Gesundheit WHO stuft Fleisch und Wurstwaren als krebserregend ein

Die Verarbeitung von Fleisch kann Substanzen entstehen lassen, die zum Beispiel Magenkrebs auslösen. Zu diesem Ergebnis kommen die Studien einer Behörde der Weltgesundheitsorganisation WHO.

"Wahrscheinlich krebserregend": WHO sieht Gesundheitsgefahren bei Fleisch und Wurstwaren. - © Foto: Christian Müller/Fotolia

Wer raucht, erhöht sein Risiko z. B. an Lungenkrebs zu erkranken erheblich. Während diese Gefahr schon lange bekannt ist, wurde der Zusammenhang zwischen Krebs und dem Verzehr von Fleisch und Wurst bisher nicht eindeutig belegt.

Experten der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Behörde der WHO, wollen nun jedoch genügend Belege gefunden haben, die zeigen, dass Fleischverzehr krebserregend ist. Die WHO-Behörde stuft rote Fleischsorten als "wahrscheinlich krebserregend" ein.

Krebsrisiko durch Fleischverarbeitung

Die krebeserregenden Stoffe entstehen laut den Studien der Behörde bei der Verarbeitung von Fleisch. So können beim Kochen oder Braten von Wurst und Fleisch, aber auch beim Räuchern, Pökeln oder Fermentieren z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder heterozyklische aromatische Amine (HAA) entstehen.

Mögliche Krebsarten, die dadurch au sgelöst werden, seien der Magen- und Darmkrebs, aber möglicherweise auch Bauspeicheldrüsen- und Prostatakrebs.

Betroffen ist das rote Fleisch, dass zum Beispiel von Schweinen, Rindern, Lämmern oder Ziegen stammt.

Mehr Fleischkonsum, mehr Risiko

Gleichzeitig sieht die Behörde einen konkreten Zusammenhang zwischen der Kreb sgefahr und der Fleischmenge. Wie beim Rauchen soll das Krebsrisiko steigen, je mehr Fleisch verzehrt wird.

Doch die WHO-Bewertung ist nicht völlig unumstritten. Andere großangelegte Studien hatten keinen direkten Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Krebsrisiko nachweisen können.

Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) bewertet gegenüber der Deutschen Handwerks Zeitung die Ergebnisse der Studien weder als neu noch dramatisch, zumal die WHO selbst auf den gesundheitlichen Nutzen von Fleischverzehr hinweisen würde. Außerdem weist der Verband auf andere Studien hin, die Zusammenhänge zwischen Wurstkonsum und Krebsentstehung wissenschaftlich nicht nachweisen konnten.

Der Verband weiter: "Eine abwechslungsreiche und au sgewogene Ernährung mit Fleisch und Wurst ist aus unserer Sicht die beste Gesundheitsvorsorge. Fleisch ist ein wertvolles Lebensmittel sowie ein wichtiger Lieferant von Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen, wobei auch die Zubereitungsform eine wichtige Rolle spielt."

sg