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5 Tipps Wie kommuniziere ich eine Insolvenz?

Ist eine Insolvenz nicht mehr zu verhindern, sollte diese ehrlich und direkt kommuniziert werden. Diese fünf Tipps sollten betroffene Unternehmer beherzigen.

1. Offener Umgang mit der (drohenden) Insolvenz

Ausreden sind der falsche Weg: Seien Sie offen und transparent in der Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern und weiteren Beteiligten. Sie haben alles versucht, um das Handwerksunternehmen zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen und haben dennoch keine Aussicht, den Betrieb wieder auf einen besseren Weg zu führen. Informieren Sie Mitarbeiter und Kunden hierüber. Kommunizieren Sie, dass der Entschluss, Insolvenz anzumelden, von Ihnen bereits gefasst wurde.

2. Auf Jammern und Selbstmitleid verzichten

Beginnen Sie nicht damit, Schuldige für die entstandene Pleite des Handwerksbetriebs zu suchen. Sie sind das Opfer der Folgen einer weltweiten Pandemie, die mutmaßlich die meisten Selbstständigen in Ihrem Handwerksbereich hart trifft. Schuldzuweisungen, ganz gleich ob gegen Regierungsmaßnahmen oder Privatpersonen, werden Ihnen nicht weiterhelfen.

3. Langes "Hinhalten" der Gläubiger vermeiden - Klartext ist gefragt

Zögern Sie notwendige Entscheidungen nicht hinaus, wenn Sie über einen längeren Zeitraum fällige Zahlungen nicht begleichen können. Halten Sie Ihre Gläubiger und auch Ihre eigenen Mitarbeiter nicht zu lange hin. Geben Sie bloß keine Versprechen ab, die sie ohnehin nicht halten können. Sonst kann es passieren, dass sich Gläubiger veralbert vorkommen – und dann möglicherweise zu härteren Bandagen greifen.

4. Positiv auf die Vergangenheit des Betriebes zurückblicken

Behalten Sie die erfreulichen Momente in Erinnerung, die Sie mit dem Betrieb verknüpfen und bedanken Sie sich bei Ihren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden für die gemeinsame Zeit. Blicken Sie möglichst optimistisch in die Zukunft. Diese positive Einstellung wird sich so auch auf Ihr Team und die Kunden übertragen.

5. Der optimistische Blick nach vorne

Eine Insolvenz ist noch lange nicht das Ende der Welt, auch wenn es sich so anfühlt: Nutzen Sie das Wissen, das Sie aus Ihrem nun insolventen Handwerksbetrieb mitnehmen. Auch die Erfahrungen, die Sie während der Insolvenz machen mussten, sind wertvolles Wissen, welches Sie sich in der Zukunft zunutze machen können. Gehen Sie gestärkt aus der Krise hervor. Bedenken Sie auch, dass Sie schon während des Insolvenzverfahrens weiter als (Solo-)selbstständiger Handwerker praktizieren können.

Über den Autor

Ruben Schäfer

Ruben Schäfer arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Journalist und PR-Experte: Zunächst für Vereine und Lokalzeitungen, später sammelte er beim WDR Fernsehen, als Nachrichtensprecher für RLP TV und als Foto-Fachjournalist Erfahrungen. Als Kommunikationsexperte arbeitete er später für Konzerne und erfolgreiche Mittelständler. Heute ist er Chefredakteur des GEWINNERmagazins, Geschäftsführer des DCF Deutscher Coaching Fachverlag GmbH und berät deutschlandweit Unternehmer bei ihrer Medienarbeit.

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