Volle Auftragsbücher, starke Umsatzanstiege: Aktuell boomt im Handwerk die Konjunktur und viele Betriebe expandieren. Doch das birgt auch Gefahren. Worauf sich Unternehmer vorbereiten sollten, beschreibt "handwerk magazin" in seiner neuesten Ausgabe.
Seit etwa drei Jahren zieht die Konjunktur im Handwerk an und sorgt dafür, dass sich die Wirtschaftslage 2014 auf einem Zehn-Jahres-Hoch befindet. Das hat zur Folge, dass viele Handwerksunternehmen expandieren oder dies planen. Was vielen bei der Entscheidung nicht bewusst ist: Wer sich für Wachstum entscheidet, entscheidet sich damit für einen lang andauernden Prozess mit Höhen und Tiefen.
Mangelnde Kapazitäten
Ein Problem sind Wachstumsschwellen. „Leider ist Wachstum diskontinuierlich und nicht immer berechenbar“, sagt Thomas Hardwig, Soziologe und Unternehmensberater dem Wirtschaftstitel "handwerk magazin" (Juni-Ausgabe). Die größte Herausforderung sind laut Hardwig Wachstumsschwellen, an die die meisten Betriebe immer wieder geraten: Wenn immer mehr Aufträge eingehen, reichen irgendwann die Kapazitäten nicht mehr aus. Zu wenig Personal, zu wenig Maschinen, zu wenig Arbeits- und Lagerraum. Um aber zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, Geräte zu kaufen oder die Halle auszubauen, benötigt der Betrieb Geld, das zu Beginn der Wachstumsphase meist noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist.
Hinzu kommt, dass sich einzelne Bereiche gegenseitig beeinflussen. Entschließt sich ein Unternehmer, für die Produktion zusätzlicher Aufträge eine weitere Maschine anzuschaffen, benötigt er dafür meist weitere Mitarbeiter und Stellfläche für Materialien oder fertige Produkte.
Andererseits bringen ihm zusätzliche Arbeiter nichts, wenn es für sie nicht genügend Arbeitsplätze oder Werkzeuge und Maschinen gibt. Diese einzelnen Kapazitäten aufeinander abzustimmen, ist im Rahmen einer Expansion eine oft unterschätzte Problematik, die die Arbeitsabläufe im Betrieb ausbremsen.
Engpässe bei den Kapazitäten sind jedoch nur einer der Bausteine, die über Erfolg und Misserfolg einer Expansion entscheiden. Ein Blick auf die Betriebsorganisation ist genauso wichtig, wie die ständige Beobachtung von Qualität und Service.
Frühzeitige Planung, langfristige Finanzierung
Das Fazit für wachstumswillige Unternehmen: Einen wachsenden Betrieb zu managen, benötigt Zeit und Engagement. Die Expansion muss gut geplant werden, sonst riskiert der Chef im schlimmsten Fall sein Unternehmen.
Wie andere Handwerksunternehmen mit den Herausforderungen umgegangen und erfolgreich gewachsen sind, sowie weitere Tipps und Tricks zum Handling der Expansion finden Sie in der aktuellen Juni-Ausgabe von "handwerk magazin". Im Abo oder als digitales E-Paper für Apple-Geräte und Android . dhz
