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CO2-Konzentration messen Wie funktionieren CO2-Ampeln und wofür sind sie gut?

CO2-Ampeln werden viel diskutiert, vor allem für den Einsatz in Schulen. Aber auch in Büros sind sie gute Hilfen für ein besseres Lüftungsverhalten. Wie sie eingesetzt werden und welche Alternativen es gibt.

In Zeiten der Corona-Pandemie, wird viel über CO2-Messgeräte gesprochen. Forscher gehen davon aus, dass eine hohe CO2-Konzentration mit mehr Aerosolen und mit einer höheren Virenkonzentration einhergeht. Umgekehrt sorgt frische Luft in Innenräumen für ein geringeres Infektionsrisiko. Aerosole können nur sehr schwierig gemessen werden, CO2 hingegen viel einfacher. CO2-Messgeräte können den Anteil des Gases in der Luft ermitteln und damit zu einem besseren Lüftungsverhalten beitragen.

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt schon seit 2008 den Einsatz von CO2-Messgeräten in Räumen mit vielen Menschen. Bewährt hat sich vor allem die CO2-Ampel. In Räumen mit hoher Personenbelegung können CO2-Ampeln als grober Anhaltspunkt für gute oder schlechte Lüftung dienen. Aber auch für Großraumbüros oder für Familienfeiern können sie laut UBA genutzt werden. Sinnvoll sind CO2-Ampeln in Räumen, in denen keine raumlufttechnischen Anlagen verbaut sind. Da RLT-Anlagen von selbst für eine geeignete CO2-Konzentration in der Luft sorgen.

In CO2-Ampeln sind Sensoren verbaut, die kontinuierlich die CO2-Konzentration der Luft messen. Die Ampelfarben zeigen den Konzentrationsbereich des farb- und geruchlosen Gases an. In der Regel bedeutet grün: weniger als 1.000 ppm CO2, gelb: 1.000 bis 2000 ppm CO2, rot: mehr als 2.000 ppm CO2. Es gibt verschiedene Modelle, die teilweise leicht unterschiedliche Grenzwerte hinterlegt haben.

Mit der Kontrolle des CO2-Wertes bekommt man einen realistischen Eindruck darüber, wie gut ein Raum belüftet ist. Eine CO2-Konzentration von höchstens 1.000 ppm zeigt unter normalen Bedingungen einen hygienisch ausreichenden Luftwechsel an. Insbesondere bei Fensterlüftung haben Menschen oft einen falschen Eindruck von guter Luftqualität. CO2-Ampeln können somit einen raschen und einfachen Hinweis liefern, ob und wann Lüftung notwendig ist.

Auch, wenn der CO2-Anteil ein guter Indikator für eine hohe Anzahl an Viren in der Luft ist, weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass eine CO2-Konzentration kleiner 1.000 ppm grundsätzlich vor der Infektion mit SARS-CoV-2 schützt. Umgekehrt weisen aber, laut den Experten, CO2-Konzentrationen deutlich oder dauerhaft größer als 1.000 ppm in Schulen, aber auch in Büros und Privathaushalten, auf ein unzureichendes Lüftungsmanagement mit potenziell erhöhtem Infektionsrisiko hin.

>>> Lesetipp: Woran man gute Luft in Innenräumen erkennt

Alternative zur CO2-Ampel: CO2-App der DGUV

Aktuell werden CO2-Ampeln stark nachgefragt. Wer keine mehr bekommt oder eine günstige Alternative sucht, kann auf eine App der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zurückgreifen. Die DGUV hat eine App entwickelt, mit der sich die CO2-Konzentration in Räumen berechnen lässt. Der Rechner hilft auch dabei, die optimale Zeit und Frequenz zur Lüftung ein Raumes zu bestimmen. Nach der Berechnung kann die errechnete Zeit als Timer gesetzt werden, um an die nächste Lüftung erinnert zu werden.

Der Rechner basiert auf den Ergebnissen einer Studie, in der die CO2-Konzentration während 720 Unterrichtsstunden in 111 Schulen gemessen wurde. Die Werte lassen sich nach Angaben der DGUV auch auf Büros übertragen.

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