Weihnachtsfeier Weihnachtsfeier: Was bei einem Unfall gilt

Während der Adventszeit geht es nicht nur zu Hause besinnlich zu, auch die Unternehmen wollen, dass die Mitarbeiter wieder ein Stück zusammen rücken, ein paar gute Stunden außerhalb des Jobs miteinander verbringen. Doch wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus, wenn es bei der Weihnachtsfeier zu einem Unfall kommt?

Isabella Hafner

In der Firma, einem Restaurant, einer für einen Abend gemieteten Location. Oder Sie machen einen Ausflug auf den Weihnachtsmarkt oder in die Bowlinghalle. Und dann passiert es: Ein Mitarbeiter bricht sich den Fuß beim Tanzen, schüttet versehentlich Glühwein über den Arm der Kollegin oder lässt die Bowlingkugel auf seinem Zeh landen.

Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung

Grundsätzlich gilt: Betriebsausflüge und Veranstaltungen stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, informiert Elke Biesel von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Sie sollen die Verbundenheit zwischen Belegschaft und Unternehmensleitung fördern. Deshalb sind sie hinsichtlich des Unfallversicherungsschutzes der betrieblichen Tätigkeit gleichgestellt. Allerdings sind daran Voraussetzungen geknüpft. Nicht nur, dass es sich um eine sogenannte betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung handeln muss.

Was darunter zu verstehen ist, ist streng geregelt. Es reicht nicht aus, dass ein paar Kollegen miteinander etwas unternehmen. Die Veranstaltung muss allen Beschäftigten einer Firma offenstehen. Zusätzlich muss der Geschäftsführer die Aktivität offiziell unterstützen. Auch wenn er selbst nicht anwesend ist, wie ein Urteil des Bundessozialgerichts (Az.:B 2 U 5/15 R) vom 5. Juli diesen Jahres beschieden hat.

Elke Biesel erklärt: "Insbesondere bei großen Unternehmen ist es ausreichend, wenn kleinere Organisationseinheiten eine Gemeinschaftsveranstaltung durchführen und die Leitung dieser Untereinheit als Veranstalter fungiert. Das auch hier erforderliche Einvernehmen mit der Unternehmensleitung kann sich dabei aus direkter Absprache oder aus der gelebten Unternehmenskultur ergeben." Die Vorgaben für den Veranstaltung müssen mit der Abteilung oder Sachgebietsleitung abgeklärt worden sein: Zum Beispiel von wann bis wann sie dauert, wie sie finanziell gefördert wird.

Hinweg und Rückweg versichert

Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer ab dem Zeitpunkt, ab dem er sein Haus zur Betriebsveranstaltung verlässt, versichert. Wie an einem ganz normalen Arbeitstag. Das heißt: Der direkte Hinweg, die  Veranstaltung selbst und der direkte Rückweg nach Hause sind versichert. Sitzt man aber nach dem eigentlichen Programm noch mit ein paar Kollegen zusammen, sieht es anders aus. Diese Zeit fällt dann in den Bereich der privaten Freizeitgestaltung, währenddessen ist der Arbeitnehmer nicht über die Berufsgenossenschaft versichert. Am besten, der Chef legt vorher den genauen zeitlichen Rahmen fest oder beendet die Veranstaltung dann irgendwann vor Ort ausdrücklich. So lässt sich jede Unklarheit vermeiden.

Übrigens: Kommen Frau und Kinder mit auf die Weihnachtsfeier und hat einer von ihnen einen Unfall, entfällt für sie der gesetzliche Versicherungsschutz. Auch wer nicht zur Firma gehört, also externer Gast ist, oder ehemaliger Mitarbeiter, hat leider Pech gehabt.