Sie suchen ein geeignetes Marketingsinstrument, um ihren Handwerksbetrieb bekannter zu machen? Die Teilnahme an Wettbewerben kann ein gutes Instrument der Öffentlichkeitsarbeit sein. Von Franz Falk
Wer vorne liegt, macht Eindruck
"Den Preis, den will ich." Mit Zielstrebigkeit und Selbstvertrauen nahm sich Bäckermeister Jochen Baier aus Herrenberg vor, bei der Preisverleihung des Förderpreises Junge Unternehmen der L-Bank in Baden-Württemberg auf dem Treppchen zu stehen. Klar war ihm von vornherein, dass ihm nichts geschenkt wird und dass die Messlatte bei diesem gut dotierten Wettbewerb sehr hoch liegt.
Diese Voraussetzungen spornten ihn an. Mit viel Akribie machte er sich daran, die Wettbewerbsunterlagen auszufüllen und dabei seine Stärken deutlich, aber nicht übertrieben, zum Ausdruck zu bringen. Sein Einsatz wurde belohnt. Im Oktober 2010 erhielt er aus der Hand des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und L-Bank-Chef Jochen Brand den begehrten Preis. Zuvor musste er sich allerdings einer kritischen Jury präsentieren und Rede und Antwort stehen. Und diese halbe Stunde war schweißtreibend. Das Preisgeld, die Ehre und die Öffentlichkeitswirkung entschädigten Jochen Baier für die vielen Stunden, die er in die Erstellung der Unterlagen und in die Vorbereitung auf die Präsentation investiert hatte. Denn das zeigen alle Wettbewerbe: Der Geldpreis ist sicherlich ein Anreiz für die Bewerbung. Die eigentliche Belohnung ist aber die öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Gewinner zuteilwird.
So wie Jochen Baier haben viele Handwerker schon entdeckt, dass Wettbewerbe ein gutes Instrument der Öffentlichkeitsarbeit sind. Sie machen Unternehmer und Betrieb bekannt, bringen öffentliches Renommee, sind gut für das Image, geben einen Vertrauensbonus und stärken das Selbstbewusstsein. Das Lob entschädigt für viele Mühen. Der Gewinn eines Wettbewerbs lässt sich bei anderen Aktionen vermarkten. Er ist ein Alleinstellungsmerkmal, das sich in Euro und Cent auszahlt.
Strahleffekt des Siegers
Für Thomas Rodens, Maler- und Lackierermeister aus Stuttgart, sind Wettbewerbe ein hervorragendes Mittel, um seinen jungen Betrieb bekannt zu machen und Vertrauen bei den Kunden aufzubauen. Als Sieger beim landesweiten Startup-Wettbewerb der Sparkassen in Baden-Württemberg und als einer der Gewinner beim bundesweiten Wettbewerb "Top-Gründer im Handwerk“, verliehen von der Zeitschrift handwerk magazin, Würth und der Signal Iduna Gruppe profitierte er vom Strahleffekt eines Siegers.
Thomas Rodens, Jochen Baier oder auch Norbert Schempp, Buchbindermeister aus Kornwestheim, der für seine Dienstleistungen und die Betriebsübernahme ausgezeichnet wurde, können bestätigen, dass harte Arbeit einer Auszeichnung vorausgeht. Wer lieblos einen Bewerbungsbogen ausfüllt, kann sich die Zeit sparen. Eine solche Bewerbung scheidet aus. Ein Bewerber muss sich intensiv mit dem Wettbewerb auseinandersetzen und selbstkritisch fragen: Was wird ausgezeichnet? Habe ich Stärken in den Kriterien, die bei dem Wettbewerb wichtig sind?
Ernsthafte Bewerber füllen nicht nur den Bewerbungsbogen aus. Denn der darin vorgesehene Platz reicht für aussagefähige Beschreibungen nicht aus. Erstellen Sie deshalb eine separate Bewerbung, in der Sie das Unternehmen und seine Befähigungen ausführlich darstellen können. Fotos, Referenzen und die eigene Homepage unterstützen die Aussagen. Eine professionelle Präsentation ist zwar noch keine Garantie für einen der ersten Plätze, aber Voraussetzung für eine gute Platzierung.
Wer die erste Hürde bei der schriftlichen Bewerbung übersprungen hat, hat die Chance der Präsentation vor der Jury. Auch da gilt: Nichts dem Zufall überlassen. Mit einer guten, authentischen Präsentation und Schlagfertigkeit beim Beantworten von Fragen können Bewerber punkten. Wem es gelingt, mehr als eine Powerpoint-Präsentation vorzuweisen, beispielsweise eine Demonstration anhand eines Modells oder anhand eines konkreten Beispiels, kann überzeugen. Vor allem ist wichtig, den Auftritt zu üben, auf die zur Verfügung stehende Zeit zu achten und selbstsicher, aber nicht überheblich zu wirken.
Wenn es trotz aller Anstrengungen nicht geklappt hat, dann war die Bewerbung trotzdem nicht umsonst. Denn jede Bewerbung zwingt einen Bewerber, sich intensiv mit sich und dem Unternehmen auseinanderzusetzen. Er hält sich selbst den Spiegel vor und erkennt, wo er Stärken und wo er noch Schwächen hat. Und diese Erkenntnis gibt Anregungen, woran er in nächster Zeit arbeiten muss. Den Kopf in den Sand stecken gilt für Bewerber nicht. Denn mit den gemachten Erfahrungen hat man bessere Chancen bei der nächsten Bewerbung.
Den Erfolg vermarkten
Wenn es geklappt hat, dann heißt es, den Erfolg richtig zu vermarkten. Eine Meldung an die Regionalpresse und auf der eigenen Homepage ist ein Muss. Tue Gutes und sprich darüber. Das heißt: E-Mails an Geschäftspartner und ein Hinweis in den Geschäftspapieren sorgen dafür, dass die Auszeichnung wahrgenommen wird. Ein Firmenfest für Mitarbeiter und Geschäftsfreunde sollte sein. Am besten ein Firmenfest, das selbst wieder für positive Werbung sorgt. Wenn nach dem Fest vielleicht noch für soziale oder kulturelle Zwecke gespendet wird, ist gleich der nächste Anlass für eine Pressemeldung gegeben.
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