Ausbildung in Westafrika Werkzeuge und Wissen für Kamerun

Metallbaumeister Karlheinz Mack engagiert sich für eine handwerkliche Ausbildung in Kamerun – und sammelt hierfür auch Material und gebrauchtes Werkzeug. Diesen Monat geht bereits der zweite Container auf die Reise.

Mack und Mitarbeiter vor Container
Ein Container für Kamerun. - © MaBu Metallbau

Von Afrika haben viele Menschen in Deutschland eher negative Bilder im Kopf. Schließlich sind die Meldungen über den Kontinent oft bestimmt von Armut, Hunger, Naturkatastrophen oder Konflikten. Das stört Metallbauermeister Karlheinz Mack. "Es gibt viele Vorurteile, aber man kann auch viel von den Menschen dort lernen", so der 60-Jährige.

Der Geschäftsführer der MaBu Metallbau GmbH aus Neckarsulm war selbst schon mehrfach in Kamerun. "Die Menschen dort haben einfach viel Lebensfreude und lassen sich von Sorgen nicht verrückt machen", erzählt er. Der Kontakt zu dem westafrikanischen Land kam über einen seiner elf Mitarbeiter zustande.

Valère Bernard Hiobi kam vor rund dreißig Jahren von dort nach Deutschland. Durch Gespräche mit ihm wurde sein Interesse geweckt und Mack wurde Ehrenmitglied in Hiobis Verein My Africa. Seit 2014 hat sich der Verein mit Sitz in Bad Friedrichshall die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Afrika zum Ziel gesetzt.

Schlechte Ausstattung an Schulen

Viermal war der Metallbauermeister inzwischen schon in Kamerun. 2020 hat er dabei auch Schulen besucht und war bestürzt über die schlechte Ausstattung im handwerklichen Bereich. "Das Kabel eines Schweißgeräts für die Schlosser war etwa schon mehrfach notdürftig geflickt und die Schutzausrüstung ungeeignet. Die Schüler haben auf dem Boden geschweißt", erinnert er sich.

Im Schrank fand er damals eine Bandsäge, von der niemand wusste, wie man damit arbeitete. "Als ich es den Schülern gezeigt habe, waren sie total fasziniert, wissbegierig und wollten mich gar nicht mehr gehen lassen", sagt er. Danach wollte er mehr machen, um die handwerkliche Ausbildung in Kamerun zu unterstützen. "Ich habe angefangen, bei Betrieben und beruflichen Schulen nach Material und gebrauchten Werkzeugen zu fragen", so Mack. Dabei stieß er auf viel Unterstützung. Letztes Jahr im September konnte er einen ersten Container mit gespendetem Material nach Kamerun schicken. Ein zweiter Container soll diesen Monat folgen.

Unterstützung mit Material und Wissen

Mit der Regierung Kameruns wurde inzwischen eine Vereinbarung über ein Deutsches Ausbildungszentrum für Handwerksberufe geschlossen. Die Regierung stellt dafür Räumlichkeiten in insgesamt 360 Schulen zur Verfügung, der Verein sorgt für die Ausstattung und die Ausbildung der Jugendlichen. "Losgehen soll es aber zunächst mal mit einer Schule, die dafür gerade vorbereitet wird", sagt Karlheinz Mack.

Im Ausbildungszentrum lernen die Schüler auf Grundlage der deutschen Ausbildung Inhalte aus den Bereichen Metallbau, erneuerbare Energien, Elektrotechnik, Kfz-Mechanik und verschiedenes mehr. Auch Deutschkurse werden über das Goethe Institut angeboten. Mack selbst wird dabei zum Teil für die praktische Ausbildung vor Ort sein. Aber auch Lehrer- oder Azubiaufenthalte oder -austausche kann er sich gut vorstellen. Wichtig ist ihm, dass die Jugendlichen eine Perspektive bekommen, um sich vor Ort bessere Lebensbedingungen schaffen zu können und sich nicht etwa auf den gefährlichen Weg der illegalen Einwanderung nach Europa machen.

Material- und Geldspenden willkommen

Mit seinem Mitarbeiter gründete Mack außerdem die Organisation German Business Center HiMa, die deutsche Unternehmen beraten soll, die in Kamerun tätig werden wollen. "Denn auf meinen Reisen habe ich fast keine deutschen Firmen dort gesehen. Dabei bietet der Markt viele Chancen", findet Mack. Die Menschen in Kamerun schätzten Qualität.

Für den zweiten Container, den Karlheinz Mack nach Kamerun schicken möchte, werden immer noch Spenden gesucht. Das können etwa noch brauchbare Werkzeuge und Maschinen oder auch Material sein. Eine Liste mit den benötigten Materialien gibt es online auf den Seiten von Handwerk International. Auch über die Unterstützung mit Geldspenden für den kostspieligen Versand des Containers würde sich Mack sehr freuen.