Internettelefonie per App WhatsApp: Telefongespräche nun auch mit iPhone möglich

Der Chatnachrichtendienst WhatsApp ermöglicht künftig Voice-over-IP-Telefonate mit dem iPhone. Für Google-Handys gibt es das Angebot schon.

Whats App ist jetzt auch komfortabel auf dem Computer nutzbar. - © Foto: WhatsApp

WhatsApp zählt nach jüngsten Zahlen 800 Millionen Mitglieder weltweit. Wer die neueste Version der beliebten App auf seinem iPhone installiert, kann künftig auch Telefongespräche über den Dienst führen. Bereits in den vergangenen Wochen wurde das neue Angebot auf Smartphones mit Android-Betriebssystem eingeführt.

Nachdem WhatsApp für viele Nutzer bereits die SMS abgelöst hat, plant der Dienst, dass sich nun auch die Telefonkommunikation auf die App verlagert. Allerdings ist das Geschäft stark umkämpft. Voice-Over-IP-Angebote gibt es viele, zum Beispiel vom Platzhirsch Skype. Doch welchen Mehrwert bietet Nutzern das Angebot gegenüber dem klassischen Telefongespräch?

Kosten vergleichen

Wichtigster Vorteil sind die Kosten. Die App nutzt nicht das herkömmliche Telefonnetz, sondern die Internet-Verbindung. Ein Vorteil für Nutzer ist, dass damit selbst im Ausland zum Beispiel über WLAN kostenlos telefoniert werden kann.

Besonders für Nutzer ohne Allnet-Flatrates ist VoIP interessant, da kein Minutenpreis fällig wird und es keinen Unterschied macht, in welches Netz angerufen wird. "Wer eine Allnet-Flatrate hat, braucht es eigentlich nicht", sagt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal teltarif.de.

Ebenfalls unattraktiv ist das Angebot für Nutzer mit einem begrenzten Internet-Datenpaket. Je nach Tarif können Mehrkosten anfallen, falls nach Erreichen der Datengrenze automatisch weiteres Datenvolumen hinzugebucht wird.

Sprachqualität schwankt

Wehr unterwegs über WhatsApp telefonieren will, muss damit rechnen, dass es zu Echos, Aussetzern oder Verbindungsabbrüchen kommen kann. Vielerorts ist das Mobilfunknetz besser ausgebaut als die mobile Datenanbindung über UMTS oder LTE (3G/4G), auf die WhatsApp zugreift.

Die Internet-basierten Telefoniedienste greifen erheblich in das Geschäftsmodell der Provider ein, weil Kunden eventuell keine Telefonie-Flatrates mehr buchen oder bei kostspieligen Auslandstelefonaten auf die Apps ausweichen.

Europäische Telekom-Konzerne kritisieren, dass Online-Dienste massiv auf deren Infrastruktur zurückgreifen, ohne sich an den Aufbaukosten zu beteiligen. Facebook und Co. kontern, dass erst sie Menschen einen Grund gäben, Datenverträge abzuschließen.

WhatsApp wurde im vergangenen Jahr für knapp 22 Milliarden Dollar von Facebook gekauft . Manager beider Unternehmen versicherten seitdem immer wieder, dass WhatsApp unabhängig betrieben werden solle und auch die Nutzerdaten nicht zusammengeführt würden. Das WhatsApp-Team bekam zugleich Zugriff auf die gigantische technische Plattform von Facebook. sg/dpa