Kurznachrichtendienst SMS feiert 25. Geburtstag

25 Jahre nachdem Neil Papworth die erste SMS verschickte, ist die Kurznachricht auf dem besten Wege, ein Nischenprodukt zu werden. Messenger-Dienste wie WhatsApp oder iMessage machen ihr zunehmend das Leben schwer. Ganz auf sie verzichten wollen aber die wenigsten.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 12,7 Milliarden SMS verschickt. Zum 20-jährigen Jubiläum waren es noch 55 Milliarden. - © sg - stock.adobe.com

Zum 25. Geburtstag hat die SMS mit einer unüberschaubaren Anzahl an Konkurrenzprodukten zu kämpfen.

Wann wurde SMS erfunden?

"Merry Christmas", lautete vor 25 Jahren die erste SMS der Welt. Der Software-Entwickler Neil Papworth verschickte die etwas verfrühten Weihnachtsgrüße am 3. Dezember 1992 an das Handy eines Managers des britischen Telekom-Riesen Vodafone. Den Text musste Papworth am Computer tippen: Die damaligen Handys waren dafür noch nicht bereit. Die zwei Worte von Papworth wurden zum Wegbereiter einer neuen Kommunikationskultur.

Was heißt SMS ausgeschrieben?

SMS ist die Abkürzung für Short Message Service, auf Deutsch: Kurznachrichtendienst. Mobilfunkanbieter nutzen sie ursprünglich, um ihre Kunden über Netzstörungen zu informieren. Im Jahr 1994 etablierte sie sich als neues Kommunikationsmittel. Die bis zu 160 Zeichen langen Nachrichten sind aus dem modernen Alltag nicht wegzudenken - obwohl es anfangs einige Zweifel am Erfolg gab, mussten die Buchstaben unbequem über die Zahlentastatur eingetippt werden. Doch die goldenen Jahre sind vorbei: Wurden zum 20-jährigen Jubiläum, im Jahr 2012, allein in Deutschland noch 59,8 Milliarden SMS verschickt, waren es im letzten Jahr nur noch 12,7 Milliarden. Der Negativtrend zeigt sich seit 2013.

Konkurrenz macht es der SMS schwer

Seit 2013 nimmt die Zahl der jährlich versendeten SMS in Deutschland ab. - © bitkom

Laut einer Umfrage des IT-Branchenverband Bitkom will mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Mobiltelefon-Nutzer nicht auf die SMS verzichten. Auf die Online-Dienste wollen 62 Prozent der Befragten nicht verzichten. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder sagt zur Beliebtheit der Kurznachrichtendienste: "SMS sind eher bei älteren Nutzern populärer, internetbasierte Messenger-Dienste bei jüngeren."

Facebook mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern hat einen eigenen kostenlosen Messenger. Der Dienst WhatsApp, seit 2014 ebenfalls Teil von Facebook, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Und iPhone-Nutzer merken oft nur noch an der Farbe, ob sie gerade eine normale SMS oder eine Nachricht über Apples hauseigenen Service iMessage an ein anderes Gerät aus der Modellpalette des Konzerns verschickt haben.

Neue Verwendungsmöglichkeiten von SMS

Die Einfachheit der SMS ist auch ihr größter Vorteil. So wurden viele neue Anwendungen für die SMS entwickelt. Firmen benutzen den Kurznachrichtendienst unter anderem um Benachrichtigung über Zugverspätungen und die Mobile-TAN fürs Online-Banking an den Kunden zu schicken. Im Gegensatz zu der Konkurrenz aus dem Internet muss für die SMS keine extra App installiert werden und ermöglicht so eine problemlose Kommunikation mit den Kunden.

Technisch gesehen ist die SMS aber ein Relikt. Der Grundstein wurde noch in den 80er Jahren bei der Entwicklung des GSM-Mobilfunk-Standards gelegt. Die Beschränkung auf 160 Zeichen - 20 davon sind meistens technischer Kommunikation vorbehalten - ist der damaligen Technologie geschuldet. Immerhin bereicherte der enge Raum die Sprache mit Abkürzungen wie "CU L8R" für das englische "bis später" oder "HDL" für "Hab' Dich lieb". dhz