Auswertung der DHZ-Leserumfrage: Marketing über das Internet wird immer wichtiger
Silvia Hänig und Aaron Buck
Werbung von allen Seiten
Vor dem Hintergrund veränderter Informations- und Konsumgewohnheiten der Verbraucher fragte die DHZ Ende 2008 ihre Leser, ob sie auf diesen Wandel bereits mit ihren eigenen Werbe- und Marketingkonzepten reagieren. Die Auswertung ist inzwischen abgeschlossen. Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sein können, lassen sich Tendenzen ablesen: Demnach werden sich die Werbeausgaben leicht erhöhen, die Präsenz im Internet wird wichtiger und die Weiterempfehlung bleibt das A und O.
Werbung und Marketing haben einen hohen Stellenwert. Ohne Eigenwerbung können Betriebe heute und in Zukunft kaum auskommen. Zu diesem Schluss kam auch die Mehrheit der Befragten, die verrieten, dass ihr werbliches Budget sich im vergangenen Jahr bereits zwischen 1.000 und 5.000 Euro bewegt hatte. Für das angebrochene Jahr sind werbliche Ausgaben ab 3.000 Euro aufwärts geplant. Vereinzelt wurden fünfstellige Beträge als jährliche Werbegrundlage angegeben. Damit wird deutlich, dass die Zeiten, in denen sich die werblichen Aktivitäten auf aktionistisches oder gelegentliches Kümmern um die eigene Bekanntheit beschränkt haben, vorbei sind. Marketing wird hohe Bedeutung beigemessen und es ist als feste Größe aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken.
Pendant im Internet gewinnt an Stärke
Der Blick auf die Einzelergebnisse zeigt: Das Internet hat aufgeholt. Was den klassischen Brancheneintrag betrifft, setzt zwar die Mehrheit noch auf das gedruckte Telefonbuch, aber der online vorgenommene Brancheneintrag holt auf. Auch die Anzeigenwerbung spielt sich mittlerweile nicht mehr nur im Printbereich ab, sondern wird zum teil bereits online geschaltet. Es folgen der Versand von Flyern und der Besuch von Messen.
Bei der Frage nach regelmäßigen Kundenaktionen gibt es keine klaren Tendenzen. Am ehesten werden eigene Promotion oder Beratungsaktionen genannt. Angesichts des Vormarsches des Internets in den Alltag der Handwerksbetriebe wundert es nicht, dass mehr als die Hälfte der Befragten über eine eigene
Homepage verfügen und sogar ihre Produkte oder Dienstleistungen online anbieten. Hier wird klar: Die Zeichen der Zeit werden erkannt und viele reagieren auf die Onlinenachfrage bereits über diverse werbliche Formate im Internet.
Mund-zu-Mund-Propaganda
Die Weiterempfehlung bleibt in den Augen der Befragten das A und O. Eine klare Mehrheit gibt an, dass der Kontakt zu neuen Kunden über den Kanal der Mund-zu-Mund-Propaganda extrem wichtig für ihr Geschäft sei. Neben der Steuerung von eigenen werblichen Maßnahmen setzt das Handwerk also nach wie vor auf den guten verlässlichen persönlichen Kontakt.
Zwar wissen die Befragten sehr genau, was sie mit ihrer Werbung über welche Kanäle erreichen möchten. Unsicherheit herrscht jedoch darüber, welche Schlagkraft die einzelnen Kanal tatsächlich für sie birgt. Bei der Frage, wie viele Kunden die Betriebe über die Empfehlung oder die werbliche Maßnahme definitiv jährlich hinzugewinnen würden, reicht das Spektrum der Antworten von einen bis 300 Kunden. Die Unternehmen haben demzufolge noch zu wenig Erfahrung mit der Rückverfolgung eines Neukunden hinsichtlich des Werbemediums. Dabei reicht schon ein bierdeckelgroßer Fragebogen, den die Kunden im Anschluss an eine Dienstleistung ausfüllen, um deren Zufriedenheit apzutasten und Aufschluss zu erhalten, wie ein Kunde auf den Betrieb aufmerksam geworden ist.
Bevorzugte Ratgeber
Beim Thema Kanäle, über die sich Betriebe über Neuerungen im Bereich Marketing oder Werbung informieren, scheiden nach wie vor die Fachzeitschriften am besten ab. Allerdings holt auch hier das Internet mit schnellen Schritten auf. Auch das immer unübersichtler werdende Angebot an Weiterbildungskursen zu diesen Themen wird dankbar angenommen.
