Beruf mit Perspektive Von der Gastro ins Handwerk: "Das waren meine Beweggründe"

Boris Friedrich war lange Jahre in der Gastronomie tätig. Vor zwei Jahren wechselte der damals 38-Jährige ins Maler- und Lackiererhandwerk. Dafür gab es drei Gründe.

Maler Friedrich
Boris Friedrich schulte zum Maler und Lackierer um. Jetzt besucht er die Meisterschule und plant seine Karriere im Handwerk. - © privat

Über Jahre hinweg war Boris Friedrich in der Gastronomie tätig, bekleidete verschiedene kaufmännische Führungspositionen. Schon lange beschäftigte ihn aber ein Gedanke: "Was würdest du tun, wenn du nochmal etwas ganz anderes machen könntest?" Die Antwort lag für ihn schnell auf der Hand: "Ins Handwerk wechseln!" Vor gut zwei Jahren ist er diesen Schritt gegangen und steht jetzt vor der Meisterprüfung im Maler- und Lackiererhandwerk.

Handwerk hat Zukunft

Für den Wechsel waren für Friedrich drei Gründe ausschlaggebend: "Fachkräfte werden im Handwerk dringend gesucht; das Handwerk bietet hervorragende Perspektiven zur Weiterentwicklung; und der Wunsch nach einem eigenen Betrieb lässt sich in seinem Umfeld ermöglichen." Daher schulte er mit 38 Jahren zum Maler und Lackierer um und besucht jetzt die Meisterschule. Mit dem Meisterbrief in der Tasche will er seiner Karriere im Handwerk dann richtig Schub geben.

"Ich bin froh, dass ich diese Chance zur beruflichen Veränderung beim Schopf gepackt habe", sagt Boris Friedrich, "das Handwerk bietet mir so vielfältige Möglichkeiten und hat Zukunft." Ihn begeistert vor allem die gute Mischung aus Planung, Kreativität und dem direkten Kontakt zu Kunden, den er ja schon aus dem Gastronomiebereich kennt. "Mir macht es einfach Spaß mit Menschen zu kommunizieren und gemeinsam mit ihnen Gestaltungsideen zu entwickeln", sagt der Meisterschüler.

Jetzt, mit 40 Jahren, wollte er so schnell es geht den Wechsel schaffen. Zum einen, um Schule und Theorie endlich hinter sich zu lassen. Zum anderen, um sich die Möglichkeit zu schaffen, in einem Betrieb Führungsaufgaben zu übernehmen und dabei das gewonnene Know-how, sein Engagement und seine Leidenschaft voll einzubringen.

Effizienz durch Digitalisierung

In der Meisterschule für Maler und Lackierer ist Boris Friedrich der Älteste – aber der einzige, der sein Tablet ständig dabeihat und dies konsequent in die Unterrichtseinheiten einbindet. Das zeigt schon seine grundsätzliche Ausrichtung, die er später in einem eigenen Betrieb leben will. "Die Digitalisierung bietet so viele Vorteile", ist er überzeugt und glaubt, dass sich viele Betriebe erst noch in diese Richtung weiterentwickeln müssen. "Mit digitalen Helfern kann man in der Büroorganisation, in der Kundenkommunikation, aber auch auf der Baustelle oder im Kontakt mit Lieferanten so viel Zeit sparen und dabei automatisch Fehlerquellen durch Mehrfacherfassung auf Papierzetteln ausschließen." Dies erfordere allerdings eine andere Herangehensweise. Von der Planung bis zum Abschluss von Aufträgen könne man so viele Arbeitsschritte sparen. Zeit, die Boris Friedrich in die Beratung seiner Kunden und die Entwicklung kreativer Lösungen stecken möchte.

Die grundsätzliche Ausrichtung hat der 40-Jährige also schon klar vor Augen. Das nächste und wichtigste Ziel für ihn ist allerdings, die Meisterschule mit Erfolg abzuschließen.