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Luftfeuchtigkeit, CO2, Schadstoffe Woran man gute Luft in Innenräumen erkennt

Zu trocken, zu warm, zu stickig – die Luft in Schulen, Büros und Wohnungen ist nicht immer gesundheitsfördernd. Von welchen Faktoren die Luftqualität abhängt und welche Grenzwerte es gibt.

Stickige Luft in Innenräumen ist eigentlich schon seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Seit diesem Jahr bekommt die Frage nach der Konzentration von CO2 in der Luft jedoch eine neue Brisanz. Denn der Anteil an CO2 in Innenräumen soll auch ein guter Indikator für das Corona-Infektionsrisiko bzw. die Virenkonzentration in der Luft sein. Was gute Luft ausmacht und wie sie überprüft wird – ein Überblick.

Wann spricht man von guter Luft?

Vor allem drei Parameter helfen dabei die Luftqualität in Innenräumen zu messen: die Luftfeuchtigkeit, der CO2-Gehalt und der Anteil an Schadstoffen.

1. Wie beeinflusst die Luftfeuchtigkeit die Luftqualität?

Der ideale Wert für Luftfeuchtigkeit in Innenräumen liegt laut Umweltbundesamt zwischen 40 und 60 Prozent. Trockenere Luft unter 20 bis 30 Prozent kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Die Atemwege können austrocknen, da die Konzentration an Schwebeteilchen wie Staub, Schadstoffe und Bakterien deutlich erhöht ist, und sie eingeatmet werden. Hinzu kommt, dass die Schleimhäute bei zu geringer Luftfeuchtigkeit austrocknen. Das setzt die Schutzfunktion der Schleimhäute in Mund und Nase herab.

Zu feuchte Luft kann wiederum mittel- und langfristig das Schimmelwachstum in Innenräumen begünstigen. Im Winter wäre dies bei einem Wert oberhalb von 50 bis 55 Prozent der Fall, im Sommer bei 60 Prozent. Diese Werte gelten für Büros gleichermaßen wir für Wohnungen und Schulen. Die Luftfeuchtigkeit wird unter anderem auch durch die Menschen im Raum beeinflusst. Ein Mensch atmet rund einen halben Liter Wasser am Tag aus, rund ein Liter kommt durch die Verdunstung über die Haut hinzu, auch wenn man nicht schwitzt. Beim Duschen und Kochen, durch abtrocknende Kleidung und Zimmerpflanzen entweicht zusätzliche Feuchtigkeit in die Luft.

Geregelt wird die Luftfeuchtigkeit über die Frischluftzufuhr. Bei Räumen mit Fenstern empfiehlt sich Stoß- und Querlüften. Aber auch raumlufttechnische Anlagen können mittels Sensoren die Luftfeuchtigkeit messen und entsprechend für den nötigen Luftaustausch sorgen.

2. Wie beeinflusst die CO2-Konzentration die Luftqualität? 

Die Konzentration von CO2 ist ein weiterer wichtiger Gradmesser für die Raumluftqualität. Die Außenluft hat in Deutschland etwa 400 ppm CO2. In Innenräumen ist sie höher, sollte jedoch nicht über 1.000 ppm liegen. An diesem verbindlichen Wert orientieren sich auch die verschiedenen Richtlinien zur Luftqualität, wie zum Beispiel die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 3.6, die in der Arbeitsstättenverordnung fest verankert ist. Je mehr Menschen in einem geschlossenen Raum sind, desto höher ist auch die Aerosol- und CO2-Konzentration in diesem Raum, da jeder Mensch kontinuierlich CO2 und auch Aerosole ausatmet.  

Ein zu hoher CO2-Anteil in der Luft führt zu Schläfrigkeit, Benommenheit und kann bis zur Bewusstlosigkeit führen. Mit Unwohlsein und nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit reagieren Menschen bereits bei einem CO2-Gehalt zwischen 1.000 und 2.000 ppm. 

Messungen von Forschern haben ergeben, dass in geschlossenen Schlafräumen die CO2-Konzentration während der Nachtruhe sogar auf bis zu 4.300 ppm ansteigen kann. Auch wenn Menschen das Kohlendioxyd in der Luft nicht bewusst wahrnehmen, reguliert es die Intensität der Atmung. Um erholsam zu schlafen, raten Mediziner daher, Schlafräume gut zu lüften. Auch hier können Lüftungsanlagen mit entsprechenden CO2-Sensoren für einen bedarfsgerechten Luftaustausch und eine geringere CO2-Konzentration sorgen. 

>>> Lesetipp: Wie funktionieren CO2-Ampeln und wofür sind sie gut?

3. Wie beeinflussen flüchtige Schadstoffe die Luftqualität? 

Zahlreiche Quellen können die Qualität der Innenraumluft durch Schadstoffemissionen nachteilig beeinflussen. Zu den üblichen Schadstoffen in Innenräumen zählen flüchtige organische Verbindungen. Sie werden ausgelöst durch Bauprodukte, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, die chemische Stoffe meist kontinuierlich freisetzen können. Beim Lüften kann auch die Außenluft zur Verunreinigung der Innenraumluft beitragen. 

Zur gesundheitlichen Bewertung der Qualität der Innenraumluft hat das Umweltbundesamt einige Richtwerte herausgegeben. Außerdem kann man online auf einer Deutschlandkarte die Luftschadstoffbelastung der Außenluft überprüfen.  
  

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