Das Jahr 2023 war für viele Selbstständige und Kleinstunternehmen in Deutschland kein gutes. Ihre Geschäftslage lag konstant unter dem Niveau der Gesamtwirtschaft. Und auch die Aussichten sind kaum besser. Einen kleinen Aufwärtstrend verzeichnen derzeit nur das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe.

Im Jahresrückblick 2023 zeigt der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex keine gute Bilanz. Im Dezember lagen die Werte der Geschäftslage, also der aktuellen wirtschaftlichen Situation, der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmer 8,3 Punkte von denen der Gesamtwirtschaft entfernt. Zwar schwächelte auch diese, besonders seit der Jahresmitte. Doch die Unternehmen in Deutschland blieben insgesamt noch in einem positiven Bereich. Die Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern zeigen seit Juni dagegen durchweg Werte im Minusbereich – und durchweg Werte weit unterhalb der Gesamtwirtschaft.
2024 kein Plus bei den Investitionen geplant
Zwar liegt der Tiefpunkt nicht am Jahresende mit einer Geschäftslage von -6,6 Punkten. Doch der Dezember bestätigt die Tendenz, dass es den kleinen Firmen wirtschaftlich schlechter geht als den großen. So sah sich im Jahr 2023 auch ein deutlich größerer Anteil der Selbstständigen in der Existenz bedroht. Die Wirtschaftsforscher des Münchner ifo Instituts sprechen von jedem sechsten Unternehmer im Schnitt derjenigen, die sie im Oktober für den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex befragt haben.
Diese regelmäßige Befragung von Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen erstellt das Institut in Zusammenarbeit mit dem Internetdienstleister Jimdo. Im November zeigte der KMU-Index, dass nur jeder siebte Selbstständige plant, seine Investitionen im Jahr 2024 zu erhöhen. Stattdessen dominiert der Pessimismus. "Anders sieht es in der Gesamtwirtschaft aus. Dort beabsichtigen mehr Unternehmen ihre Investitionstätigkeit im kommenden Jahr auszuweiten, als zu reduzieren", melden die Autoren des Indexes. Das mag auch daran liegen, dass es große Unternehmen derzeit bei der Kreditbeschaffung leichter haben. So stieg der Anteil der Selbstständigen, die Probleme beim Zugang zu Krediten hatten, vierten Quartal 2023 deutlich an. In der Gesamtwirtschaft ging dieser Anteil dagegen zurück.

Mit diesen Werten starten die kleineren Unternehmen also nicht gerade positiv in die Zukunft. Pessimismus prägt allerdings vor allem im Einzelhandel die Stimmung. Schuld daran ist ein Weihnachtsgeschäft, das hinter den Erwartungen blieb. So erzielten die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einen geringeren Umsatz. Da ihre Lager nun noch voll sind, fallen Bestellungen und damit ihre Investitionen nun entsprechend gering aus.
Selbstständige auf dem Bau starten 2024 mit positiven Werten
Etwas anders und auch etwas positiver sieht es gerade im verarbeitenden Gewerbe und auch im Baugewerbe aus. Zwar war auch für diese Wirtschaftszweige das Jahr 2023 nicht rosig – vor allem auf dem Bau ging es wirtschaftlich bergab. Jetzt zeigt sich bei ihnen allerdings im Dezember 2023 eine leichte Aufwärtsbewegung – im verarbeitenden Gewerbe zeigt sich ein Plus von 6 Punkten und im Baugewerbe ein Plus von 7 Punkten im Vergleich zum November. Beide Wirtschaftsbereiche starten allerdings von einem sehr schlechten Niveau. So sehen die Wirtschaftsforscher deshalb auch noch keine Trendwende oder einen anhaltenden Aufwärtstrend 2024. jtw
>>>Weitere Details zum Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex gibt es hier zusammengefasst.
