Für Ausbilder -

Ausbildung Wie Betriebe an bis zu 3.000 Euro Ausbildungsprämie kommen

Wer in diesem Jahr neue Azubis einstellt, dem winken zwischen 2.000 und 3.000 Euro Ausbildungsprämie je Lehrling. Das Bundesprogramm zur Sicherung von Ausbildungsplätzen startet am 1. August. Doch die Voraussetzungen sind hoch - und das Antragsverfahren komplizierter als nötig.

Mit dem neuen Ausbildungsjahr starten zum 1. August wesentliche Teile des Bundesprogramms zur Sicherung von Ausbildungsplätzen. "So helfen wir mit, dass die Corona-Krise nicht zu einer Ausbildungskrise wird", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mit Blick auf Regelungen zu Ausbildungsprämien, zu Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung und zu Übernahmeprämien. Die Bundesregierung stelle dafür mit einer ersten Förderrichtlinie 410 Millionen Euro zur Verfügung, betonte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Die Hilfen können über die Agentur für Arbeit beantragt werden, betonte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach. Entsprechende Anträge und Erklärungen gibt es ab der kommenden Woche unter www.arbeitsagentur.de. Die entsprechende Förderrichtlinie soll zuvor an diesem Freitag im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Handwerksverband: Antragsverfahren zur Ausbildungsprämie zu kompliziert

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt das Programm, hätte sich aber ein bürokratieärmeres und weniger komplexes Antragsverfahren gewünscht. "Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie muss der Ausbildungsmarkt unbedingt gestützt werden, indem krisenbetroffene, aber eigentlich ausbildungswillige Kleinst- und Kleinbetriebe unterstützt werden", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Allerdings sei das Antragsverfahren komplizierter und bürokratischer als sich der Verband das gewünscht hatte.

Ausbildungsprämie nur für krisenbetroffene Unternehmen

Wie es in der gemeinsamen Mitteilung der Ministerien und der Bundesagentur für Arbeit heißt, soll es für kleine und mittlere Unternehmen, die durch die Covid-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind und trotzdem an ihrem Ausbildungsniveau festhalten, eine Ausbildungsprämie von einmalig 2.000 Euro für jeden Lehrling geben. Dabei liegt ein konstantes Ausbildungsniveau vor, wenn die Ausbildungsleistung im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre gehalten werden konnte.

Für jeden zusätzlichen Lehrling gibt es 3.000 Euro

Stellen Betriebe sogar mehr Auszubildende ein, gibt es für jeden zusätzlichen Auszubildenden einmalig 3.000 Euro. Als "erheblich" von der Corona-Krise betroffen gilt ein Unternehmen dann, wenn es im ersten Halbjahr 2020 wenigstens einen Monat in Kurzarbeit war oder der Umsatz im April und Mai um durchschnittlich mindestens 60 Prozent unter den entsprechenden Vorjahreswerten gelegen hat.

Auszahlung nach Ende der Probezeit

Wie es in der gemeinsamen Mitteilung weiter heißt, gilt die Prämie für Ausbildungen, die nach dem 1. August 2020 beginnen. "Dies gilt auch, wenn der Ausbildungsvertrag bereits früher abgeschlossen wurde." Allerdings soll es die Prämie erst dann geben, wenn die Probezeit erfolgreich abgeschlossen wurde.

Auch Übernahmeprämie oder Zuschuss zur Ausbildungsvergütung möglich

Darüber hinaus gibt es einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung von 75 Prozent pro Monat, wenn ein Betrieb bei beträchtlichem Arbeitsausfall seine Auszubildenden nicht in Kurzarbeit schickt, sondern weiter aktiv ausbildet. Außerdem sollen diejenigen Unternehmen, die einen Auszubildenden aus einem Corona-bedingt insolventen Betrieb übernehmen, eine Übernahmeprämie von 3.000 Euro bekommen. Die Prämien werden nach dem Eingang der vollständigen Anträge verteilt (Windhundverfahren).

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten