Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen manipuliert VW-Skandal: Droht der deutschen Wirtschaft ein Imageverlust ?

VW hat die Abgaswerte ihrer Dieselfahrzeuge bei Messungen manipuliert. Für das Unternehmen bedeuet das einen enormen Vetrauensverlust. Während Bundesverkehrsminister Dobrindt eine Untersuchungskommission einsetzen möchte, mehren sich auch Stimmen, die vor einem Imageverlust der deutschen Produkte warnen.

Auf VW kommen aufgrund des Abgas-Skandals unruhige Zeiten zu. - © Foto: Hersteller

Im Skandal um Abgas-Manipulationen des Volkswagen-Konzerns setzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Untersuchungskommission ein. Die Kommission unter Leitung von Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald werde noch diese Woche nach Wolfsburg reisen, sagte Dobrindt. Sie soll nach seinen Worten untersuchen, "ob die betreffenden Fahrzeuge konform der deutschen und der europäischen Regeln gebaut und auch geprüft worden sind". Dazu wollen die Experten Gespräche führen und Einblick in Unterlagen erbitten.

Gespräche mit der amerkikanischen Umweltbehörde

Die US-Umweltbehörde EPA wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA erlassen.

Laut Dobrindt hat Volkswagen die Unterstützung aller Maßnahmen zugesagt. Es werde auch Gespräche mit der EPA und anderen deutschen Herstellern geben. In der Kommission sitzen Fachleute des Ministeriums und des Kraftfahrt-Bundesamtes. Ihre Arbeit wird den Angaben zufolge auch wissenschaftlich begleitet.

Schaden für die Exportindustrie

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn bat zwei Tage nach Bekanntwerden der Manipulationen öffentlich um Entschuldigung und versprach Aufklärung und Wiedergutmachung. Er betonte: "Auch ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Antworten auf alle Fragen." Er entschuldigte sich bei Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das "Fehlverhalten".

Inzwischen mehren sich Stimmen, die vor einer Ausweitung des Image-Schadens bei VW auf die gesamte deutsche Exportindustrie warnen. Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, ermahnte Volkswagen, die versprochene Aufklärung rasch umzusetzen. "Davon hängt auch ab, ob ein Kollateralschaden für das Image deutscher Produkte entsteht", sagte er der "Bild"-Zeitung. Anlass zu übertriebenen Befürchtungen gebe es aber noch nicht: Der Erfolg der "hervorragenden Produkte tausender Firmen hängt Gott sei Dank nicht von einem einzigen Unternehmen ab. Wir sollten da mal die Kirche im Dorf lassen."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, äußerte sich ähnlich. "Es gibt jetzt so manchen auf der Welt, der sagt: Ganz so toll ist das mit Deutschland nicht", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der VW-Skandal sei ein "Schlag ins Kontor". Der Slogan "Made in Germany" sei zu recht eine starke Marke für den Standort Deutschland. dpa/dhz