Urlaub an Heiligabend und Silvester Weihnachten und Silvester: Muss ich Urlaub nehmen?

Gesetzliche Feiertage sind sie nicht, normale Arbeitstage aber auch nicht: Alle Jahre wieder fragen sich Arbeitnehmer, ob sie für Heiligabend und Silvester Urlaub nehmen müssen – und falls ja, ob einen halben oder einen ganz Tag – oder ob diese Tage sowieso frei sind. Dabei ist die rechtliche Lage zum Urlaub rund um Weihnachten ziemlich eindeutig.

Harald Czycholl

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird gerne Urlaub genommen. Doch das gilt nicht für alle Arbeitnehmer. - © VRD/Fotolia.com

Alle Jahre wieder stellen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer die Frage, wie Urlaub und Arbeitszeit an Weihnachten sowie an Neujahr gesetzlich geregelt sind. Muss ich an Weihnachten einen halben oder ganzen Tag Urlaub nehmen? Ist der Betriebsurlaub über Weihnachten verpflichtend? Und welche Stolperfallen gibt es für Arbeitgeber? Wir haben die wichtigsten Fragen zum Thema Weihnachten, Arbeitszeit und Urlaub beantwortet:

Halber oder ganzer Urlaubstag an Heiligabend und Silvester?

Zumindest für Kinder ist Heiligabend der höchste Feiertag des Jahres und der Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Und Silvester verbinden ohnehin die meisten Menschen mit Feiern. Doch auch wenn viele Arbeitnehmer das meinen: Feiertage im gesetzlichen Sinne sind Heiligabend und Silvester nicht – im Gegensatz zum ersten und zweiten Weihnachtstag sowie Neujahr. Deshalb gilt grundsätzlich: Wer an Heiligabend oder Silvester frei haben möchte, muss einen Urlaubstag nehmen . "Hierfür kann der Arbeitgeber generell jeweils bis zu einem ganzen Urlaubstag anrechnen“, sagt Thomas Schulz, Rechtsanwalt in der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Hamburg .

Das gilt nicht nur für Branchen, in denen Heiligabend oder Silvester kräftig Umsatz gemacht wird. Der Einzelhandel profitiert beispielsweise enorm davon , dass viele Menschen noch auf den letzten Drücker Weihnachtsgeschenke kaufen wollen.

Urlaubsanträge ausfüllen müssen aber auch jene Angestellten, die in Unternehmen beschäftigt sind, die an diesen Tagen nicht zwingend besetzt sein müssten – von der Schreinerei über die Autowerkstatt bis hin zum Architekturbüro.

Häufig machen Unternehmen Betriebsferien

Allerdings ist es bei vielen Unternehmen Usus, dass die Mitarbeiter ohnehin frei bekommen . Viele Betriebe machen in der ruhigen, beschaulichen Zeit "zwischen den Jahren“ auch ganz dicht und schicken ihre Belegschaft in die Betriebsferien, die vor allem in Süddeutschland meistens bis zum Dreikönigstag am 6. Januar andauern.

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    Wenn das bunt gefärbte Laub unter den Füßen raschelt, schweben Herbstliebhaber auf Wolke 7. Die Blätterpracht birgt allerdings auch Gefahren. Denn: Sobald das Laub nass wird, verwandelt sich das Herbstambiente in ein Unfallrisiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Gerade auf mit Laub bedeckten Treppen besteht für Arbeiter erhöhte Rutschgefahr. Dasselbe gilt für Eingangsbereiche, in die der Wind nasses Laub hineingetragen hat. Betriebsinhaber sollten daher versuchen, sowohl Betriebsgelände als auch angrenzende Wege so gut wie möglich vom Laub zu befreien.
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    Sobald die Temperaturen unter 0 Grad wandern, wird der Weg zur Arbeit eine Rutschpartie. Glatteis macht nicht nur Autofahrern sondern auch Fußgängern zu schaffen. Das gilt auch für Wege auf der Arbeit. Viele Unfälle im Herbst und Winter ereignen sich bereits auf dem Firmenparkplatz. Pfützen, die sich in Löchern und Kuhlen gebildet haben, gefrieren über Nacht zu Eis und verwandeln sich so zu einer potenziellen Unfallstelle. Gerade auf Schotterparkplätzen sollten Betriebsinhaber daher versuchen, Löcher zuzuschütten und den Untergrund möglichst eben zu halten.
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    Wer auf dem Weg zur Arbeit durch Regen oder Schnee stapft, trägt Matsch und Feuchtigkeit häufig auch mit ins Büro. Hier lauert im Herbst und Winter eine weitere Unfallgefahr. Denn durch das nasse Schuhwerk bilden sich Pfützen im Gebäude, die vor allem auf Treppen und glatten Böden zum Ausrutschen einladen. Schuhe sollten daher vor Betreten des Gebäudes immer ausreichend abgestreift und -geklopft werden. Gegebenenfalls sollten Mitarbeiter ihre Schuhe auch vor Ort wechseln. Betriebsinhaber sollten dafür sorgen, dass an allen Eingängen große Fußabtreter liegen.
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    Wer im Winter draußen arbeitet, ist erhöhter Unfallgefahr ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist bei Arbeiten auf dem Gerüst geboten. Die glatten Bodenplatten verwandeln sich bei Schnee und Regen schnell zu einem rutschigen Untergrund. Arbeiter sollten sich daher äußerst vorsichtig bewegen und zusätzlich sichern. Zudem sollte auf rutschfestes Schuhwerk und passende Schutzausrüstung geachtet werden. Gerüste, Laufstege und Treppen müssen geräumt und gestreut und sichere Verkehrswege sollten nicht verlassen werden.
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    Der Winter wird nicht umsonst die dunkle Jahreszeit genannt. Eine ausreichende Beleuchtung auf dem Betriebsgelände sowie auf der Baustelle ist daher unerlässlich. Stolperfallen oder rutschige Stellen können ansonsten leicht übersehen werden und zu Unfällen führen. Verkehrswege müssen blendfrei mit mindestens 20 Lux ausgeleuchtet werden. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich. Vorhandene Lampen können im Winter schnell einmal verschmutzt oder von Schnee bedeckt sein. Chefs und Mitarbeiter sollten die Leuchtquellen daher regelmäßig prüfen und gegebenenfalls säubern. Steht morgens und abends kein Tageslicht zur Verfügung, ist zudem eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindestens 1 Lux erforderlich.
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    Wer die falschen Schuhe trägt, setzt sich einem erhöhten Unfallrisiko aus. Das richtige Schuhwerk kann hingegen Unfälle auf der Arbeit vorbeugen. Gerade im Herbst und Winter ist der Untergrund vielerorts rutschig. Der Chef ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen den Anforderungen entsprechenden Fußschutz mit rutschfester Sohle bereitzustellen. Je nach Schuhwerk kann sogar die Unfallgefahr durch Umknicken reduziert werden.
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    Keine Unfall-, dafür aber die häufigste Krankheitsursache bei Arbeiten im Freien: Die falsche Kleidung. Besonders im Winter drohen hartnäckige Erkältungen und chronische Krankheiten der Atemwege oder Gelenke. Im Winter ist die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und Hose ist entscheidend - beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben. Auch der nötige Kälteschutz für den Kopf ist wichtig, etwa durch einen Helm mit Winterauskleidung.
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    Neben der persönlichen Schutzausrüstung sollten die Unternehmer bei tiefen Temperaturen auch die Arbeit entsprechend organisieren und den Mitarbeitern beispielsweise heiße Getränke und einen Aufwärmraum für die Pausen anbieten. Gestärkt und aufgewärmt verringert sich das Erkältungsrisiko. In den Pausenräumen sollte es laut BG Bau mindestens 21 Grad Celsius warm sein.
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    Vor allem im Winter gilt: Das Betriebsgelände sowie angrenzende Wege sollten unbedingt von Eis und Schnee befreit werden. Damit Unfälle nicht bereits bei den Räumungsarbeiten passieren, gibt es überziehbare Spikes, die an den Schuhen sicher befestigt werden können. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten muss der Baubetrieb dafür sorgen, dass gestreut und geräumt wird.

Ist der Betriebsurlaub über Weihnachten verpflichtend? 

Arbeitgeber dürfen die Urlaubsverteilung grundsätzlich nicht bestimmen. Über Feiertage wie beispielsweise Weihnachten können sie aber Betriebsferien für alle Arbeitnehmer oder für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern anordnen. Diese dürfen sie – bei Bestehen eines Betriebsrats – nur in Absprache beziehungsweise unter Zustimmung vorgeben. Individuelle Urlaubswünsche der Arbeitnehmer müssen im Falle eines rechtmäßig verordnetem Betriebsurlaub zurückstehen. Allerdings dürfen die Betriebsferien nur einen Teil des Jahresurlaubs (Faustregel: 3/5) ausmachen. In Härtefällen dürfen auch Ausnahmen von dieser Urlaubsverordnung gemacht werden.

Die "betriebliche Übung" als Fallstrick

Eine kleine Falle für Chefs, die ein Auge zudrücken und ihren Mitarbeitern an Heiligabend einfach freigeben, um ihnen die Vorweihnachtsfreude zu ermöglichen , ist die sogenannte "betriebliche Übung“: Wer dreimal hintereinander Heiligabend oder Silvester zu einem freien Tag erklärt hat , muss das auch zukünftig so machen. Denn die Mitarbeiter dürfen dann davon ausgehen, dass an diesen Tagen immer frei ist. Eine betriebliche Übung entfaltet nämlich im Arbeitsrecht den gleichen Rechtsanspruch wie der Arbeitsvertrag. Umschiffen lässt sich diese Klippe, indem man im entsprechenden Aushang oder der Rundmail betont, dass die Regelung nur ausnahmsweise für dieses Jahr gelte.

Manche Tarif- oder Arbeitsverträge regeln Urlaubstage an Heiligabend und Silvester

Aber auch jenseits solcher juristischen Spitzfindigkeiten sehen diverse Tarifverträge und auch manche Arbeitsverträge vor, dass am 24. und 31. Dezember ganz oder zumindest teilweise frei ist. So endet beispielsweise an diesen Tagen in der Metallindustrie Nordrhein-Westfalen die regelmäßige tarifliche Arbeitszeit um 13.00 Uhr . Zudem schreiben in den meisten Bundesländern die Ladenschlussgesetze vor, dass die Geschäfte ab 14.00 Uhr schließen müssen . In solchen Fällen muss, wer den ganzen Tag frei haben möchte, auch nur einen halben Urlaubstag dafür einsetzen.

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    Wer auf dem Weg zur Arbeit durch Regen oder Schnee stapft, trägt Matsch und Feuchtigkeit häufig auch mit ins Büro. Hier lauert im Herbst und Winter eine weitere Unfallgefahr. Denn durch das nasse Schuhwerk bilden sich Pfützen im Gebäude, die vor allem auf Treppen und glatten Böden zum Ausrutschen einladen. Schuhe sollten daher vor Betreten des Gebäudes immer ausreichend abgestreift und -geklopft werden. Gegebenenfalls sollten Mitarbeiter ihre Schuhe auch vor Ort wechseln. Betriebsinhaber sollten dafür sorgen, dass an allen Eingängen große Fußabtreter liegen.
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    Wer im Winter draußen arbeitet, ist erhöhter Unfallgefahr ausgesetzt. Besondere Vorsicht ist bei Arbeiten auf dem Gerüst geboten. Die glatten Bodenplatten verwandeln sich bei Schnee und Regen schnell zu einem rutschigen Untergrund. Arbeiter sollten sich daher äußerst vorsichtig bewegen und zusätzlich sichern. Zudem sollte auf rutschfestes Schuhwerk und passende Schutzausrüstung geachtet werden. Gerüste, Laufstege und Treppen müssen geräumt und gestreut und sichere Verkehrswege sollten nicht verlassen werden.
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    Der Winter wird nicht umsonst die dunkle Jahreszeit genannt. Eine ausreichende Beleuchtung auf dem Betriebsgelände sowie auf der Baustelle ist daher unerlässlich. Stolperfallen oder rutschige Stellen können ansonsten leicht übersehen werden und zu Unfällen führen. Verkehrswege müssen blendfrei mit mindestens 20 Lux ausgeleuchtet werden. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich. Vorhandene Lampen können im Winter schnell einmal verschmutzt oder von Schnee bedeckt sein. Chefs und Mitarbeiter sollten die Leuchtquellen daher regelmäßig prüfen und gegebenenfalls säubern. Steht morgens und abends kein Tageslicht zur Verfügung, ist zudem eine Sicherheitsbeleuchtung mit mindestens 1 Lux erforderlich.
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    Keine Unfall-, dafür aber die häufigste Krankheitsursache bei Arbeiten im Freien: Die falsche Kleidung. Besonders im Winter drohen hartnäckige Erkältungen und chronische Krankheiten der Atemwege oder Gelenke. Im Winter ist die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und Hose ist entscheidend - beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung. Die Kleidung soll einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung erlauben. Auch der nötige Kälteschutz für den Kopf ist wichtig, etwa durch einen Helm mit Winterauskleidung.
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    Neben der persönlichen Schutzausrüstung sollten die Unternehmer bei tiefen Temperaturen auch die Arbeit entsprechend organisieren und den Mitarbeitern beispielsweise heiße Getränke und einen Aufwärmraum für die Pausen anbieten. Gestärkt und aufgewärmt verringert sich das Erkältungsrisiko. In den Pausenräumen sollte es laut BG Bau mindestens 21 Grad Celsius warm sein.
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    Vor allem im Winter gilt: Das Betriebsgelände sowie angrenzende Wege sollten unbedingt von Eis und Schnee befreit werden. Damit Unfälle nicht bereits bei den Räumungsarbeiten passieren, gibt es überziehbare Spikes, die an den Schuhen sicher befestigt werden können. Auch auf Baustellen und in der Umgebung von Rohbauten muss der Baubetrieb dafür sorgen, dass gestreut und geräumt wird.

Heiligabend gilt vielerorts als "stiller Tag"

Laut Angaben des Rechtsschutzversicherers D.A.S. gilt in manchen Bundesländern der Nachmittag und Abend des 24. Dezember als sogenannter "stiller Tag“ . Das betrifft zwar in erster Linie öffentliche Vergnügungsveranstaltungen , die in dieser Zeit nicht stattfinden dürfen und bedeutet damit nicht automatisch, dass auch die Arbeitszeit beendet ist. Die Regelung beinhaltet aber auch das Verbot von Lärmbelästigungen. "Folglich dürfen in den Bundesländern, die einen solchen Schutz gewähren, ab diesem Zeitpunkt keine Bauarbeiten mehr durchgeführt werden“ , sagt Heuking-Anwalt Schulz. Auch andere handwerkliche Tätigkeit, die Lärm verursachen, sind dann nicht mehr erlaubt. Wer in entsprechenden Branchen arbeitet, hat dann quasi qua Gesetz frei – und braucht zumindest keinen kompletten Urlaubstag einzusetzen, wenn er zu Hause noch den Weihnachtsbaum schmücken oder den Gänsebraten vorbereiten will.

Wer arbeiten muss, wenn alle frei haben

Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag sind genau wie Neujahr gesetzliche Feiertage . Deshalb haben Arbeitnehmer an diesen Tagen grundsätzlich frei – es gilt ein sogenanntes Beschäftigungsverbot, das im Arbeitszeitgesetz verankert ist. Nur wer etwa im Krankenhaus, bei einem Pflegedienst oder der Polizei arbeitet, kann an diesen Tagen Dienst haben. Dies ist in Paragraf 10 des Arbeitszeitgesetzes geregelt. Das gilt unter Umständen auch für Handwerksbetriebe mancher Branchen , beispielsweise im Bereich Heizung/Sanitär, in denen zumindest ein Mitarbeiter Bereitschaftsdienst hat und zum Notdienst ausrücken muss, wenn bei einem Kunden über die Feiertage die Heizung streikt oder das Abflussrohr verstopft ist.

Wie die ManpowerGroup in ihrer repräsentativen Studie "Jobzufriedenheit herausfand, muss jeder sechste Beschäftigte in Deutschland regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Dabei würden drei Viertel der Befragten viel lieber privaten Aktivitäten nachgehen als zu arbeiten. Selbst Zuschläge für die Arbeit an Heiligabend oder Silvester bieten hier wenig Anreiz. Eine deutliche Mehrheit von 92 Prozent zieht eine Auszeit finanziellen Zuschlägen vor.

Manchmal führt aber kein Weg daran vorbei. Wer an Tagen, an denen naturgemäß die meisten Mitarbeiter nicht einmal ans Arbeiten denken wollen, Dienst hat, bestimmt – klar – der Chef. "Grundsätzlich sollten Arbeitgeber hierbei soziale Aspekte wie das Alter der Arbeitnehmer , die Länge der Betriebszugehörigkeit, die Urlaubsmöglichkeiten der Familie und Lebenspartner und wer im vergangenen Jahr an diesen Tagen frei hatte, berücksichtigen“, erläutert Thomas Schulz, Rechtsanwalt in der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Auch die Schulferien der Kinder können mit berücksichtigt werden. Automatische Vorrechte auf freie Tage haben Eltern aber grundsätzlich nicht.

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