischlose Alternativen an, etwa im Sortiment an der Theke oder im Imbissbereich. Das bestätigt Daniela Pewny vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV). Die Leiterin des Hauptstadtbüros des Verbands beobachtet den Markt, auch wenn der DFV keine eigenen Daten zur Nachfrage nach Fleischersatzprodukten erhebt.
"Vegetarische und vegane Produkte haben in den vergangenen Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen. Ob es sich dabei um einen kurzfristigen oder langfristigen Trend handelt, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen", erklärt sie mit Blick auf die Spekulationen, ob der Veggie-Trend nun vorbei sei. Die aktuellen Zahlen zeigen zwar bezogen auf die Entwicklung der vergangenen Jahre ein leichtes Absinken, dennoch muss man die Ersatzprodukte grundsätzlich mit dem Fleischmarkt vergleichen. Hier bildeten sie auch in den vermeintlichen Boom-Jahren nur eine Nische.
So wurden 2025 Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland produziert. Damit fiel die Fleischproduktion rund 70-mal höher aus als die von Fleischersatzprodukten. Der Wert der produzierten Fleischalternativen lag 2025 bei 632,6 Millionen Euro.
Fleischkonsum steigt: Aber "keine grundsätzliche Trendumkehr"
Anders als bei der Produktion der Ersatzprodukte steigt der Fleischkonsum in Deutschland aktuell – nach Jahren der Rückgänge – wieder leicht an. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch lag 2025 nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei im Schnitt 54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als in den Vorjahren 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm).
Doch auch bei diesen Entwicklungen mahnt der DFV zur Vorsicht. "Der Fleischverzehr in Deutschland bewegt sich seit Jahren auf einem relativ stabilen Niveau, mit gewissen Schwankungen nach oben und unten", sagt Daniela Pewny. Aus Sicht des Verbands lässt sich aus den aktuellen Zahlen noch keine grundsätzliche Trendumkehr ableiten. jtw/dpa