Gut aussehen bei der Online-Besprechung Videokonferenzen: So klappt es mit Bild und Ton

Videokonferenzen sind in der Corona-Pandemie Teil des Berufsalltags geworden. Doch das, was auf den Bildschirmen der anderen Gesprächsteilnehmer zu sehen ist, ist nicht immer vorteilhaft. Wie man es schafft, bei Videokonferenzen gut auszusehen.

Videokonferenz
Videokonferenzen sind in der Coronapandemie Alltag für viele im Berufsleben. - © Alex from the Rock - stock.adobe.com

Von Harald Czycholl

Seit Videokonferenzen Berufsalltag sind, öffnen sich täglich neue technische und ästhetische Abgründe. Das Bild ist mitunter düster und verwaschen, das Gesicht wirkt blass. Doch das muss nicht sein: Etwas Licht, ein guter Hintergrund und die richtige Haltung – und schon stimmen Bild und Auftreten in der Videokonferenz. Die wichtigsten Tipps für mehr Stil vor der Webcam.

Gute Perspektiven bei der Videokonferenz

Die Webcam steht auf dem Bücherregal hinter dem Bildschirm und filmt von oben? Das ist keine gute Idee. "Ein Blick von oben herab kann ungewollt einen Eindruck von Überheblichkeit suggerieren", warnt Natasja Sluka, Videochefin des Technikportals chip.de. Die Kamera gehöre mittig in Augenhöhe, so wie bei einem persönlichen Gespräch. Die eingebaute Laptop-Kamera ist also meistens schon ziemlich gut positioniert. Sollte sie in die Nasenlöcher filmen, kann man den Laptop einfach auf ein Buch stellen. Und dann sollte man nicht zu nah heranrücken an die Kamera: Ein guter Abstand zum Gesicht sind 50 bis 100 Zentimeter oder eine Armlänge. So erhält man auch einen guten Bildausschnitt mit etwas freiem Platz um Kopf und Schultern herum.

Wer beim Sprechen die anderen Call-Teilnehmer auf seinem Bildschirm ansieht, folgt seiner Intuition: "Im echten Leben sind wir es gewohnt, unserem Gesprächspartner in die Augen zu sehen", sagt Désirée Rossa vom Tech-Portal Wintotal.de. Doch diese Intuition ist falsch: Bei der Videokonferenz ist die Kamera das Pendant zu den Augen, nicht das, was man von den anderen Teilnehmern auf dem eigenen Bildschirm sieht. "Der Blick in die Kamera erweckt den Eindruck, als hätte man tatsächlich Blickkontakt mit seinem Gegenüber", so Rossa. Man sollte also beim Sprechen in die Kamera schauen und nicht nur die anderen Call-Teilnehmer ansehen.

Richtige Kleiderwahl für Videokonferenzen

Ein gutes Videobild steht und fällt mit dem Licht. Ein Fenster oder eine helle Lampe im Rücken, schon sehen einen alle nur noch als dunklen Schatten. Die Belichtung der Webcams kommt hier nämlich nicht mit. Aber auch zu wenig Licht ist Gift für ein gutes Bild, genau wie düstere Räume mit dunklen Wänden. Videoexpertin Sluka rät daher, so gut es geht auf Tageslicht zu setzen. In dunklen Räumen kann eine Lampe hinter dem Notebook helfen, mehr Licht ins Gesicht zu bekommen. Dabei kommt es aber auf das richtige Maß an: Ist das Licht zu hell, werden Bereiche des Gesichts überstrahlt – was auch nicht unbedingt schön aussieht.

Wer vor der Kamera sitzt, muss bei der Auswahl seiner Kleidung besonders wählerisch sein. Manche Kleidungsmuster wirken nämlich unruhig auf dem Bildschirm, andere flimmern gar. Daher sollte man besser auf auffällige Muster wie Karos oder Streifen verzichten, rät Wintech.de-Expertin Rossa. Auch Schwarz und Weiß in Reinform sind nicht perfekt. „Blütenweiße Oberteile können das Licht zu stark reflektieren.“ Bei der Outfit-Wahl sollte man deshalb auf neutrale Farben setzen und auf zu starke Muster verzichten. Die beste Wahl sind gedeckte Farben wie Beige, Dunkelblaue, Creme oder Graugrün – wobei die Farbe natürlich mit dem jeweiligen Bild-Hintergrund korrespondieren sollte.

Verräterische Hintergründe

Manchmal entdeckt man während der Videokonferenz interessante Dinge im Zuhause seiner Gesprächspartner. Nicht alles davon wollte das Gegenüber vielleicht zeigen. Deswegen gilt: "Überprüfen Sie im Vorfeld, was alles zu sehen ist, und überlegen Sie, welchen Eindruck Sie vermitteln", so chip.de-Expertin Sluka. Etwas Ordnung kann dem Bildhintergrund auch nicht schaden.

Hilfreich für chaotischere Naturen sind die zahlreichen Hilfsmittel, die Videokonferenzprogramme wie Teams, Jitsi oder Zoom bieten – etwa Weichzeichner für den Hintergrund: "Das macht dann Sinn, wenn das Regal im Hintergrund unaufgeräumt ist oder sich im Hintergrund in der Küche das Geschirr stapelt", sagt Sluka. Allerdings arbeiten die Weichzeichner nicht immer akkurat. Manchmal verschwinden Haare oder Hände im Nebel. Oder es werden doch Teile des Hintergrunds freigegeben.

Einige Programme erlauben das Einblenden beliebiger Hintergrundbilder. Das bietet sich besonders für Menschen in kleinen und dunklen Räumen an. Hier wirken ruhige helle Hintergründe Wunder, vielleicht auch mal ein Foto eines schönen lichten Büros. Tolle Urlaubsfotos oder lustige Motive lenken im Zweifelsfall aber eher ab und können in manchen Situationen auch unseriös wirken.

Der Ton macht die Musik

Moderne Webcams liefern grundsätzlich ziemlich gute Bilder. Das gilt selbst für eingebaute Laptop-Kameras – zumindest, wenn es sich um ein reicht neues Notebook handelt. Bei den ab Werk eingebauten Mikrofonen hapert es jedoch des Öfteren – hier kann es sich durchaus lohnen, ein wenig Geld in die Hand zu nehmen und etwa ein modernes Bluetooth-Headset zu erwerben.

Aus Stilgründen empfehlen sich hier kleine Ohrstöpsel oder diskrete Stand- oder Ansteckmikrofone – im Gegensatz zum Riesen-Headset der Marke "Houston, wir haben ein Problem". Auch beim Einsatz von Headsets kommt es allerdings auf die Details an: Wer sich schon mal über ständiges Geklapper in der Leitung gewundert hat – es könnten die großen Ohrringe der Kollegin gewesen sein, die das Headset bei jeder Bewegung berührt haben.