Mobiles Arbeiten Versicherungsschutz für Beschäftigte im Homeoffice ausgeweitet

Auch Beschäftigte im Homeoffice stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings war der Umfang des Versicherungsschutzes bisher nicht derselbe wie für Beschäftigte, die im Betrieb arbeiten. So waren etwa Wege, um Kinder in die Betreuung zu geben, bislang nicht versichert. Das hat sich nun geändert.

Der Weg, um sich einen Kaffee zu holen, ist für Beschäftigte im Homeoffice nun versichert. - © amenic181 - stock.adobe.com

Mitarbeiter im Homeoffice sind nun genauso umfangreich versichert wie diejenigen, die im Betrieb arbeiten. Mit dem Inkrafttreten des Betriebsrätemodernisierungsgesetzes gilt ein erweiterter Unfallversicherungsschutz für Beschäftigte, die mobil arbeiten, teilt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit.

Wege im eigenen Haushalt versichert

Bislang galt bereits: Beschäftigte stehen bei mobiler Arbeit – zum Beispiel im Homeoffice – unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Versichert waren neben der eigentlichen Arbeitstätigkeit auch sogenannte Betriebswege wie der Weg zum Drucker in einem anderen Raum. Anders als im Betrieb waren hingegen im eigenen Haushalt Wege, um zum Beispiel ein Getränk oder etwas zu essen zu holen oder zur Toilette zu gehen, regelmäßig nicht versichert. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: "Diese Unterscheidung lässt sich vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung mobiler Arbeitsformen nicht aufrechterhalten." Daher bestimme das Gesetz jetzt, dass bei mobiler Arbeit im selben Umfang Versicherungsschutz besteht, wie bei Ausübung der Tätigkeit auf der Unternehmensstätte, so die DGUV.

Versicherungsschutz für Wege, um Kinder in die Betreuung zu geben

Eine weitere Änderung gibt es bei dem Versicherungsschutz auf den Wegen, die Beschäftigte zurücklegen, um ihre Kinder in eine externe Betreuung zu bringen. Für Beschäftigte, die im Betrieb arbeiten, gilt schon bisher: Wenn sie auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg machen, um ihr Kind zur Kita oder zur Schule zu bringen, sind sie dabei weiterhin versichert. Für Beschäftigte im Homeoffice waren Wege, um Kinder in Betreuung zu geben, bislang dagegen nicht versichert.

Dies habe sich laut DGUV nun geändert: Bringen Beschäftigte ihr Kind, das mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt lebt, aus dem Homeoffice zu einer externen Betreuung, stehen sie auf dem direkten Hin- und Rückweg unter Versicherungsschutz. Dies, so die Gesetzesbegründung, sei auch im Interesse der Unternehmen, um die neuen Beschäftigungsformen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzusichern. ew

Was ändert sich durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz noch?

Am 18. Juni ist das Betriebsrätemodernisierungsgesetz in Kraft getreten, das aber nicht nur Einfluss auf den Versicherungsschutz von Beschäftigen im Homeoffice hat: Mit dem Gesetz werden auch Beschäftigte besser vor Kündigung geschützt, wenn sie einen Betriebsrat gründen wollen. Zudem bekommen sie mehr Rechte und Mitsprache bei der Gestaltung der Arbeit im Homeoffice – etwa wenn es um die Erfassung der Arbeitszeit, um die Ausrüstung mit Geräten oder das Entgelt des Arbeitgebers für die Nutzung privaten Wohnraums geht. Mit dem Gesetz soll Betriebsräten auch erleichtert werden, ihre Sitzungen per Video oder Telefonkonferenz abzuhalten. dpa

>>> Hier den Gesetzesentwurf Betriebsrätemodernisierungsgesetz im PDF-Format aufrufen.