Ausbildungszahlen Wieder mehr Auszubildende im Handwerk

Trotz der Pandemie wurden wieder mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen. Warum trotzdem noch tausende Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt sind und was die Wirtschaft von der nächsten Bundesregierung fordert.

Die neuen Ausbildungszahlen aus dem Handwerk machen Mut. - © Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Mit vereinten Kräften konnte das Handwerk wie andere Wirtschaftsbereiche bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wieder zulegen. Allerdings gibt es im Handwerk wie anderswo noch immer viele offene Ausbildungsplätze. "Unsere Betriebe bieten auch jetzt noch Tausende Ausbildungschancen", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Die Handwerkskammern und -Innungen könnten mit ihrer Ausbildungsberatung noch kurzfristig bei einem Ausbildungsstart noch in diesem Jahr helfen, ergänzte er. Insgesamt wurden im Handwerk bis Ende September 127.015 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das ist ein Plus von 3.385 Verträgen oder 2,7 Prozent.

Leichtes Plus auch bei Industrie- und Handel

Zulegen bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen konnten auch Industrie und Handel und die Freien Berufe. So wurden bei den Industrie- und Handelskammern bis Ende September 260.864 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das ist ein Plus von 1.027 Verträgen oder 0,4 Prozent. Deutlich zulegen konnten auch die Freien Berufe. Dort gab es ein Plus von 9,9 Prozent oder 4.264 Verträge auf ingesamt 47.504 neue Ausbildungsverhältnisse. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband geht dagegen davon aus, dass er auch in diesem Jahr deutliche Rückgänge bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu verzeichnen hat, wie der Verband auf Anfrage mitteilte. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Wirtschaft: Regierung muss Berufliche Bildung stärken

Wie die Wirtschaftsverbände weiter mitteilten, hat die Nachwuchsförderung angesichts der demographischen Entwicklung für die Unternehmen höchste Priorität. Betriebe und Unternehmen in Deutschland investierten viel in die Ausbildung junger Menschen, um anstehende Zukunftsaufgaben wie Digitalisierung, Energieeffizienz oder Mobilität bewältigen zu können. Auch die zukünftige Bundesregierung müsse die Berufliche Bildung stärken, verlangten sie. Dies gelte umso mehr, da Betriebe und Unternehmen in nahezu allen Branchen und Regionen noch viele Tausend Ausbildungsplätze anböten, es gleichzeitig aber immer weniger junge Bewerber für die Ausbildungsstellen gebe. "Damit sind für das 14. Jahr in Folge mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unvermittelte Bewerber und Bewerberinnen zu erwarten", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.