Vom Stempelmacher zum Mediengestalter

Neuer Name und neues Image für Flexografen

Entwürfe zu zeichnen und zu gestalten gehört auch weiterhin zu den Schwerpunkten in der Ausbildung zum „Mediengestalter Flexografie“.Foto: Bundesinnung für das Flexografen-Handwerk

Vom Stempelmacher zum Mediengestalter

Das Berufsbild des Flexografen stammt aus den späten 90er Jahren. Nun soll es umgekrempelt werden. Ein Verordnungsentwurf dafür besteht bereits.

„Es brauchte einfach mal eine Modernisierung“, findet Torben Thorn, Geschäftsführer der Bundesinnung für das Flexografen-Handwerk. „Die Technik, das Umfeld und das Produktportfolio haben sich schon lange verändert.“ Ab August soll der Beruf mit einem neuen Anstrich auftreten: als „Mediengestalter Flexografie“. Während Arbeitgeber und -nehmer den Verordnungsentwurf bereits abgestimmt haben, feilen nun Bundesjustiz- und Bundeswirtschaftsministerium noch an den Formalien.

„Mit dem Begriff Flexograf können viele nichts anfangen“, sagt Geo Wulf Müller, Geschäftsführer von Geo Müller Stempel-Müller in Nürnberg. „Mediengestalter klingt moderner.“ Müller hat selbst zwei Lehrlinge. Er befürwortet es, dass in der Ausbildungsverordnung auch kaufmännische Inhalte wie Beratung und Verkauf verankert werden.

„Der Flexograf von heute sitzt eben nicht abgeschottet in der Stempelfabrik, sondern in einem kleinen Betrieb, wo er viel Kundenkontakt hat, Verkaufsgespräche führt und auch mal eine Kalkulation erstellt“, sagt Torben Thorn. Kern des Berufsbildes sind nach wie vor Gestaltung, Grafik, Entwurf und Layout. Die Berufsbilder des „Mediengestalters Flexografie“ und des „Mediengestalters digital und Print“ aus der Industrie überschneiden sich inzwischen so sehr, dass die Lehrlinge nach der neuen Ausbildungsverordnung in einigen Fächern zusammen unterrichtet werden.

Der neue Ausbildungsname soll den veränderten Berufsinhalten des Flexografen nicht nur Rechnung tragen, sondern auch das Image des Berufs aufpolieren. „Viele unserer Betriebe haben bisher Mediengestalter oder Kaufmann ausgebildet, aber nicht Flexografen. Diese Betriebe wollen wir nun zurückholen“, berichtet Thorn. Denn im Flexografenhandwerk sei nicht nur die Zahl der Lehrlinge, sondern auch die der ausbildenden Betriebe zurückgegangen. Mit einer bundesweiten Kampagne will das Flexografenhandwerk ab dem Sommer dann gezielt für das neue Berufsbild werben. „Dann wird das Berufsbild des Flexografen hoffentlich attrakativer für junge Menschen bei der Berufswahl“, bekräftigt Geo Wulf Müller.kin