Nach fünf Rückgängen in Folge ist mit Spannung erwartet worden, ob die rund 7.000 befragten Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage nun besser einschätzen. Das Gegenteil ist der Fall: Der ifo Geschäftsklimaindex, der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, ist im Oktober zum sechsten Mal in Folge gesunken. Experten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Die Unzufriedenheit der Firmen mit ihrer aktuellen Lage hat erneut zugenommen. Dagegen sind die Geschäftserwartungen unverändert auf niedrigem Niveau geblieben. Die Wolken am deutschen Konjunkturhimmel verdunkeln sich.
Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex weiter gesunken. Während die befragten Baufirmen die kommende Geschäftsentwicklung weniger pessimistisch beurteilten, waren sie deutlich unzufriedener mit ihrer aktuellen Lage.
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich der Rückgang des Geschäftsklimas im Oktober ebenfalls weiter fortgesetzt. Die Geschäftslage hat sich deutlich verschlechtert und entspricht nun in etwa dem langfristigen Durchschnitt.
Die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung haben sich erstmals seit einem halben Jahr zwar leicht erholt und sind nun weniger pessimistisch. Die Kapazitäten wurden von den Firmen erheblich weniger ausgelastet als im Vorquartal. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.
ifo Geschäftsklimaindikator gibt stark nach
Nach einer Erholung im Vormonat hat der Geschäftsklimaindex sowohl im Einzel- als auch im Groß-handel wieder nachgegeben. Die befragten Firmen im Einzelhandel haben sich zwar deutlich zufriedener mit ihrer Geschäftslage gezeigt, sind jedoch erheblich pessimistischer bezüglich des Geschäftsverlaufes in den kommenden sechs Monaten.
Der ifo Geschäftsklimaindikator für das Dienstleistungsgewerbe Deutschlands ist nach einer Erholung im Vormonat im Oktober stark gefallen. Obwohl die befragten Firmen die aktuelle Geschäftslage weniger optimistisch eingeschätzt haben, ist die Mehrzahl mit ihrer Lage weiterhin zufrieden.
Jedoch beurteilen die Firmen ihre Geschäftsaussichten erstmals seit Juni 2009 mehrheitlich leicht pessimistisch. Personal wollen die Firmen jedoch weiterhin einstellen. dhz