Steuertipp Vorsteuererstattung: Vorsicht bei Postfachadresse in Rechnung

Erhalten Sie von einem anderen Unternehmer für Ihren Handwerksbetrieb eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer, können Sie normalerweise die Erstattung dieser Umsatzsteuer (= Vorsteuer) beim Finanzamt beantragen. Stimmt Ihre Adresse in der Rechnung allerdings nicht, kann das zum Verlust der Vorsteuererstattung führen.

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Falsch ist Ihre Adresse immer dann, wenn der Aussteller der Rechnung statt Ihrer postalischen Adresse ein Postfach oder eine Großkundenadresse angibt, an der Sie gar nicht unternehmerisch aktiv sind. Folge: Sie verlieren den Vorsteuerabzug.

Finanzverwaltung versus Bundesfinanzhof

Viele Finanzbeamte machen Ihnen in diesem Fall den Vorsteuerabzug streitig, obwohl das Bundesfinanzministerium den Vorsteuerabzug bei Verwendung einer Postfachadresse oder einer Großkundenadresse ausdrücklich erlaubt (Abschnitt 14.5 Absatz 2 Satz 3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses). Doch zu dieser Frage läuft derzeit ein Musterprozess beim Bundesfinanzhof (BFH, Az. V R 25/15). Und sollten die BFH-Richter den Vorsteuerabzug ausschließen, sobald in der Rechnung nicht die Adresse des Rechnungsempfängers ausgewiesen ist, an der er seine wirtschaftliche Tätigkeit entfaltet, kann es zu rückwirkenden Vorsteuerkürzungen kommen.

Tipp: Verwenden Sie bei vielen Kunden und Geschäftspartnern bisher Ihre Postfachadresse oder eine Großkundenadresse, an der Sie Ihre handwerklichen Tätigkeiten gar nicht ausüben, empfiehlt sich sicherheitshalber folgende Vorgehensweise:

  • Teilen Sie Ihren Kunden und Geschäftspartnern mit, dass die an Sie gerichteten Rechnungen künftig die postalische Adresse enthalten sollen, an der Sie wirtschaftlich aktiv sind.
  • Erhalten Sie dennoch Rechnungen, die Ihr Postfach oder Ihre Großkundenadresse ausweisen, schicken Sie diese Rechnung mit der Bitte zurück, Ihre postalische Adresse zu verwenden.