Feature mit Schwächen "Selbstzerstörungs-Modus": Neue WhatsApp-Funktion für Fotos

Snapchat hat sie, Signal und Telegram ebenso – und jetzt auch WhatsApp: eine Funktion, mit der Nutzer Fotos und Videos verschicken können, die sich nach einmaliger Ansicht von selbst löschen. Der Nachrichtendienst räumt jedoch ein: die Einmalansicht können Empfänger leicht umgehen.

Die neue Einmalansicht von WhatsApp kann etwa dann sinnvoll sein, wenn vertrauliche Informationen wie ein WLAN-Passwort per Foto verschickt werden. - © WhatsApp

Klick und weg! Nach sich selbst löschenden Nachrichten können Nutzer bei WhatsApp nun auch Fotos und Videos verschicken, die nach einmaliger Ansicht automatisch aus dem Chat verschwinden. "So haben Benutzer noch mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre", begründet der Nachrichtendienst sein neues Feature. Nebenbei könnten Absender und Empfänger auch Speicherplatz sparen. Noch in dieser Woche soll die Funktion für alle Nutzer weltweit zur Verfügung stehen, heißt es in einem Blogeintrag.

So funktioniert die neue Einmalansicht für Fotos und Videos

Möchte ein Nutzer eine Mediendatei zur einmaligen Ansicht versenden, muss er die Option jedes Mal aufs Neue auswählen – die Einmalansicht als Standardeinstellung ist nicht möglich. Absender müssen hierfür auf das "1"-Symbol im Chat tippen, nachdem die Mediendatei aufgenommen oder dem Chat hinzugefügt wurde.

Wer entsprechende Fotos oder Videos empfängt, könne diese weder weiterleiten noch speichern, mit einem Stern versehen oder teilen, schreibt WhatsApp. Entsprechende Medien würden auf dem Gerät des Empfängers weder in den Fotos noch in der Galerie gespeichert. Auf dem Smartphone des Absenders belegen die Schnappschüsse ebenfalls keinen Speicherplatz. Das gilt zumindest dann, wenn sie direkt über die Kamerafunktion in WhatsApp aufgenommen wurden.

Sobald sich der Empfänger das Foto oder Video angesehen hat, kann das der Absender im Chat sehen – allerdings nur, wenn der Empfänger die Lesebestätigung aktiviert hat. Melde ein Nutzer eine zur Einmalansicht verschickte Datei - zum Beispiel als unangemessen - an WhatsApp, könne die Facebook-Tochter auf sie zugreifen. Werde ein Foto oder Video nicht binnen 14 Tagen geöffnet, verschwinde es aus dem Chat.

Wie bei selbstlöschenden WhatsApp-Nachrichten: keine hundertprozentige Sicherheit

Bereits seit Herbst 2020 ermöglicht es WhatsApp seinen Nutzern, auch geschriebene Nachrichten mit einem Verfallsdatum zu versehen. "Selbstlöschende Nachrichten" bleiben sieben Tage im Chat, ehe sie wieder verschwinden. Eine Funktion, die auch Messenger wie Signal und Telegram bieten. Dort kann der Absender die Zeitspanne jedoch selbst auswählen.

Wie bei den selbstlöschenden Nachrichten warnt WhatsApp auch bei der jetzt eingeführten Funktion davor, dass Empfänger dennoch einen Screenshot erstellen oder den Bildschirm mit einem anderen Gerät abfotografieren können. Es erfolgt keine Benachrichtigung, wenn jemand einen Screenshot oder eine Bildschirmaufnahme erstellt, informiert der Nachrichtendienst.

WhatsApp war in den vergangenen Monaten in eine Kontroverse verwickelt, nachdem Datenschützer gewarnt hatten, dass die neuen Nutzungsbedingungen den Boden für einen stärkeren Datenaustausch mit Facebook bereiteten. WhatsApp weist das zurück.

Mit Inhalten von dpa